Trotz der verbesserten Aussichten sei die Krise noch nicht überwunden, stellte das Institut klar. "An den Folgen der Krise werden wir noch lange zu tragen haben," sagte DIW-Präsident Klaus Zimmermann. Erst gegen Ende 2011 werde Deutschland wieder die Wirtschaftskraft von Mitte 2008 unmittelbar vor den dramatischen Produktionseinbrüchen erreicht haben. Das entspricht rein rechnerisch mehr als drei Jahren mit Nullwachstum.
Darüber hinaus übten sie Kritik an der Haushalts- und Finanzpolitik der Bundesregierung. Die Vorhaben der Bundesregierung - Abgabensenkung, Steuerreform, Gesundheitsreform und Einhaltung der Schuldenbremse ab 2016 - seien widersprüchlich und kaum realisierbar. Für weitere Steuersenkungen sieht das DIW Berlin keinen Spielraum. So werden die Einnahmen des Staates aus Steuern, Sozialbeiträgen und sonstigen Abgaben bis 2011 auch ohne weitere Steuersenkungen bis 2011 auf 42,5 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung sinken - der niedrigste Wert seit 2001.
