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FÜRTH/ESSEN (dpa-AFX) - Beim traditionsreichen Versandhändler Quelle gehen bald die Lichter aus. Nachdem trotz monatelanger Bemühungen kein Käufer für das insolvente Unternehmen gefunden werden konnte, wird Quelle dichtgemacht. "Nach intensiven Verhandlungen mit einer Vielzahl von Investoren sehen Insolvenzverwalter wie Gläubigerausschuss jetzt keine Alternative zur Abwicklung von Quelle Deutschland mehr", teilte der Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg am Montagabend mit. Wann das Kapitel Quelle geschlossen werden soll, steht indes noch nicht fest.
Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi vom Dienstag droht mehr als
6.000 der bundesweit 10.500 Quelle-Mitarbeiter die Arbeitslosigkeit.
Bereits im August mussten 3.100 Beschäftigte gehen. Vergangenen
Freitag erhielten 800 weitere die Kündigung. Es blieb die Hoffnung,
durch die Verschlankung einen Investor für das zum ebenfalls
zahlungsunfähigen Handelskonzern Arcandor
FACTORING KONNTE NICHT GESICHERT WERDEN
Grund für das Scheitern war am Ende das sogenannte Factoring.
Diese für Versandunternehmen typische Art der Vorfinanzierung von
Kundenforderungen übernimmt die Quelle-Hausbank Valovis mit
Unterstützung der BayernLB und der Commerzbank
Der geplante Verkauf von Quelle Deutschland stand von Anfang an unter keinem guten Stern. Für Quelle läuft ebenso wie für Arcandor und anderen Gesellschaften seit 1. September ein Insolvenzverfahren. Das Unternehmen mit Sitz in Fürth ist Teil der Versandsparte Primondo, zu der auch profitable Geschäfte wie Spezialversender (Hess Natur, Baby Walz) und der Homeshopping-Kanal HSE 24 gehören.
JETZT VERKAUF VON EINZELTEILEN
Insolvenzverwalter Görg hatte ursprünglich versucht, die Sparte als Ganzes zu verkaufen. Noch vergangene Woche hieß es, der Verkauf könne bis Ende Oktober über die Bühne gehen. Branchenbeobachter hatten allerdings von Anfang an geunkt, dass es schwierig sein werde, jemanden zu finden, der sich Quelle ans Bein binden wolle. Der Universalversender war seit Jahren das Sorgenkind in der Primondo-Gruppe. Trotz jahrelanger Umstrukturierung hatte das Unternehmen die Wende nie richtig geschafft.
Was nun folgen soll, ist ein Verkauf der Einzelteile von Primondo. Für das nach wie vor gesunde Auslandsgeschäft von Quelle will Görg "unverzüglich" den Verkaufsprozess einleiten. "Die internationalen Gesellschaften verfügen nach wie vor über stabiles Geschäft und sind solide, stabile und zuverlässige Partner - bei Kunden wie bei Lieferanten", sagte der Insolvenzverwalter. Gleiches gelte für HSE 24. Die Spezialversender sollen ihr Geschäft autark weiterführen.
Nach Angaben eines Sprechers der Insolvenzverwaltung wurden bereits die ersten Interessenten telefonisch angesprochen. Namen wollte er allerdings nicht nennen. Der Hamburger Versender Otto hatte bereits in der Vergangenheit seinen Hut für einige Spezialversender in den Ring geworfen./she/stw/wiz
--- Von Simone Hett, dpa-AFX ---
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AXC0089 2009-10-20/13:13
