Ein Expertenteam direkt im Produktionswerk
von Bombardier
Eigentlich sollten bereits 178 "Talent-2"-Züge ausgeliefert sein. Abgenommen hat die Bahn vorerst 34. Davon sind laut Grube vier in Nürnberg und bei der Moselbahn im Einsatz, mit den übrigen werden vorerst Schulungsfahrten absolviert. Die Bahn braucht die neuen Züge dringend, da vor allem im Winter Reserven knapp sind, wenn bei Eis und Schnee mehr Fahrzeuge mit Störungen ausfallen. Ramsauer machte deutlich, dass auch Zulassungsprozesse beim Eisenbahn-Bundesamt deutlich effektiver werden müssten.
Die ohnehin prekäre Situation habe sich nochmals verschärft, sagte der Bahnchef. Von vier georderten Baureihen sei nur eine zugelassen. Belastbare Lieferpläne für jedes Fahrzeug gebe es nicht. Software- Probleme, deretwegen vorerst teilweise zwei Lokführer nötig seien, sollten immerhin bald behoben sein. Nicht bei allen Modellen sei die vorgesehen Höchstgeschwindigkeit von 160 Stundenkilometern gewährleistet. Für Bremsenprobleme bei bestimmten Zügen gebe es vorerst keine Lösung. "Für uns ist das ein nicht akzeptabler Zustand". Kunden bekämen dies mit mangelnder Pünktlichkeit und weniger Komfort zu spüren.
Bomardier-Deutschlandchef Klaus Baur sagte, die Zulassung von 14 Regionalzügen zur Anbindung des Hauptstadtflughafens habe Priorität. Die Planungen seien nun so abgestimmt, dass der Zieltermin am 3. Juni erreicht werde. Demnach müssen die Fahrzeuge bis Ende April geliefert werden, dann ist ein Probebetrieb geplant. Daneben sei vorgesehen, bis Ende März fehlende Züge nach Nürnberg und für die Moselbahn zu liefern. Ein Grund für Zulassungsverzögerungen sei, dass immer wieder neue Auflagen für Nachweise gemacht worden seien.
Ramsauer mahnte an, die modernen Züge für den Hauptstadtflughafen seien ein Vorhaben von "nationaler Tragweite". Er erwäge, dass bei der geplanten Arbeitsgruppe im Bombardier-Werk im brandenburgischen Hennigsdorf auch Ministeriumsexperten als Beobachter präsent sein sollten./sam/DP/fn
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AXC0195 2012-02-07/15:47
