Weinheim / Sils im Engadin (ots) - Ist die Marktwirtschaft zum Wachstum verdammt? Prof. Dr. Hans Christoph Binswanger (Universität Sankt Gallen) und Dr. Dominik Enste vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln beantworteten diese Frage auf der Podiumsdiskussion der Wirtschaftsgilde gegensätzlich. Die Diskussion war ein Höhepunkt der 61. Wintertagung des evangelischen Arbeitskreises für Wirtschaftsethik und Sozialgestaltung. Die Veranstaltung findet vom 6. bis zum 13. Februar in Sils Maria im Engadin statt. Sie steht unter dem Thema "Wirtschaft ohne Wachstum - Wo ist das Problem?"
Weitgehend einig waren sich Referenten und Zuhörer darüber, dass es keine verantwortbaren Alternativen zur Marktwirtschaft gibt und dass Wachstum für deren Funktionieren grundlegend ist. Für Binswanger geht mit dem Wachstumszwang in der gegenwärtigen Marktwirtschaftsform der Zwang zur Gewinnmaximierung einher. Hier sieht er die Wurzel der gegenwärtigen Finanzkrise und der sich anbahnenden ökologischen Krise. Nachhaltiges Wirtschaften wird in einer auf Gewinnmaximierung ausgerichteten Wirtschaft gerade nicht vom Markt honoriert. Die Umstellung auf ein nachhaltiges Wachstum verlangt seiner Überzeugung nach einschneidende Maßnahmen wie eine radikale Reform der Zentralbanken und des Aktienrechtes.
Weitreichenden Eingriffen steht Dr. Dominik Enste vom Institut der deutschen Wirtschaft kritisch gegenüber. Er sagt: "Wachstum ist ein Schlüssel für unseren Wohlstand, der sich in den letzten 60 Jahren von rund 5.000 Euro pro Kopf auf fast 30.000 Euro pro Kopf versechsfacht hat. Die Wirtschaft wächst am besten in Märkten, die unternehmerischen Spielraum gewähren. Damit rede ich keineswegs einem unkontrollierten Markt das Wort. Wir müssen die Menschen darin bestärken, ethisch zu handeln statt der Marktwirtschaft staatliche Fesseln anzulegen, die als Wohlstandsbremse wirken. Denn auch der Staat kann nicht in die Zukunft blicken und sollte sich deshalb mit der Festlegung der Rahmenbedingungen begnügen. Neben Marktversagen gibt es eben auch Staatsversagen!"
Mehr Infos unter www.wirtschaftsgilde.de/Tagungen/Termine/Berichte .
Die Wirtschaftsgilde:
Die Wirtschaftsgilde wurde 1948 in der Evangelischen Akademie Bad Boll mit dem Ziel gegründet, der Diskussion um die ethische Fundierung wirtschaftlichen Handelns einen Rahmen zu geben. Diesem Ziel ist die Wirtschaftsgilde als evangelischer Arbeitskreis für Wirtschaftsethik und Sozialgestaltung bis heute verpflichtet. In der Wirtschaftsgilde begegnen sich Menschen, die ihrer persönlichen Verantwortung in Unternehmen und ihrer gesellschaftlichen Verpflichtung aus christlicher Orientierung gerecht werden wollen. www.wirtschaftsgilde.de
Originaltext: Wirtschaftsgilde e.V. - Evangelischer Arbeitskreis für Wirtschaftsethik und Sozialgestaltung Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/78750 Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_78750.rss2
Pressekontakt: Hans Füller Vorsitzender der Wirtschaftsgilde e.V. Wienkoop Straße 12 69469 Weinheim 06201 / 961847 wirtschaftsgilde@web.de
Weitgehend einig waren sich Referenten und Zuhörer darüber, dass es keine verantwortbaren Alternativen zur Marktwirtschaft gibt und dass Wachstum für deren Funktionieren grundlegend ist. Für Binswanger geht mit dem Wachstumszwang in der gegenwärtigen Marktwirtschaftsform der Zwang zur Gewinnmaximierung einher. Hier sieht er die Wurzel der gegenwärtigen Finanzkrise und der sich anbahnenden ökologischen Krise. Nachhaltiges Wirtschaften wird in einer auf Gewinnmaximierung ausgerichteten Wirtschaft gerade nicht vom Markt honoriert. Die Umstellung auf ein nachhaltiges Wachstum verlangt seiner Überzeugung nach einschneidende Maßnahmen wie eine radikale Reform der Zentralbanken und des Aktienrechtes.
Weitreichenden Eingriffen steht Dr. Dominik Enste vom Institut der deutschen Wirtschaft kritisch gegenüber. Er sagt: "Wachstum ist ein Schlüssel für unseren Wohlstand, der sich in den letzten 60 Jahren von rund 5.000 Euro pro Kopf auf fast 30.000 Euro pro Kopf versechsfacht hat. Die Wirtschaft wächst am besten in Märkten, die unternehmerischen Spielraum gewähren. Damit rede ich keineswegs einem unkontrollierten Markt das Wort. Wir müssen die Menschen darin bestärken, ethisch zu handeln statt der Marktwirtschaft staatliche Fesseln anzulegen, die als Wohlstandsbremse wirken. Denn auch der Staat kann nicht in die Zukunft blicken und sollte sich deshalb mit der Festlegung der Rahmenbedingungen begnügen. Neben Marktversagen gibt es eben auch Staatsversagen!"
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Die Wirtschaftsgilde:
Die Wirtschaftsgilde wurde 1948 in der Evangelischen Akademie Bad Boll mit dem Ziel gegründet, der Diskussion um die ethische Fundierung wirtschaftlichen Handelns einen Rahmen zu geben. Diesem Ziel ist die Wirtschaftsgilde als evangelischer Arbeitskreis für Wirtschaftsethik und Sozialgestaltung bis heute verpflichtet. In der Wirtschaftsgilde begegnen sich Menschen, die ihrer persönlichen Verantwortung in Unternehmen und ihrer gesellschaftlichen Verpflichtung aus christlicher Orientierung gerecht werden wollen. www.wirtschaftsgilde.de
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