BERLIN (Dow Jones)--Deutschland und China wollen ihren Handel massiv ausbauen. Bis 2015 soll das bilaterale Handelsvolumen auf 280 Milliarden US-Dollar steigen, kündigte Premierminister Wen Jiabao auf dem Deutsch-Chinesischen Wirtschaftsforum auf der Hannover-Messe an. Das Handelsvolumen hatte 2011 ein Volumen von rund 190 Milliarden Dollar erreicht. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sieht großes Potential für eine Vertiefung der Wirtschaftsbeziehungen "China und Deutschland, das sind Länder, die sich gut ergänzen", sagte die Kanzlerin. Sie ermunterte insbesondere mittelständische Unternehmen, den Weg nach China zu finden.
Merkel erkannte zugleich die Bemühungen Chinas um mehr Transparenz und Gleichbehandlung im internationalen Handelsverkehr an. Deutschland habe sich immer für offene Märkte und freien Wettbewerb eingesetzt, sagte sie. "Das muss die Grundlage unserer Kooperation sein." Auch beim Schutz des geistigen Eigentums seien Fortschritte erzielt worden, sagte Merkel.
Wen würdigte Deutschlands Rolle als Vorreiter in Europa. 30 Prozent des chinesischen EU-Handels gingen nach Deutschland, sagt er. Wen versprach verstärkte Anstrengungen für mehr Transparenz und den Urheberrechtsschutz. "China setzt sich für ein faires Beschaffungswesen ein", sagte er. Sein Land behandle alle Unternehmen gleich. Von der EU erhoffe sich China eine Lockerung der Exportrestriktionen im Hochtechnologiesektor.
China sei schon lange nicht mehr die verlängerte Werkbank Europas, sagte der Vorsitzende des Asien-Pazifik-Ausschusses der deutschen Wirtschaft, Siemens-Chef Peter Löscher. Die deutsche und chinesische Wirtschaft seien komplementär aufgestellt. Damit entspreche eine stärkere Zusammenarbeit den Interessen beider Länder.
Im Beisein von Merkel und Wen soll zudem in Wolfsburg ein Abkommen über den Bau eines neuen VW-Werkes im industriell weniger entwickelten Nordwesten Chinas unterzeichnet werden. Es ist das erste Mal, dass Volkswagen in der politisch instabilen Region Xinjiang investiert. Das neue Werk ist auf die Produktion von bis zu 50.000 Autos pro Jahr ausgelegt.
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April 23, 2012 07:36 ET (11:36 GMT)
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