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Von Heide Oberhauser-Aslan DOW JONES NEWSWIRESFRANKFURT (Dow Jones)--Die Bayer AG kann einen Fortschritt bei ihrem Augenmittel VEGF Trap-Eye vermelden. Bayer HealthCare habe bei der europäischen Arzneimittelbehörde EMA den Zulassungsantrag für das Augenmedikament zur Behandlung der feuchten altersbedingten Makula-Degeneration (AMD) eingereicht, erklärte der Pharma- und Chemiekonzern am Dienstag. Trotz bereits am Markt befindlicher Konkurrenzprodukte von Novartis und Roche rechnen Analysten im Falle der Zulassung in den geplanten Indikationen mit einem stattlichen Umsatzbeitrag für Bayer von bis zu 500 Mio EUR. Nicht eingerechnet sind hier mögliche US-Umsätze des Mittels, denn in den USA hält der Entwicklungspartner Regeneron die exklusiven Rechte an dem Präparat.
Die Gewinne außerhalb der USA werden laut Bayer 50:50 mit dem Partner geteilt. Allerdings muss Regeneron bei Zulassung eines VEGF Trap-Eye-Produkts in einem großen nationalen Markt außerhalb der Vereinigten Staaten von seinem Anteil an den Gewinnen die bei Bayer angefallenen Entwicklungskosten zur Hälfte erstatten.
Auch in den USA läuft bereits das Zulassungsverfahren. Im Februar 2011 hatte Partner Regeneron eine "Biologics License Application" für die Vermarktung des Augenmittels zur Behandlung von AMD bei der US-Gesundheitsbehörde FDA eingereicht und ein beschleunigtes Zulassungverfahren erhalten. Mit einer Entscheidung der FDA wird am 20. August gerechnet.
Bayer und Regeneron arbeiten an der Entwicklung des Augenmittels in weiteren Indikationen. Neben der feuchten AMD wird das Medikament zur Behandlung des Zentralvenenverschlusses der Netzhaut (CRVO) erforscht sowie zur Bekämpfung des diabetischen Makula-Ödems (DME) und der choroidalen Neovaskularisation bei starker Kurzsichtigkeit. In diesen Indikationen laufen derzeit Phase-III-Studien.
Analysten sehen angesichts des Wettbewerbs noch ein Umsatzpotenzial von einem niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Betrag bis zu 500 Mio EUR für Bayer. Das Unternehmen selbst beziffert die möglichen Einnahmen auf 250 Mio EUR bis 500 Mio EUR. Die relativ große Spanne ist Ausdruck der Unsicherheit der Marktbeobachter über die künftige Positionierung von VEGF Trap-Eye unter den Konkurrenzprodukten.
Am europäischen Markt zugelassen ist bereits das Mittel Lucentis von Novartis, die 2010 etwa 1,6 Mrd USD mit dem Medikament erlöste. Die US-Rechte an dem Mittel hält Roche. Das Krebsmittel Avastin von Roche hat zwar keine Zulassung in Europa für den Gebrauch in der Augenheilkunde, wird dort aber dennoch auf breiter Front angewendet, da es deutlich billiger aber ähnlich wirksam ist wie das Novartis-Medikament. Analysten gehen davon aus, dass sich Bayer mit VEGF Trap-Eye preislich zwischen den beiden Produkten ansiedeln kann.
-Von Heide Oberhauser-Aslan, Dow Jones Newswires +49 (0)69 29725 113, heide.oberhauser@dowjones.com DJG/hoa/sha(END) Dow Jones Newswires
June 07, 2011 07:41 ET (11:41 GMT)
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