ATHEN (Dow Jones)--Die Gespräche zwischen Griechenland und der Troika aus EU, Internationalem Währungsfonds (IWF) und Europäischer Zentralbank werden nach Angaben des Chefs der IWF-Mission in einigen Tagen abgeschlossen ein. "Die Verhandlungen über das neue Kreditprogramm werden sehr bald beendet sein", sagte Poul Thomsen der Zeitung Kathimerini. Es handele sich um eine Angelegenheit von Tagen.
Die Äußerung Thomsens bekräftigt ähnlich lautende Kommentare von Seiten Griechenlands und der EU. Bei den Gesprächen geht es um die Bedingungen für das zweite Hilfspaket, das die Finanzierung des Eurolandes bis Ende 2015 sicherstellt. Die Trioka fordert einschneidende Strukturreformen von der Regierung, bevor es weitere Kredite geben wird.
Gleichzeitig versucht die Regierung um Ministerpräsident Lucas Papademos mit ihren privaten Gläubigern ein Abkommen über einen Schuldenerlass von nominal 50 Prozent zu erzielen. Dieses gilt als wichtige Voraussetzung für den zweiten Rettungsschirm. Nur wenn abzusehen ist, dass die Schuldenlast auf ein verträgliches Niveau gedrückt werden kann, sollen neue Hilfsgelder fließen.
IWF-Missionschef Thomsen forderte auch die öffentlichen Gläubiger Griechenlands auf, Abschreibungen auf Staatsanleihen zu akzeptieren. Ansonsten sei ein nachhaltiger Schuldenschnitt nicht zu erreichen. Mit rund 40 Milliarden Euro im Portfolio ist die EZB der größte öffentliche Investor. Bisher lehnt die Notenbank eine Beteiligung am Schuldenschnitt aber vehement ab.
Dem Mittelmeerland sitzt die Zeit im Nacken, weil es Mitte März Anleihen im Volumen von über 14 Milliarden Euro zurückzahlen muss. Selbst bei einer schnellen Einigung mit der Troika könnte es eng werden, weil die Beschlüsse mehrere Wochen geprüft werden müssen.
Von Alkman Granitsas, Dow Jones Newswires, +49 (0)69 29725 300, konjunktur@dowjones.com DJG/DJN/chg/smh
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February 01, 2012 05:15 ET (10:15 GMT)
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