Die Aktien der deutschen Stahlkonzerne
Salzgitter
Analyst Bastian Synagowitz hob die Einschätzung für beide Werte von "Hold" auf "Buy". Der europäische Stahlproduktion stehe vor einer kräftigen Erholung. Die Salzgitter-Aktie sei attraktiv bewertet und zähle zusammen mit dem Titel von ThyssenKrupp in diesem Jahr zu seinen "Top Picks". Das Thyssen-Management habe zudem nach einem enttäuschenden Jahr die richtigen Maßnahmen ergriffen, um Kosten zu senken und die Liquidität zu bewahren.
Belastend wirkte sich für die Thyssen-Papiere aber ein Bericht des "Handelsblatts" aus, wonach die geplante Hütte in Brasilien teurer wird als bislang gedacht. Das Projekt werde nach derzeitigem Stand 5,96 Milliarden Euro kosten, schreibt die Zeitung unter Berufung auf Unternehmenskreise. Zu dem Investitionsbudget von 4,7 Milliarden Euro kämen weiter Ausgaben in Höhe von 1,3 Milliarden Euro. Händler zeigten sich enttäuscht. "Zwar hat ThyssenKrupp bereits ein Belastung des Vorsteuergewinns im mittleren dreistelligen Millionenbereich für Projektkosten in Brasilien angekündigt, der Artikel ist aber nochmals eine negative Überraschung", sagte ein Börsianer. Die Kostenüberschreitungen des neuen Stahlwerks schienen eine "never-ending story" zu werden.
Sal. Oppenheim äußerte sich ebenfalls negativ zu den höheren
Kosten. Zwar könne ThyssenKrupp diese leicht finanzieren, die
Kostenüberschreitungen machten es aber unwahrscheinlicher, dass der
Konzern seine Kapitalkosten für das Projekt verdienen kann,
schrieben die Analysten, die ihre vorsichtige "Reduce"-Einschätzung
bestätigt sehen. ThyssenKrupp investiere etwa 1.200 Euro je Tonne in
die neuen Kapazitäten, Konkurrent ArcelorMittal
ISIN DE0006202005 DE0007500001
AXC0056 2010-01-19/10:04
