DJ Wall Street am Mittag schwach - Finanzwerte unter Druck
NEW YORK (Dow Jones)--Die Freude über die jüngste Hilfsmaßnahme der US-Regierung für die Finanzbranche ist am Dienstagmittag (Ortszeit) an Wall Street schon wieder verflogen. Neue schlechte Nachrichten aus dem Bankensektor beherrschen den Markt. Auch die Angst vor einer Konjunkturschwäche und einer damit einhergehenden Konsumzurückhaltung belastet den Markt, wie Händler sagen. Gegen 19.00 Uhr MESZ fällt der Dow-Jones-Index (DJIA) um 1,5% bzw 148 Punkte auf 9.808. Der S&P-500 sinkt um 1,8% bzw 19 Punkte auf 1.038. Der Nasdaq-Composite verliert 2,0% bzw 37 Punkte auf 1.826.
Der Markt war positiv in den Handel gestartet, nachdem die US-Notenbank angekündigt hatte, eine Finanzierungsfazilität zu schaffen, mit der der Kauf sogenannter Commercial Papers direkt bei den Emittenten finanziert werden sollte. Der Markt für diese Papiere, mit denen sich Unternehmen refinanzieren, war in jüngster Zeit nahezu ausgetrocknet. Das US-Finanzministerium sieht deshalb die Gefahr substanzieller Störungen an den Finanzmärkten und in der Realwirtschaft.
Größter Kursverlierer im DJIA sind die Aktien der Bank of America, die um 17,6% auf 26,54 USD fallen. Das Institut hatte am Vortag nach Börsenschluss in den USA überraschend Zahlen zum dritten Quartal vorgelegt. Demnach war der Gewinn im Quartal um 68% gefallen. Die Bank kürzt ihre Dividende und bereitet außerdem eine Kapitalerhöhung im Volumen von 10 Mrd USD vor. Unter den übrigen Finanzwerten sinken JP Morgan um 4,7% auf 41,92 USD und Citigroup um 7,2% auf 16,15 USD.
Die Aktien des Aluminiumkonzerns Alcoa steigen um 0,9% auf 18,28 USD, hatten allerdings am Vortag zu den größten Verlierern gehört. Das Unternehmen wird am Berichtstag nach Börsenschluss die Bilanzsaison der großen US-Unternehmen eröffnen. Analysten sind zunehmend nervös, weil sie befürchten, dass die sinkenden Rohstoffpreise die Ertragslage des Konzerns beeinträchtigt haben könnten. Die Papiere der Automobilhersteller Ford und General Motors (GM) stehen ebenfalls unter Druck. Hintergrund sind die sinkenden Absatzzahlen, wie es heißt. Ford verlieren 11,4% auf 3,27 USD und GM 6,1% auf 7,96 USD.
Die Papiere des Softwareherstellers Oracle leiden abermals unter der Umsatzwarnung, die SAP am Montag ausgegeben hat. Die Software-Einnahmen Oracles könnten ebenfalls geringer ausfallen, sagen Beobachter. Allerdings sei das Unternehmen zu einem gewissen Grad durch die Einnahmen geschützt, die es mit Service- und Wartungsleistungen erziele. Oracle fallen um 3,8% auf 17,61 USD. Gesucht sind unterdessen die Aktien von Advanced Micro Devices (AMD), die um 18,4% auf 5,01 USD zulegen. Das Unternehmen wird seine Chipproduktion in ein Joint Venture einbringen, das auch 1,2 Mrd USD Schulden von AMD übernimmt.
DJG/DJN/cln
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October 07, 2008 13:06 ET (17:06 GMT)
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