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UPDATE: Nestle lässt Schuldenkrise kalt - Kaffee geht immer

--2012 wird nicht einfacher als Vorjahr

--Ziel unverändert bei 5 bis 6 Prozent organisches Wachstum

--Stillschweigen zu möglichem Gebot für Pfizer-Sparte

(durchgehend neu)

Von John Revill und Barbara Millner 
   DOW JONES NEWSWIRES 
 

VEVEY (Dow Jones)--Nestle fürchtet die Euro-Schuldenkrise nicht. Denn die Verbraucher werden auch weiterhin Kaffee trinken und Schokolade essen. Außerdem setzt der schweizerische Nahrungsmittelkonzern inzwischen verstärkt auf die wachsenden Schwellenländer.

Für 2012 ist das Unternehmen nach Aussage des Vorstandsvorsitzenden Paul Bulcke gut positioniert. Die Zuversicht, den widrigen Bedingungen zu trotzen, beruht unter anderem auf innovativen Produkten über alle Marktsegmente hinweg. Allerdings wird das Wachstum nicht mehr so stark ausfallen wie im vergangenen Jahr als Nestle ein organisches Umsatzplus von 7,5 Prozent erreichte. Für das laufende Jahr zielt der Konzern auf einen Anstieg von zwischen 5 und 6 Prozent.

Gut voran kam Nestle im Gegensatz zum Wettbewerber Danone auch bei der operativen Marge. Sie stieg im fortgeführten Geschäft und bei konstanten Wechselkursen um 90 Basispunkte auf 15,0 Prozent. Damit überflügelt Nestle den Konkurrenten aus Frankreich, der einen Rückgang auf 14,7 Prozent von 15,6 Prozent hinnehmen musste. Und anders als bei Danone soll die Marge auch 2012 weiter zulegen.

Der Markt ist erfreut über die Entwicklung bei Nestle. Die Aktie gewinnt 1,5 Prozent und entzieht sich damit dem negativen Trend des Gesamtmarktes. "Die Erlöse haben sich besser als erwartet entwickelt", sagt Analyst Jon Cox. Das Geschäft in Nord- und Südamerika habe sich im vierten Quartal deutlich beschleunigt. Den Ausblick für 2012 bezeichnete er als "beruhigend".

2011 profitierte Nestle sowohl von höheren Preisen als auch von gestiegenen Absatzmengen. Besonders gefragt waren weiterhin die Nespresso-Kaffeekapseln, mit mehr als 20 Prozent der Spitzenreiter beim organischen Wachstum. Mit einem Nettogewinn von knapp 9,5 Milliarden Schweizer Franken schnitt der Anbieter von Nescafe und Kit-Kat-Schokolade 2011 besser ab als von Analysten erwartet. Allerdings zehrte der starke Franken einen Teil des Gewinns auf.

2010 hatte Nestle noch einen Gewinn von 34,23 Milliarden Franken erzielt. Mit 24,54 Milliarden Franken lieferte seinerzeit der Augenheilmittelhersteller Alcon einen dicken Batzen. Das Geschäft hat Nestle inzwischen an die schweizerische Pharmafirma Novartis verkauft.

In den Schwellenländern erzielte Nestle ein zweistelliges Umsatzwachstum: Die Region Asien, Ozeanien und Afrika glänzte mit 11,4 Prozent. Dort sieht der Konzern weiteres Potenzial. So erwarb Nestle Ende des vergangenen Jahres Beteiligungen von jeweils 60 Prozent an den chinesischen Unternehmen Hsu Fu Chi und Yinlu Foods, Anbieter von Süßwaren bzw trinkfertiger Erdnussmilch und trinkfertigem Reisbrei. Europa lieferte trotz Schuldenkrise immer noch ein organisches Wachstum von 4 Prozent.

Ob künftig auch die Palette der Babynahrung größer wird, ließ Nestle offen. Unter Analysten wird der Konzern zusammen mit Danone als Favorit für die von Pfizer zum Verkauf gestellte Sparte gehandelt. Der Pfizer-Bereich, der Kindernahrung der Marke SMA Gold produziert, setzte zuletzt 1,9 Milliarden US-Dollar um und bringt es auf eine Wachstumsrate von rund 8 Prozent. Rund 60 Prozent der Einnahmen kommen aus Asien, 30 Prozent auf Europa, vor allem Großbritannien, und 10 Prozent aus Lateinamerika. Allerdings müsste Nestle viel Geld in die Hand nehmen: Bis zu 10,5 Milliarden Dollar dürften auf dem Preisschild stehen, schätzen Analysten.

-Von John Revill und Barbara Millner, Dow Jones Newswires; 
+49 (0)69 29725 102, unternehmen.de@dowjones.com 
DJG/DJN/bam/sha 

(END) Dow Jones Newswires

February 16, 2012 06:59 ET (11:59 GMT)

Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.

© 2012 Dow Jones News
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