Der Internationale Währungsfonds (IWF) begrüßt nach Zeitungsangaben das US-Rettungspaket für die angeschlagene Finanzbranche. "Ohne die Maßnahme wäre die Gefahr einer Kreditklemme für die Unternehmen deutlich höher", sagte IWF-Kapitalmarktchef Jaime Caruana dem "Handelsblatt" (Montagausgabe). Dennoch werde es einige Zeit dauern, bis der Bankensektor sich wieder berappele. "Wir gehen durch einen bitter nötigen Heilungsprozess, bei dem gleichzeitig das Finanzsystem verkleinert wird." Nach tagelangem Ringen hatten sich am Sonntag Demokraten und Republikaner im US-Kongress auf das 700 Milliarden Dollar schwere Rettungsprogramm der Regierung geeinigt.
Caruana rechnet dem Bericht zufolge künftig mit einer schärferen Regulierung der Banken. Eine internationale Bankenaufsicht sei daher unverzichtbar. Gerade in Europa "mit seinem einheitlichen Binnenmarkt ist das in jedem Fall ein Muss", sagte der IWF-Experte. Zinssenkungen der Notenbanken hält er dagegen nicht für notwendig, da sie die Krise nicht lösen könnten. Das Verbot von Börsenwetten auf fallende Kurse in den USA, Großbritannien und Deutschland bezeichnet er nach Angaben der Zeitung als vorübergehende Lösung, die die Regierungen später zurücknehmen werden. Die sogenannten Leerverkäufe seien grundsätzlich positiv, da sie dem Markt Liquidität gäben./ig/DP/he
AXC0045 2008-09-28/18:26
