DJ Wall Street schließt wegen Rezessionsängsten sehr schwach
NEW YORK (Dow Jones)--Zunehmende Rezessionsängste nach enttäuschenden Konjunkturdaten haben die US-Börsen am Donnerstag sehr schwach schließen lassen. Der Dow-Jones-Index für 30 Industriewerte verlor 3,2% bzw 348 Punkte auf 10.483. Der S&P-500 rutschte um 4% oder 47 Punkte auf 1.114 und der Nasdaq-Composite um 4,5% oder 93 Punkte auf 1.977. Umgesetzt wurden 1,46 (Mittwoch: 1,37) Mrd Aktien. Dabei standen den 482 Kursgewinnern 2.588 Kursverlierer gegenüber, unverändert schlossen 46 Titel.
Ein Verkaufsschub wurde durch den Auftragseingang der US-Industrie ausgelöst, der im August deutlicher als erwartet gesunken war. Zudem wurde der Anstieg im Vormonat stark nach unten revidiert. Beobachter werteten die Daten als weiteren Beleg für die Schwäche der US-Industrie und sahen ein etwas gestiegenes Rezessionsrisiko für die USA. Der Auftragseingang war verglichen mit dem Vormonat um 4,0% zurückgegangen - das stärkste Minus seit Oktober 2006.
Vor Handelsstart hatten bereits die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe keine gute Vorlage für den Arbeitsmarktbericht, der am Freitag ansteht geliefert. Die Zahl der Erstanträge auf Leistungen der US-Arbeitslosenversicherung war saisonbereinigt um 1.000 auf 497.000 gestiegen, den höchsten Stand seit sieben Jahren. Volkswirte hatten hingegen einen Rückgang um 18.000 erwartet. Die Daten deuteten darauf hin, dass die Volkswirtschaft sich auf einem rutschigen Weg zu einer durch Konsumrückgang hervorgerufenen Rezession befinde, sagte ein Ökonom von Avalon Partners.
Momentan gebe es keine Käufer, die den Verkaufsüberhang auffangen würden, lautete die Einschätzung eines Marktteilnehmers. Ein Stratege von Robert W. Baird sagte, dass die Teilnehmer sich mit Käufen zurückhielten und auf die Entscheidung im Repräsentantenhaus am Freitag warteten. Wenn eine Erholungsbewegung einsetze sollte, werde diese wohl kräftig ausfallen, hieß es im Handel. In der vergangenen Nacht hatte der US-Senat dem Bankenrettungsplan zugestimmt.
Bei den S&P-Sektorindizes führte der Energiesektor die Verluste mit einem Rückgang um 10% an. Der Industriegüter-Sektor gab im Schnitt um 6,3% nach, gefolgt vom Finanzsektor (minus 5,4%).
Ein Blick auf die Verlierer zeigte, dass viele Investoren nun eine Rezession in den USA einpreisen und ihre Aktienquoten auf breiter Front herunterfahren. General Electric (GE) sanken um 9,6% auf 22,15 USD. Das Unternehmen hatte den Ausgabepreis für seine neuen Aktien mit 22,25 USD festgelegt. Damit erhält GE aus der Kapitalerhöhung 12 Mrd USD. Der Mischkonzern erzielt fast die Hälfte seiner Einnahmen in der Finanzsparte, die wie die gesamte Branche mit der Finanzmarktkrise zu kämpfen hat.
Alcoa brachen um 8,9% auf 19,47 USD ein. Das Unternehmen eröffnet am Dienstag der kommenden Woche die neue Berichtssaison. American Express verloren 9,1% auf 32,14 USD. An der Nasdaq, an der die Verluste noch etwas höher ausfielen, verbilligten sich Yahoo um 8,1% auf 15,58 USD und schlossen damit erstmals seit fünf Jahren unter 16 USD. Apple fielen um 8,2% auf ein 52-Wochen-Tief von 100,10 USD.
DJG/DJN/gei/reh
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October 02, 2008 17:07 ET (21:07 GMT)
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