(neu: offizielle Bestätigung von NOL, TUI-Reaktion)
HANNOVER/HAMBURG (dpa-AFX) - Im Ringen um die TUI-Tochter
Ein TUI-Sprecher in Hannover sagte, der Ausstieg von NOL bedeute nicht das Ende des Bieterverfahrens. Der Abbruch des Verfahrens bleibe allerdings immer eine Option. Nach einem Bericht des "Hamburger Abendblatts" tagt am Sonntag der TUI-Aufsichtsrat, um über die Zukunft von Hapag-Lloyd zu beraten. Der TUI-Sprecher wollte dies nicht kommentieren.
NOL-OFFERTE HINFÄLLIG
NOL-Chef Ron Widdows sagte, der Konzern habe ein Angebot eingereicht, dass aus Sicht von NOL Hapag-Lloyd vollständig bewerte und die schwierigen Marktbedingungen in der Container-Schifffahrt berücksichtigt habe. Dieses Angebot sei nun hinfällig.
Nach Medienberichten hatte das Hamburger Konsortium rund 4 Milliarden Euro für Hapag-Lloyd geboten, NOL soll 3,5 Milliarden Euro geboten haben.
HAMBURGER KONSORTIUM HÄLT AN GEBOT FEST
Ein Sprecher des Hamburger Konsortiums "Albert Ballin" um den Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne wollte den Rückzug von NOL nicht kommentieren. Die Hamburger Gruppe werde ihr vor zwei Wochen eingereichtes Angebot unverändert aufrechterhalten.
Allerdings ist es möglich, dass die TUI einen Verkauf von Hapag-Lloyd angesichts der Finanzmarktkrise und der schwierigen Lage in der Container-Schifffahrt absagt. Vor allem der norwegische Reeder und TUI-Großaktionär John Fredriksen hatte einen möglichen Verkauf von Hapag-Lloyd wiederholt abgelehnt, weil derzeit kein ausreichend hoher Preis zu erzielen sei.
SCHWERE ZEITEN FÜR CONTAINERSCHIFFFAHRT
NOL-Chef Widdows hatte in Interviews gesagt, der früher so erfolgsverwöhnten Containerschifffahrt gehe es so schlecht wie schon lange nicht mehr. Hohe Rohstoff- und Ölpreise fielen zusammen mit niedrigen Frachtraten und wachsenden Kapazitäten an Schiffen, die noch in besseren Zeiten bestellt worden waren.
Beschäftigte von Hapag-Lloyd hatten wiederholt gegen einen möglichen Verkauf der Traditionsreederei an NOL protestiert. Sie fürchteten den Verlust von Arbeitsplätzen und Kompetenzen. Die Hamburger Bietergruppe, zu der neben Kühne unter anderem auch die Banken M.M.Warburg und HSH Nordbank zählen, will Hapag-Lloyd als eigenständiges Unternehmen in Hamburg halten.
MINDESTPREIS GEHEIM
Der TUI-Konzern hatte im März unter dem Druck von Investoren angekündigt, sich von der größten deutschen Container-Reederei zu trennen. Über den Mindestpreis, den die TUI für die Tochter auf jeden Fall erlösen will, hat TUI-Chef Michael Frenzel bisher Stillschweigen bewahrt. Frenzel hatte betont, er wolle den höchst möglichen Preis für Hapag-Lloyd erzielen. Nach einer Trennung wolle die TUI das Reisegeschäft als alleiniges Standbein ausbauen und dort kräftig investieren. Nach früheren Angaben steht Hapag-Lloyd mit 3,5 Milliarden Euro in den Büchern, die Rede war von möglichen Erlösen zwischen vier und fünf Milliarden Euro. 2004 hatte die TUI den damals geplanten Börsengang von Hapag-Lloyd abgesagt./hoe/gi/stw/DP/stw
ISIN DE000TUAG000 SG1F90001388
AXC0192 2008-10-10/19:18
