Mit den steigenden Aktienkursen und der Angst vor steigenden Leitzinsen der Notenbanken wegen zunehmender Inflationstendenzen ist die allgemeine Meinung vieler Anlagestratege ziemlich klar. Anleihen gelten als hochgradig riskant, Aktien bieten klar die besseren Chancen. Dr. Harald Preißler, Chefvolkswirt und Leiter des Anlagemanagements der Schweizer Bantleon Bank AG, sieht das ganz anders.
Man könnte jetzt sagen, dass muss er auch, denn sein Institut ist auf Rentenfonds spezialisiert. Aber er berichtet: "Unsere institutionellen Kunden kaufen jetzt verstärkt langlaufende Staats- und Unternehmensanleihen". Für Preißler ist klar: "Der konjunkturelle Hochpunkt ist durchschritten, in den nächsten 12 Monaten kühlt die Wirtschaft ab." In seinem Szenario werden die Notenbanken nur in Trippelschritten an der Zinsschraube drehen, wenn überhaupt. Für die Aktien- und Rohstoffmärkte bringt das jedoch keine Erleichterung, im Gegenteil: "Der Rallye von Aktien, Rohstoffen und Unternehmensanleihen geht die Puste aus". Deshalb, so schätzt er, werden erstklassige Rentenpapiere wieder interessant: "Finger weg von Aktien – Anleihen kaufen" ist sein Rat. Seine Erwartung: "Die Zinsen bleiben tief, die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen dürfte wieder unter 3,00% fallen.
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