DJ Wall Street zum Start sehr schwach erwartet - ImClone fester
NEW YORK (Dow Jones)--Die trotz des mittlerweile auch vom Repräsentantenhaus verabschiedeten Rettungspakets noch längst nicht ausgestandene Kreditkrise und die Angst vor den Folgen ihres Überschwappens auf die Realwirtschaft wird die Kurse an Wall Street mit tiefroten Vorzeichen in die neue Woche starten lassen. Rund eine halbe Stunde vor Handelsbeginn zeichnen sich Kursverluste quer durch alle Sektoren ab. Der Future auf den S&P-500-Index fällt bis 15.05 Uhr MESZ um 2,5%, der Kontrakt auf den Nasdaq-100-Index gibt bis zu diesem Zeitpunkt um 2,1% nach.
Makroökonomische Daten aus der ersten Reihe, die der Sitzung eine neue Richtung geben könnten, stehen am Montag nicht auf der Agenda. Erwartet wird lediglich der vom Wirtschaftsforschungsinstitut Conference Board berechnete Beschäftigungsindikator für September. Darüber hinaus wird sich der Präsident der Notenbankfiliale von Chicago, Charles L. Evans, vor der Association for Manufacturing Technology äußern. "Letztlich sind wird damit ganz und gar den Sorgen um die sich verschlechternden Refinanzierungsmöglichkeiten der Banken ausgeliefert und können uns vollkommen dem Sentiment hingeben", ächzt ein Händler.
Besonders kräftig dürfte es vor diesem Hintergrund mit den Kursen der Finanzwerte nach unten gehen. Bereits vor der Eröffnungsglocke geben Citigroup, der Ende vergangener Woche mit Wells Fargo ein Konkurrent um die Übernahme von Wachovia erwachsen ist, um 7,3% nach. Bank of America, die sich mit verschiedenen Bundesstaaten auf ein 8,4 Mrd USD schweres Paket geeinigt hat, das es rund 400.000 Countrywide-Kunden ermöglichen soll, ihre Immobilien zu behalten, verbilligen sich schon im vorbörslichen Handel um 5,9%.
Auch Papiere aus als eher defensiv geltenden Sektoren können sich der schlechten Stimmung der Börsianer nicht entziehen, büßen aber vorbörslich unterdurchschnittlich ein. Johnson & Johnson geben um 1,8% nach, McDonalds um 2%. Coca Cola sinken von einer Herabstufung der Deutschen Bank auf "Hold" belastet um 2,7%.
Auf Nachrichten zu Einzelwerten basierende vorbörsliche Kursbewegungen sind hingegen rar. Allerdings legen ImClone um 4,1% zu, nachdem Eli Lilly den 6,5 Mrd USD schweren Vertrag zur Übernahme des Biotechnologieunternehmens unterzeichnet hat.
Am Freitag hatte die Verabschiedung des Rettungspakets für den US-Finanzsektor im Repräsentantenhaus die Aktienkurse an Wall Street nur im Vorfeld beflügelt. Mit einem nachfolgenden Kurssturz von fast 500 Punkten hatten die Leitindizes mit einer schwachen Tendenz auf neuen Dreijahrestiefs geschlossen. Der Dow-Jones-Index war dabei um 1,5% oder 157 Punkte auf 10.325 nach einem Tageshoch bei 10.796 gefallen. Der S&P-500 hatte um 1,4% bzw 15 Zähler auf 1.099 und der Nasdaq-Composite um 1,5% oder 29 Stellen auf 1.947 nachgegeben.
DJG/jej/gos
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October 06, 2008 09:08 ET (13:08 GMT)
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