DJ Wall Street zur Eröffnung mit weiterem Kurseinbruch erwartet
NEW YORK (Dow Jones)--Mit hohen Verlusten dürften die US-Börsen am Freitag an den Einbruch vom Vortag anschließen. Händler rechnen mit panikartigen Verkäufen wegen der kursierenden Rezessionsängste. Zudem dürften Fonds zu weiteren Liquidationen gezwungen sein, um Mittelabflüsse zu parieren. Zudem herrsche große Skepsis, ob die bisherigen Maßnahmen von Regierung und Notenbank die Krise einzudämmen vermögen.
"Sollte allerdings nach einem anfänglichen Ausverkauf eine Wende gelingen, könnte dies das Startsignal für eine weltweite Erholung der Kurse sein", meint ein Händler. Die Hoffnung auf eine derartige Entwicklung falle allerdings schwer. Entscheidend sei, dass im S&P der Unterstützungsbereich von 880 bis 850 Punkten verteidigt wird. Gegen 14.55 Uhr verliert der S&P-Future 3,6%, der Nasdaq-Future sinkt um 2,2%.
Im Handel ist zudem hören, dass der weitere Verlauf von Lehman Brothers beeinflusst werden könnte, denn am Nachmittag werden Kreditderivate der zu Grunde gegangenen Investmentbank abgerechnet. Am Donnerstag seien die Investoren Blackrock, Morgan Stanley und Goldman Sachs als größte Unterzeichner der Kreditpapiere von Lehman Brothers genannt worden.
Eine schlechte Nachricht sehen Händler im Rückgang der US-Exporte um 2% im August. "Das zeigt, wie sehr die Exporte nur vom schwachen Dollar getrieben wurden", sagt ein Marktteilnehmer. Keine wichtige Nachricht stellten die US-Importpreisen und das Handelsbilanzdefizit dar. Die Preise weisen im September mit minus 3% zwar den stärksten Rückgang seit 2003 auf, dies liegt jedoch am deutlichen Ölpreisrückgang. "Die Fed hatte das in ihren Aussagen zur Zinssenkung bereits angedeutet", sagt ein Händler.
Vergleichsweise glimpflich kommen General Electric mit einem vorbörslichen Abschlag von 2,1% weg. Der Mischkonzern hat im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres trotz eines Umsatzzuwachses einen Gewinnrückgang verzeichnet. Laut einer Mitteilung des in Fairfield ansässigen Unternehmens vom Freitag sank das Nettoergebnis auf 0,43 (Vorjahr: 0,54) USD je Aktie. Analysten hatten mit einem Gewinn von 0,45 USD je GE-Anteilsschein gerechnet. Insgesamt lag der Gewinn bei 4,31 (5,56) Mrd USD. Die Einnahmen stiegen zwischen Juli und September hingegen auf 47,23 (42,51) Mrd USD.
Die Aktien von Wells Fargo geben um 3,8% nach, nachdem Citigroup sich aus dem Übernahmekampf um Wachovia zurückgezogen hat. Damit wurde ein Hindernis für den Kauf der schiefliegenden Wachovia durch Wells Fargo aus dem Weg geräumt. Wachovia schießen um 28% nach oben.
Zu den robusteren Werten sollten auch Chevron gehören, nachdem das Unternehmen in einem Zwischenbericht über den Verlauf des dritten Geschäftsquartals informiert hat. In dem Bericht heißt es, dass das Ergebnis des dritten Quartals über dem des zweiten liegen werde. Das Upstream-Geschäft laufe erheblich besser als im zweiten Quartal, während das Downstream-Geschäft voraussichtlich zurückgegangen sei. Ursachen seien die Hurrikane im September und die niedrigeren Rohstoffpreise.
Der Dow-Jones-Index (DJIA) ist am Donnerstag um 7,3% bzw 679 Punkte auf 8.579 eingebrochen. Der S&P-500 verlor 7,6% bzw 75 Punkte auf 910. Der Nasdaq-Composite sank um 5,5% bzw 95 Punkte auf 1.645.
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October 10, 2008 09:05 ET (13:05 GMT)
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