(neu: Aussagen aus Telefonkonferenz, Analystenstimmen)
WIESBADEN (dpa-AFX) - Der Immobilienfinanzierer Aareal Bank
Die Aktie zog am Vormittag deutlich an und lag zuletzt mit 3,79 Prozent im Plus bei 16,14 Euro. Für Börsianer wie Analysten lagen die Zahlen insgesamt "im Rahmen der Erwartungen". Außerdem beruhigte an der Börse die Bestätigung der wichtigsten Ziele für das Gesamtjahr.
Die Aareal Bank ist als eine der wenigen Banken durchgehend mit schwarzen Zahlen durch die Finanzkrise geschifft. Unterm Strich stand im dritten Quartal ein Gewinn von 6 Millionen Euro. Die Aareal Bank war allerdings im Februar unter den staatlichen Rettungsschirm geschlüpft, um ihre Kapitalausstattung zu stärken. Ohne die Zinsen für die Staatshilfe hätte der Überschuss sogar bei 18 Millionen Euro gelegen und damit höher als im Vorjahr. Dank der vom Staat finanzierten Stillen Einlage von 525 Millionen Euro lag die Kernkapitalquote Ende September bei 10,7 Prozent. Ohne die Staatshilfe hätte sie 8,4 Prozent betragen.
KEIN PLAN FÜR RÜCKZAHLUNG DER STAATSHILFE
Aareal-Bank-Chef Schumacher wollte sich noch nicht festlegen,
wann er das Staatsgeld zurückzahlt. Auch den staatlichen
Garantierahmen will er der Bank weiter erhalten. Die noch
ungenutzten Garantien von zwei Milliarden Euro seien eine
"Versicherung", sagte er. Neben der Stillen Einlage hatte die Aareal
Bank vom Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (Soffin) Garantien
über vier Milliarden Euro erhalten. Damit ist Schumacher
vorsichtiger als die Commerzbank
Die Aareal-Bank kosteten die Zinsen für die Stille Einlage im dritten Quartal rund 12 Millionen Euro. Hinzu kamen 11 Millionen Euro für Garantierahmen, die den Provisionsüberschuss auf 28 Millionen Euro schmälerten. Die Soffin-Kosten seien aber für die Aareal Bank aber tragbar, betonte Schumacher. "Wir sind im laufenden Geschäftsjahr weiterhin voll auf Kurs."
Die Ertragskraft der Bank sei nach wie vor hoch genug, um die Finanzmarktkrise und die Folgen der schwachen Konjunktur aufzufangen. Bei den Erträgen machte dem Institut allerdings das niedrige Zinsumfeld zu schaffen, das sich vor allem auf das Einlagengeschäft auswirkt. Der Zinsüberschuss sank von Juli bis September auf 111 Millionen Euro nach 117 Millionen Euro im Vorjahr.
RISIKOVORSORGE NIEDRIGER ALS ERWARTET
Außerdem muss sich der Immobilienfinanzierer aus Wiesbaden auch mit Millionen gegen mögliche Kreditausfälle wappnen. Im abgelaufenen Quartal sank die Risikovorsorge im Vergleich zum zweiten Quartal zwar auf 36 Millionen Euro, fiel jedoch deutlich höher aus als ein Jahr zuvor. Schumacher sprach aber nach wie vor von einem "beherrschbaren Niveau". Für das Gesamtjahr rechnet der Aareal-Bank-Chef weiterhin mit einer Risikovorsorge von rund 150 Millionen Euro. Auch das Ziel für den Zinsüberschuss sieht dürfte die Bank seiner Einschätzung nach erreichen./gr/stw/zb --- Von Annika Graf, dpa-AFX ---
ISIN DE0005408116
AXC0133 2009-11-10/11:16
