DJ Wall Street schließt nach späten Kurseinbruch schwach
NEW YORK (Dow Jones)--Die Verabschiedung des Rettungspaketes für den US-Finanzsektor im Repräsentantenhaus hat am Freitag die Aktienkurse an der Wall Street nur im Vorfeld beflügelt. Mit einem nachfolgenden Kurssturz von fast 500 Punkten schlossen die Leitindizes mit einer schwachen Tendenz auf neuen Drei-Jahres-Tiefs. Händler verwiesen auf die anhaltenden Konjunktursorgen, die sich auch in den am Berichtstag veröffentlichten und überraschend schwach ausgefallenen Arbeitsmarktdaten widerspiegelten.
Der Dow-Jones-Index sank um 1,5% bzw 157 Punkte auf 10.325 nach einem Tageshoch bei 10.796 Punkten. Der S&P-500 fiel um 1,4% bzw 15 Punkte auf 1.099 und der Nasdaq-Composite um 1,5% bzw 29 auf 1.947. Umgesetzt wurden 1,42 (Donnerstag: 1,46) Mrd Aktien. Dabei standen den 1.088 Kursgewinnern 1.939 Kursverlierer gegenüber, unverändert schlossen 74 Titel.
Das Problem mit dem Rettungspaket sei, dass es nur dafür geschaffen sei, um den finanziellen Kollaps im Sektor abzuwenden, nicht aber die Konjunktur zu drehen, kommentierte ein Beobachter. Letzteres könne nur die Zeit und offene Märkte schaffen.
Derweil verstärkten sich die Signale für eine schwächere Konjunktur in den USA. Die Zahl der Beschäftigten jenseits des Agrarsektors in den USA ist im September um 159.000 gefallen, der stärkste monatliche Rückgang seit März 2003. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten dagegen lediglich einen Stellenrückgang um 105.000 erwartet hatten.
Positiv wurde dagegen die Übernahme von Wachovia durch Wells Fargo bewertet. "Der Deal funktioniert ohne staatliche Hilfe. Der Markt löst das Problem also selbst", kommentierte ein Händler den überraschenden Coup. So stach Wells Fargo mit der Transaktion die Citigroup aus, die ebenfalls mit der angeschlagenen Wachovia über einen Zusammenschluss verhandelt hatte. Zur Finanzierung will Wells Fargo neue Aktien im Wert von 20 Mrd USD ausgeben.
Der Zusammenschluss soll per Aktientausch durchgeführt werden, der Wachovia mit 7 USD je Aktie bzw insgesamt 15,4 Mrd USD bewertet. Dabei will Wells Fargo unter anderem gefährdete Wertpapiere im Wert von 10 Mrd USD auf ihre Bücher nehmen. Wachovia gewannen mit der Nachricht 59% auf 6,21 USD, während Wells Fargo nach anfänglichen Aufschlägen noch um 1,7% auf 34,56 USD fielen. Citigroup waren mit einem Minus von 18,4% auf 18,35 USD der mit Abstand schwächste Wert im Dow.
Gesucht waren im Dow dagegen defensive Pharmatitel wie Merck mit einem Plus von 2,2% und Pfizer mit plus 1,1%. Auch Wal-Mart legten um 1,5% zu.
DJG/DJN/reh
(END) Dow Jones Newswires
October 03, 2008 17:16 ET (21:16 GMT)
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