EMFIS.COM - Morgen ist es soweit: China gibt den Anstieg des Bruttoinlandsprodukts im zweiten Quartal bekannt. Nicht nur die asiatischen Börsianer erwarten diese Kennzahl mit Spannung. Da Chinas Wirtschaft inzwischen auch global eine wichtige Größe ist, werden die Daten auch an den Aktienbörsen weltweit sowie an den Rohstoffmärkten für viel Aufsehen sorgen.
Die Konsensschätzungen liegen bei einem Anstieg der Wirtschaftsleistung Chinas um 10,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im ersten Quartal hatte das Wachstum zwar mit 11,2 Prozent über diesem Niveau gelegen. Allerdings war der Jahres-Vergleich mit dem ersten Quartal 2009 auch besonders vorteilhaft, denn seinerzeit litt auch das Reich der Mitte schwer an den Folgen der globalen Finanzkrise.
Im zweiten Quartal 2009 schlug sich in China dann bereits der Einfluss des Konjunkturprogramms und der lockeren Geldpolitik stark nieder. Und schon im dritten Quartal 2009 begann Peking, die Maßnahmen zur Ankurbelung der Wirtschaft wieder moderat zurückzunehmen. Seitdem hat sich auch die Wachstumsdynamik etwas verringert, bis es dann in Q1 2010 nochmals zu einem überraschenden Schub kam.
Zuletzt bemühte sich die Regierung, durch eine fortgesetzte Drosselung der Bankenkreditvergabe und des Immobilienmarktes die Binnenkonjunktur weiter zu dämpfen. Dies hat bereits erste Wirkung gezeigt. Das Wachstum bei den ausgereichten Bankkrediten verringerte sich im Juni gegenüber Mai von 21,5 auf 18,5 Prozent. Daneben ging der Anstieg bei der Geldmenge M2 im gleichen Zeitraum von 21 auf 18,5 Prozent zurück.
Diese Maßnahmen sind bitter nötig, um Überhitzungstendenzen und einer steigenden Inflation entgegen zu treten. Zwar lag die Steigerungsrate bei den Verbraucherpreisen zuletzt nur bei moderaten 3,1 Prozent, was angesichts des robusten Wachstums erstaunlich niedrig ist. Der Trend geht aber nach oben, so dass ein Gegensteuern ratsam erscheint. Insbesondere würden deutlich steigende Preise dem Ziel der Regierung widersprechen, Wohlstand für eine möglichst breite Schicht der Bevölkerung zu schaffen, und die Wirtschaft dadurch unabhängiger vom Export in den (immer noch angeschlagenen) Westen zu machen.
Vorerst kann sich das Land ein solches Vorgehen auch durchaus leisten, denn das Exportgeschäft brummt wieder. Im Juni zogen die Ausfuhren Chinas um 43,9 Prozent an. Dies kam umso überraschender, als viele Analysten wegen der Griechenland-Problematik und dem schwachen Euro einen Rückgang der Ausfuhren in die Eurozone prophezeit hatten. Stattdessen stiegen die Exporte in die EU im Juni weiter auf 27,2 Milliarden Dollar nach 25,9 Milliarden Dollar im Vorjahr. Nicht zuletzt dies führte dazu, dass das Reich der Mitte im Juni einen Handelsbilanzüberschuss von 20 Milliarden Dollar auswies (Mai: 19,5 Milliarden Dollar).
Der Export-Boom könnte demnach morgen beim Bruttoinlandsprodukt für eine positive Überraschung sorgen. Potentielle Belastungsfaktoren sind aber im Gegenzug der Rückgang der staatlichen Investitionen und die abgewürgte Immobilienwirtschaft. Immerhin: Eine konjunkturelle Abkühlung ist von den Wirtschaftslenkern in Peking durchaus beabsichtigt - und auch mit Wachstumsraten im hohen einstelligen Prozentbereich sollte China in Zukunft gut leben können.
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Die Konsensschätzungen liegen bei einem Anstieg der Wirtschaftsleistung Chinas um 10,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im ersten Quartal hatte das Wachstum zwar mit 11,2 Prozent über diesem Niveau gelegen. Allerdings war der Jahres-Vergleich mit dem ersten Quartal 2009 auch besonders vorteilhaft, denn seinerzeit litt auch das Reich der Mitte schwer an den Folgen der globalen Finanzkrise.
Im zweiten Quartal 2009 schlug sich in China dann bereits der Einfluss des Konjunkturprogramms und der lockeren Geldpolitik stark nieder. Und schon im dritten Quartal 2009 begann Peking, die Maßnahmen zur Ankurbelung der Wirtschaft wieder moderat zurückzunehmen. Seitdem hat sich auch die Wachstumsdynamik etwas verringert, bis es dann in Q1 2010 nochmals zu einem überraschenden Schub kam.
Zuletzt bemühte sich die Regierung, durch eine fortgesetzte Drosselung der Bankenkreditvergabe und des Immobilienmarktes die Binnenkonjunktur weiter zu dämpfen. Dies hat bereits erste Wirkung gezeigt. Das Wachstum bei den ausgereichten Bankkrediten verringerte sich im Juni gegenüber Mai von 21,5 auf 18,5 Prozent. Daneben ging der Anstieg bei der Geldmenge M2 im gleichen Zeitraum von 21 auf 18,5 Prozent zurück.
Diese Maßnahmen sind bitter nötig, um Überhitzungstendenzen und einer steigenden Inflation entgegen zu treten. Zwar lag die Steigerungsrate bei den Verbraucherpreisen zuletzt nur bei moderaten 3,1 Prozent, was angesichts des robusten Wachstums erstaunlich niedrig ist. Der Trend geht aber nach oben, so dass ein Gegensteuern ratsam erscheint. Insbesondere würden deutlich steigende Preise dem Ziel der Regierung widersprechen, Wohlstand für eine möglichst breite Schicht der Bevölkerung zu schaffen, und die Wirtschaft dadurch unabhängiger vom Export in den (immer noch angeschlagenen) Westen zu machen.
Vorerst kann sich das Land ein solches Vorgehen auch durchaus leisten, denn das Exportgeschäft brummt wieder. Im Juni zogen die Ausfuhren Chinas um 43,9 Prozent an. Dies kam umso überraschender, als viele Analysten wegen der Griechenland-Problematik und dem schwachen Euro einen Rückgang der Ausfuhren in die Eurozone prophezeit hatten. Stattdessen stiegen die Exporte in die EU im Juni weiter auf 27,2 Milliarden Dollar nach 25,9 Milliarden Dollar im Vorjahr. Nicht zuletzt dies führte dazu, dass das Reich der Mitte im Juni einen Handelsbilanzüberschuss von 20 Milliarden Dollar auswies (Mai: 19,5 Milliarden Dollar).
Der Export-Boom könnte demnach morgen beim Bruttoinlandsprodukt für eine positive Überraschung sorgen. Potentielle Belastungsfaktoren sind aber im Gegenzug der Rückgang der staatlichen Investitionen und die abgewürgte Immobilienwirtschaft. Immerhin: Eine konjunkturelle Abkühlung ist von den Wirtschaftslenkern in Peking durchaus beabsichtigt - und auch mit Wachstumsraten im hohen einstelligen Prozentbereich sollte China in Zukunft gut leben können.
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