DJ Wall Street stabilisiert sich etwas nach hohen Anfangsverlusten
NEW YORK (Dow Jones)--Die US-Börsen können sich am Freitag nach hohen Eröffnungsverlusten im frühen Handel etwas stabilisieren. Der Dow-Jones-Index (DJIA) verliert gegen 17.00 Uhr 3,1% bzw 270 Punkte auf 8.310. Der S&P-500 gibt um 3,4% bzw 31 Punkte auf 879 nach. Der Nasdaq-Composite sinkt um 2,1% bzw 35 Punkte auf 1.610. Händler sprechen von einem äußerst nervösen Handelsgeschehen. Die kursierenden Rezessionsängste belasteten weiterhin.
Fonds seien zu Liquidationen gezwungen, da sie große Mittelabflüsse verzeichneten. Man setze nun darauf, dass weitere internationale Maßnahmen ergriffen werden, um dem galoppierenden Kursverfall Einhalt zu gebieten und die Märkte zu stabilisieren. "Ich habe es noch nicht erlebt, dass eine technische Erholung so lange auf sich warten lässt", sagt ein Händler angesichts der sich abzeichnenden schwächsten Woche für den Dow Jones in seiner 112-jährigen Geschichte.
"Sollte nach einem anfänglichen Ausverkauf aber doch noch eine Wende gelingen, könnte dies das Startsignal für eine weltweite Erholung der Kurse sein", meint ein Marktteilnehmer. Die Hoffnung auf eine derartige Entwicklung falle allerdings schwer. Entscheidend sei, dass im S&P-500 der Unterstützungsbereich von 880 bis 850 Punkten verteidigt wird.
Zudem belastet der schleppende Verlauf der Auktion der Credit Default Swaps (CDS) von Lehman Brothers. Noch am Morgen hatte der Markt mit einer "Recovery Rate" von rund 14 Cent je Dollar für die vorrangigen Anleihen gerechnet. Die ersten gehandelten Preise liegen jedoch nur bei 9,75 Cent. "Das ist weit unter den Markterwartungen und belastet", sagt ein Händler.
Eine schlechte Nachricht sehen Händler auch im Rückgang der US-Exporte um 2% im August. "Das zeigt, wie sehr die Exporte nur vom schwachen Dollar getrieben wurden", sagt ein Marktteilnehmer. Keine wichtige Nachricht stellten die US-Importpreisen und das Handelsbilanzdefizit dar. Die Preise weisen im September mit minus 3% zwar den stärksten Rückgang seit 2003 auf, dies liegt jedoch am deutlichen Ölpreisrückgang. "Die Fed hatte das in ihren Aussagen zur Zinssenkung bereits angedeutet", sagt ein Händler.
Unter den Einzeltiteln stemmen sich General Electric gegen den Abwärtstrend und steigen um 1,2% auf 19,23 EUR. Der Mischkonzern hat im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres trotz eines Umsatzzuwachses einen Gewinnrückgang verzeichnet. Laut einer Mitteilung des in Fairfield ansässigen Unternehmens vom Freitag sank das Nettoergebnis auf 0,43 (Vorjahr: 0,54) USD je Aktie. Analysten hatten mit einem Gewinn von 0,45 USD je GE-Anteilsschein gerechnet. Die Einnahmen stiegen zwischen Juli und September hingegen auf 47,23 (42,51) Mrd USD.
Händler führen den Anstieg darauf zurück, dass sich GE damit noch relativ gut geschlagen hätten. Zudem hat Vorstand Jeff Immelt davon gesprochen, dass er Zeichen einer Stabilisierung am Markt für Commercial Papers sieht. Die Fed hatte zuletzt interveniert, um diesen Markt wieder in Gang zu bringen und angekündigt, eine Finanzierungsfazilität für Commercial Papers zu schaffen.
Die Aktien von Wells Fargo geben um 0,8% auf 27,00 USD nach, nachdem Citigroup sich aus dem Übernahmekampf um Wachovia zurückgezogen hat. Damit wurde ein Hindernis für den Kauf der schief liegenden Wachovia durch Wells Fargo aus dem Weg geräumt. Wachovia schießen um 30% nach oben.
DJG/DJN/mif/reh
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October 10, 2008 11:14 ET (15:14 GMT)
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