Den Optimismus der deutschen Reisebranche teilen nicht alle: Der internationale Branchenverband WTTC rechnet mit Stagnation und Arbeitsplatzverlust. "Die deutsche Tourismusbranche muss sich auf ein schwieriges Jahr einstellen", teilte Verbandspräsident David Scowsill am Mittwoch auf der Reisemesse ITB in Berlin mit. Grund sei die wirtschaftliche Unsicherheit in der Europäischen Union.
Der Gesamtumsatz werde in Deutschland bei 41,9 Milliarden Euro verharren, die Zahl der Stellen um 1,1 Prozent auf 723 000 sinken, prognostizierte der World Travel & Tourism Council (WTTC). Im internationalen Vergleich werde Deutschland aber nicht weiter abrutschen und auf Platz acht der Weltrangliste bleiben.
Der Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft und der Deutsche Reiseverband hatten vor Beginn der Internationalen Tourismus-Börse (ITB) für 2012 die Wachstumsprognose von zwei bis drei Prozent ausgegeben. Sie sehen die hohe Erwerbstätigkeit in Deutschland als ausschlaggebend an.
Weltweit rechnet der WTTC für 2012 mit einem Wachstum von 2,8 Prozent. Der direkte Beitrag der Reise- und Tourismusbranche zur Weltwirtschaft werde zwei Billionen Dollar beim Bruttoinlandsprodukt und 100 Millionen Arbeitsplätze überschreiten.
Japan wird sich nach Erwartung des Verbands in diesem Jahr voll von den Einbußen erholen, die das Land in Folge des Tsunamis und der Reaktorkatastrophe von Fukushima hinnehmen musste. "Japan ist der drittgrößte Reise- und Tourismusmarkt der Welt. Seine Gesundheit ist von entscheidender Bedeutung für die Branche weltweit."/bf/DP/tw
AXC0135 2012-03-07/14:14
