DJ Wall Street schließt nach volatiler Sitzung sehr schwach
NEW YORK (Dow Jones)--Die konzertierte Zinssenkung mehrerer Notenbanken, darunter der US Federal Reserve, hat die Aktienkurse an Wall Street am Mittwoch nicht nachhaltig gestützt. Die Maßnahme war nicht unumstritten, was den Markt letztlich deutlich nachgeben ließ. Billiges Geld sei schließlich die Ursache der aktuellen Misere, gaben Kritiker zu bedenken. Niedrige Zinsen und die leichte Verfügbarkeit von Krediten hätten zur US-Hypothekenkrise geführt, die sich dann zu einer weltweiten Finanzmarktkrise ausgewachsen habe.
Belastend wirkte ferner, dass all die Maßnahmen, die Regierungen und Notenbanken in jüngster Zeit zur Stabilisierung der Märkte ergriffen haben, bislang Angst und Misstrauen nicht beseitigt haben, wie Beobachter sagten. Die Kreditmärkte seien nach wie vor ausgetrocknet, hieß es. Auch die enttäuschenden Quartalszahlen des Aluminiumkonzerns Alcoa, der am Vortag nach Börsenschluss die Bilanzsaison der großen US-Unternehmen eröffnet hat, dämpften die Stimmung.
Der Dow-Jones-Index für 30 Industriewerte (DJIA) sackte in den letzten Handelsminuten deutlich ab und schloss um 2,0% bzw 169 Punkte niedriger bei 9.258 Punkten. Schon im früheren Verlauf der Sitzung war er bis auf 9.195 Punkte gefallen, um dann in einer Erholungsbewegung bis auf 9.628 Punkte zuzulegen. Der S&P-500 sank um 1,1% bzw elf Punkte auf 985. Der technologielastige Nasdaq-Composite verlor 0,8% bzw 15 Punkte auf 1.740. Dabei wurden 686 Kursgewinner und 1.808 -verlierer gesehen, während 32 Titel unverändert schlossen.
Größter Kursverlierer im DJIA waren die Aktien von Alcoa. Der Konzern hatte nicht nur ein unerwartet schwaches Quartalsergebnis gemeldet, sondern stoppt außerdem seinen Aktienrückkauf und alle nicht dringend notwendigen Investitionen. Der Alcoa-Kurs fiel um 12,0% auf 14,71 USD. Kursverluste verzeichneten auch andere Rohstoff- und Energieunternehmen, nachdem die US-Regierung eine unerwartet deutliche Zunahme ihrer Rohöl- und Benzinvorräte gemeldet hatte und der Ölpreis daraufhin nachgab. Die höheren Lagerbestände wurden als Zeichen einer sinkenden Nachfrage als Folge der schwächeren Wirtschaft interpretiert. Southwestern Energy büßten 6,0% auf 25,03 USD ein und Valero Energy 1,4% auf 22,40 USD.
Bankenaktien standen abermals unter Druck. Die Papiere der Bank of America litten darunter, dass die Kapitalerhöhung des Instituts auf nur geringes Interesse stieß. Der Kurs fiel um 7,0% auf 22,10 USD. Citigroup fielen um 5,0% auf 14,40 USD. Die Bank sucht im Bieterkampf um Wachovia Mitstreiter. JP Morgan hielten sich besser als der Sektor. Die Titel sanken um nur 0,1% auf 39,30 USD. Die Ungewissheit um die Zukunft der US-Automobilhersteller setzte deren Aktien zu. General Motors verbilligten sich um 8,6% auf 6,91 USD und Ford um 8,9% auf 2,66 USD.
Der Aktienkurs von Boston Scientific stürzte um 10,1% auf 8,95 USD ab. Ein Gericht hat den Medizintechnikhersteller wegen einer Patentrechtsverletzung zur Zahlung von 703 Mio USD an Johnson & Johnson verurteilt. Diese Sonderbelastung wird das Drittquartalsergebnis des Unternehmens schmälern. Monsanto stiegen um 9,8% auf 81,44 USD. Der Agrarchemiekonzern hat im vierten Geschäftsquartal seinen Verlust dank hoher Umsätze verringert.
DJG/DJN/cln
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October 08, 2008 17:16 ET (21:16 GMT)
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