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France Telecom bereitet Investoren auf Dividendenkürzung vor

PARIS (Dow Jones)--Die Zeiten für die dividendenverwöhnten Investoren bei Telekomunternehmen werden härter. Nach Telefonica kündigte am Mittwoch als zweites Telekom-Schwergewicht die France Telecom SA an, ihren Aktionären künftig weniger zu zahlen. Für das vergangene Jahr haben Anleger trotz des Gewinnrückgangs bei den Franzosen noch nichts zu befürchten. Ab 2012 fließt jedoch wohl weniger Geld.

Für das vergangene Jahr bekräftigte France Telecom ihre Absicht, 1,40 Euro je Aktie auszuschütten. Investoren kommen damit beim aktuellen Aktienkurs auf eine Dividendenrendite von gut 12 Prozent. Wegen des mageren Wachstums hatte zuletzt vor allem die hohe Ausschüttung als Argument dafür gegolten, Aktien der europäischen Telekomkonzerne zu kaufen. Doch das schwierige Marktumfeld zwingt die Unternehmen immer mehr, künftig weniger zu zahlen.

Um die eigene Liquidität zu schützen, kündigte France Telecom an, ab 2012 nur noch 40 bis 45 Prozent des operativen Cash-Flow an die Aktionäre auszuschütten. Bei einem erwarteten Barmittelzufluss von operativ 8 Milliarden Euro haben Aktionäre 2012 also mit einer Dividendensumme von 3,2 bis 3,6 Milliarden Euro zu rechnen. Für das vergangene Jahr kommt die Ausschüttung noch auf ein Volumen von 3,7 Milliarden Euro.

Es ist der hohe Wettbewerb in der Telekombranche, der den Unternehmen zu schaffen macht. Die strengere Regulierung macht es den ehemaligen Monopolisten von Jahr zu Jahr schwerer, gegen die Konkurrenz und die fallenden Preise anzukommen. Hinzu kommt in einigen Ländern eine steigende Steuerbelastung.

Angesichts dieses Umfelds ging der operative Cash-Flow bei France Telecom - die Größe zur Berechnung der Dividende - im vergangenen Jahr auf 9,3 von 10,1 Milliarden Euro zurück. Der Nettogewinn fiel sogar um 20% auf 3,9 Milliarden Euro. France Telecom verfehlte damit die Erwartungen der Analysten, die mit 300 Millionen Euro mehr gerechnet hatten.

Neben dem harten Wettbewerb in Europa führte France Telecom den Gewinnrückgang auf die Unruhen in Nordafrika und an der Elfenbeinküste zurück. Dort hatte der "Arabische Frühling" ein geordnetes Geschäft schwierig gemacht.

Beim dem von Analysten viel beachteten operativen Ergebnis EBITDA schnitt France Telecom aber etwas besser ab als erwartet. Diese Kennziffer fiel nur um knapp 4 Prozent auf 15,1 Milliarden Euro. Das waren 50 Millionen mehr als von den Experten geschätzt.

-Von Geraldine Amiel und Jürgen Hesse, Dow Jones Newswires; 
+49 (0)69 29725 104, unternehmen.de@dowjones.com 
DJG/DJN/jhe/kla 
 

(END) Dow Jones Newswires

February 22, 2012 03:30 ET (08:30 GMT)

Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.

© 2012 Dow Jones News
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