DJ Europa-Börsen sehr schwach - Nokia und US-Arbeitsmarkt belasten
FRANKFURT (Dow Jones)--Sehr schwach sind die großen europäischen Aktienindizes am Freitag aus dem Handel gegangen. Der Euro-Stoxx-50 verlor um 2,7% oder 89 auf 3.186 Punkte, der Stoxx-50 gab um 2% oder 58 auf 2.754 Zähler nach. Bis auf ein leichtes Plus der Nahrungsmittelwerte schlossen sämtliche Branchen im Minus. Vor allem die konjunkturempfindlichen Rohstoff-, Bau- und Automobilwerte standen unter Druck. Technologie-Titel wurden von einer Marktanteils-Warnung durch Nokia nach unten gerissen.
Nachrichtlich drückte der Sprung der US-Arbeitslosenquote über die 6%-Marke die Märkte nach unten. Als übergeordnete Belastung hätten jedoch weiter die Kommentare der Europäischen Zentralbank (EZB) gesorgt. Die EZB hatte am Donnerstag die Inflationsgefahren betont und damit Zinssenkungs-Hoffnungen eine klare Absage erteilt. Außerdem forderte sie von den Banken nun höhere Risikoabschläge bei den hinterlegten Sicherheiten für die Kreditbeschaffung.
Bei den US-Arbeitsmarktdaten für August sprang die Arbeitslosigkeit steil auf 6,1% nach zuvor 5,7% und markierte damit ein neues Fünf-Jahres-Hoch. Die Zahl der Beschäftigten war in den USA im August um 84.000 gegenüber dem Vormonat gesunken, was jedoch eingepreist war. "Einige Bank-Schätzungen hatten schon Zahlen um die 100.000 ausgerufen", sagte ein Händler.
Die Prognosen seien bereits nach dem schwachen ADP-Arbeitsmarktbericht und den wöchentlichen Erstanträgen im Wochenverlauf nach unten revidiert worden. Da die Arbeitslosenquote jedoch gesondert ermittelt wird, reagierten die Märkte erschrocken. Technische Analysten hoffen nun, dass die Unterstützungen im Euro-Stoxx-50 um 3.100 Punkte halten.
Technologie-Werte von Nokia nach unten gerissen
Unter massivem Druck standen die europäischen Technologiewerte. Obwohl die gesenkte Prognose von Nokia für ihren Marktanteil am Handy-Markt als "Einzel-Story" abgetan wurden, drückte die hohe Gewichtung den Sektor-Index. Er fiel um 4,9%. Nokia selber brachen um 9,6% auf 14,20 EUR ein. Ericsson gaben indes um 4,9% auf 66,60 EUR nach. "Nokia haben so durchgeschlagen, weil bereits gestern Ciena einen grottenschlechten Ausblick geliefert hatten", sagte ein Händler.
Der Ausrüster optischer Netzwerke hatte für das vergangene Quartal einen Gewinn von 0,12 USD je Aktie vorgelegt und damit den Konsens von 0,37 USD je Aktie weit verfehlt. Gleichzeitig verwies Ciena-CEO Gary Smith auf die zunehmende Zurückhaltung der großen Telekommunikationsbetreiber bei den Anlageinvestitionen. Hier sei ein Ende nicht absehbar. STMicro verloren 5,6% auf 8,15 EUR, ASM Holding 3,5% auf 14,93 EUR und Schneider Electric 3,8% auf 64,98 EUR.
Kein Ende der Krise in Sicht - Banken-Werte fallen weiter
Unter Druck standen auch die Finanzwerte. Der Bankenindex verlor 2,2%, der der Versicherer 2,3%. Neben den weiterhin schlechten Vorgaben von Wall Street wurde die Stimmung durch die Äußerungen des Chairman des US-Einlagensicherungsfonds Federal Deposit Insurance (FDIC), Sheila Bair, belastet. Im Rahmen einer Rede vor Bankern hatte sie die US-Institute am Vortag aufgefordert, weitere Rückstellungen für Verluste aus der Finanzkrise aufzubauen.
"Sie müssen einfach akzeptieren, dass das Ende des Abschwung an den Kreditmärkten noch weit entfernt ist", mahnte sie. Besonders hart traf es Allied Irish Banks, die um 5,7% auf 7,90 EUR einbrachen. Hier hatte der Vorstandsvorsitzende gesagt, dass ein Ende des Abschwungs am irischen Häusermarkt noch nicht in Sicht sei. Weitere Verlierer waren Barclays mit minus 3,6%, UBS mit 3,6% und Royal Bank of Scotland mit 3,5%.
Konjunktur-Werte brechen weiter ein
Auch Konjunktur-Werte wurden über alle Branchen hinweg verkauft. Die britischen Minenwerte fielen im Schnitt um 3,5%, Stahl-, Auto- und Lkw-Hersteller gaben teils bis zu 5% nach. Bei den Bau-Werten reichten die Verluste von 2,2% bei Lafarge bis zu 3,4% bei Vinci. Auch die Chemie-Werte gaben im Schnitt um 2,4% nach. Bei den Automobilwerten führten Daimler und PSA-Peugeot-Citroen die Verlierer mit knapp über 4% an.
Europäische Schlussindizes am Freitag, 5. September:
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Index Schluss- Veränd. Veränd. Veränd.
stand abs. in % seit Jahresbeginn
DJ Europe EuroSTOXX50 3185,83 -88,99 -2,72 -27,59
STOXX 50 2754,40 -57,53 -2,05 -25,23
STOXX 600 272,24 -5,94 -2,14 -25,34
London FTSE 100 5240,70 -121,40 -2,26 -18,84
Frankfurt Xetra DAX 6127,44 -152,13 -2,42 -24,05
Paris CAC40 4196,66 -107,35 -2,49 -25,25
Amsterdam AEX 389,22 -7,95 -2,00 -24,54
Athen ASE 3143,92 -78,67 -2,44 -39,29
Brüssel BEL-20 3002,39 -63,76 -2,08 -27,26
Kopenhagen KFX 393,04 -10,53 -2,61 -15,32
Dublin ISEQ 4282,32 -162,46 -3,66 -38,24
Helsinki HEX 7626,25 -415,79 -5,17 -34,25
Istanbul IMKB-100 39115,63 -440,74 -1,11 -29,57
Lissabon PSI General 2775,85 -77,12 -2,70 -32,69
Madrid IBEX 35 11139,70 -340,40 -2,97 -26,63
Mailand S&P/MIB 27567 -666 -2,36 -28,50
Oslo OBX Stock 431,76 -12,06 -2,72 -24,25
Prag PX 1374,50 -54,90 -3,84 -24,27
Moskau RTS 1469,15 -57,42 -3,76 -35,86
Wien ATX 3350,19 -87,03 -2,53 -25,77
Zürich SMI 6976,59 -108,06 -1,53 -17,77
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September 05, 2008 12:17 ET (16:17 GMT)
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