DJ Wall Street macht großen Teil der Vortagesverluste wieder wett
NEW YORK (Dow Jones)--Die US-Börsen haben am Dienstag mit einer entschiedenen Gegenbewegung auf den "Schwarzen Montag" reagiert und einen großen Teil der massiven Vortagesverluste wieder aufgeholt.
Der Dow-Jones-Index für 30 Industriewerte verbuchte ein Plus von 4,7%, das größte seit fast sechs Jahren, bzw 485 Punkten auf 10.851. Damit machte er fast zwei Drittel des Vortagesverlustes von 778 Punkten wieder wett. Der breiter aufgestellte S&P-500-Index rückte sogar um 5,3% bzw 58 Punkte auf 1.165 vor und der Nasdaq-Composite erhöhte sich um 5% oder 99 Zähler auf 2.082. Umgesetzt wurden 1,60 (Montag: 1,97) Mrd Aktien. Dabei standen den 2.553 Kursgewinnern 350 -verlierer gegenüber, unverändert schlossen 54 Titel.
Angetrieben wurden die Kurse ab Mittag von einem Bericht, dem zufolge die Börsenaufsicht SEC eine Lockerung der Bewertungsregelungen für Finanzinstitute prüft. Nach den derzeit gültigen Mark-to-Market-Vorgaben müssen Aktiva mit ihrem aktuellen Marktwert bilanziert werden, was einige Banken in den vergangenen Monaten zu drastischen Abschreibungen zwang und in Bedrängnis brachte. Nach der Schlussglocke kündigten SEC und das Accounting Standards Board an, neue Bewertungsvorgaben zu erarbeiten.
Händler sprachen zudem von einer starken Gegenbewegung am Markt, die durch gute Konjunkturdaten zusätzlich angetrieben worden sei. "Die Hoffnung richtet sich nun darauf, dass das Rettungspaket für die Finanzbranche in modifizierter Form doch noch rasch verabschiedet wird", sagte ein Marktteilnehmer. Offenbar gibt es im Senat Fortschritte bezüglich einer Verabschiedung des Plans am Mittwoch.
Daneben habe auch Zuversicht für eine Leitzinssenkung die Märkte angetrieben, sagte ein Analyst von Charles Stanley Stockbrokers. Die Fed Funds Futures preisten diese bereits ein. Obgleich die nächste reguläre Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank erst am 29. Oktober sei, spekulierten die Märkte auf die Möglichkeit einer weiteren vorgezogenen Leitzinssenkung, sagte der Analyst.
Auf der Konjunkturseite sank der Index der Einkaufsmanager von Chicago im September lediglich auf 56,7 von 57,9 im Vormonat und damit weniger als befürchtet. Mit einem Wert über 50 liegt er weiterhin in dem Bereich, der eine Expansion markiert. Zudem stieg der Verbrauchervertrauensindex des Conference Board auf den höchsten Wert seit April 2008 gestiegen. Die Einschätzung der aktuellen Lage verschlechterte sich zwar, die Zukunftsaussichten wurden aber deutlich besser beurteilt.
Starke Gewinne wurden im Finanzsektor verzeichnet. J.P. Morgan stiegen um 13,9% auf 46,70 USD, Citigroup um 15,5% auf 20,51 USD, Bank of America um 15,7% auf 35 USD und AIG um 33,2% auf 3,33 USD. Händler verwiesen neben der Hoffnung auf ein neues Hilfspaket auf weitere stützende Aktionen im europäischen Bankensektor. So garantierte der irische Staat alle Einlagen bei den wichtigsten inländischen Banken und die Regierungen Belgiens, Frankreichs und Luxemburgs halfen dem angeschlagenen Finanzkonzern Dexia mit einer milliardenschweren Finanzspritze.
Im Technologiesektor profitierten Intel von einer Hochstufung durch Piper Jaffray auf "Buy" von "Neutral". Die Aktie gewann 8,5% auf 18,72 USD.
DJG/DJN/gei/reh
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September 30, 2008 17:19 ET (21:19 GMT)
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