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Metro spricht derzeit nicht über Verkauf von Real Deutschland - FAZ

DJ Metro spricht derzeit nicht über Verkauf von Real Deutschland - FAZ

FRANKFURT (Dow Jones)--Die Metro AG verhandelt derzeit nicht über einen Verkauf von Real Deutschland. "Es gibt keinen Datenraum", sagte der Vorstandsvorsitzende des Düsseldorfer Handelskonzerns, Eckhard Cordes, im Gespräch mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ - Dienstagsausgabe) mit Blick auf entsprechende Marktgerüchte. Am Jahresende will der Metro-Vorstand anhand belastbarerer Daten eine Entscheidung darüber treffen, ob an dem Geschäft festgehalten wird oder nicht.

Für Cordes ist es eine Frage der genauen Abwägung, in welche Geschäfte künftig die knappen Ressourcen gelenkt werden sollen. Cash & Carry hat auf dem Heimatmarkt zwar mit Umsatz- und Ertragsproblemen zu kämpfen, ist laut Cordes aber international als Weltmarktführer gut aufgestellt. Media Markt-Saturn kann nach seinen Worten auf eine Marktführerschaft in Europa aufbauen. "Bei beiden haben wir exzellente Wachstumschancen, sind wir in Profilierung und Positionierung weniger angreifbar", so Cordes' Resümee.

Metro werde "mit der gebotenen Sorgfalt prüfen, ob wir auf lange Sicht zwei oder drei große Geschäftsfelder intensiv weiterverfolgen. Am Ende muss alles in die internationale Wachstumsstrategie passen", sagte Cordes weiter. Die Optionen in den Wachstumsmärkten besser wahrnehmen zu können, ist nach seinen Worten auch einer der wesentlichen Gründe für die Aufteilung des Cash & Carry-Geschäftes in die beiden Bereiche Europa/Mittlerer Osten und Nordafrika einerseits und Asien/Neue Märkte andererseits. Vor allem in China sieht er Chancen: "Neben Westeuropa sind China und Russland die Märkte, die über das Schicksal des Unternehmens bestimmen werden."

Hinsichtlich eines Verkaufs von Kaufhof will sich Cordes zeitlich zwar nicht festlegen, er deutete im Gespräch mit der "FAZ" aber an, dass nunmehr wegen der von dem Insolvenzverwalter von Karstadt gesetzten Fristen eine Lösung im deutschen Warenhaus-Segment "näher rücken könnte". Der Insolvenzverwalter will bis Ende April einen Investor für Karstadt präsentieren.

Cordes sieht in Kaufhof, das nicht zur langfristigen Internationalisierungsstrategie des DAX-Konzerns passt, ein interessantes Angebot für neue Eigentümer, die dieses eher nationale Handelsformat weiterentwickeln wollen. Dies könnten, so der Manager, "sowohl Finanzinvestoren als auch strategische Investoren oder auch eine Kombination aus beiden sein." Dabei habe Metro für die Kölner Tochtergesellschaft "bestimmte Vorstellungen über den Wert einschließlich der Immobilien." Seine Mindestvorstellungen nannte Cordes allerdings nicht.

Mit vielen Fragezeichen behaftet sind für Cordes die Szenarien, die sich nach einem Verkauf von Karstadt eröffnen. "Angenommen, ein Investor erwirbt Karstadt voll, wird er dann Interesse daran haben, etwas mit uns gemeinsam zu machen?", sagte Cordes. Was passiere, wenn jemand Karstadt kaufe und anschließend nicht den Zuschlag bei Kaufhof erhalte? "Dann hat der doch mit Zitronen gehandelt", so Cordes.

Laut Cordes spielt Metro derzeit keine aktive Rolle in dem Prozess, zumindest solange, wie der Insolvenzverwalter auf der Bedingung bestehe, nur Bieter für Karstadt als Ganzes zu akzeptieren. "Wir haben deshalb auch nicht in die Bücher geschaut und daher keine weiteren Informationen über Karstadt." Grundsätzlich rede man mit jedem, der Interesse an der Bildung eines gemeinsamen Unternehmens habe. Konkrete Gespräche über einen Verkauf von Kaufhof oder einen etwaigen Verkaufsprozess gebe es derzeit nicht, versicherte der Manager.

Webseite: www.faz.net 
   DJG/brb/has 
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(END) Dow Jones Newswires

March 22, 2010 14:56 ET (18:56 GMT)

Copyright (c) 2010 Dow Jones & Company, Inc.

© 2010 Dow Jones News
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