Die Börse bleibt als Notausgang für Anleger offener Immobilienfonds gefragt: Auch im Februar dominierte die Fondsgattung den den Handel an der Börse Hamburg, wie aus der am Mittwoch veröffentlichten Monatsstatistik hervorgeht. Insgesamt wechselten im vergangenen Monat Fondsanteile im Volumen von 98,9 Millionen Euro den Besitzer (Vormonat: 114,8 Millionen Euro). Alleine 18,3 Millionen Euro Umsatz verbuchte der auf der Kippe stehende Immobilienfonds CS Euroreal. Auf den Plätzen zwei und drei der Umsatzstatistik folgen mit SEB Immoinvest (13,9 Millionen Euro) und Kanam Grundinvest (6,1 Millionen Euro) weitere Immobilienfonds, die für Mittelabzüge gesperrt sind.
"In den offenen Immobilienfonds waren die Umsätze erneut besonders hoch", kommentiert Niklas Breckling, Makler bei der Wertpapierhandelsbank Schnigge, die Entwicklung im Februar. "Vor allem die Frage, ob die drei Immobilienfonds KanAm grundinvest, CS Euroreal und SEB ImmoInvest wieder öffnen oder aufgelöst werden, hat den Fondshandel im Februar bewegt." Im Fall des Kanam Grundinvest gab die Fondsgesellschaft am Morgen des 29. Februars bekannt, dass der Fonds abgewickelt werde. Unter dem Strich bilden die drei Fonds nach Umsatz einmal mehr die Tabellenspitze.
Spätestens im Mai entscheidet sich, ob der CS Euroreal und der SEB ImmoInvest wieder öffnen oder aufgelöst werden müssen. Dann läuft die maximale gesetzliche Schonfrist aus, während der Fondsanbieter die Anteilsrücknahme aussetzen dürfen. "Nicht nur aus Sicht der Börse wäre eine Auflösung sehr bedauerlich", sagt Thomas Ledermann, Geschäftsführer der Börse Hamburg. Denn der Grundgedanke, sich schon mit relativ geringen Beträgen an Immobilienvermögen beteiligen zu können, sei gerade auch für Privatanleger weiterhin wichtig und gut. "Ganz entscheidend wird es jedoch darauf ankommen, ob es gelingt, das Vertrauen der Anleger in diese Assetklasse wieder herzustellen."
Auch das zweite Hilfspaket für Griechenland hat den Fondshandel im Februar bewegt. "Aktienfonds waren schwer im Kommen - hier war eine deutlich stärkere Nachfrage zu sehen", erläutert Schnigge-Makler Breckling. Der positive Beschluss über das Rettungspaket sei zwar schon seit längerem eingepreist gewesen. Aber einige Anleger hätten wieder Mut gefasst, zu investieren. So konnten zum Beispiel der Stuttgarter Aktienfonds mit einem Umsatz von 1,1 Millionen Euro und der Mischfonds Flossbach von Storch Multiple Opportunities mit 5,2 Millionen Euro Umsatz bei Käufern punkten./hbr/jsl
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