Werter König, ich habe eine Tochter, die kann Stroh zu Gold spinnen". Schon
die Gebrüder Grimm waren von der Idee fasziniert, nutzloses Stroh in etwas
Wertvolles zu verwandeln. Zum Teil scheint das Märchen im Jahr 2012 Realität
zu werden: Der Anlagenbauer BDI Bioenergy macht aus dem Abfallstoff Stroh
wertvollen Biodiesel. Noch im Frühjahr 2012 soll eine entsprechende
Pilotanlage ihren Betrieb aufnehmen. Ins Boot geholt haben die Österreicher
dabei einen europäischen Mineralölkonzern. Dieser kann durch die Verwendung
von Stroh oder Holz bereits im Raffinerieprozess einen 20-prozentigen
Bioanteil im Treibstoff erzielen. "Wir wollen das in den nächsten 1,5 Jahren
zur Marktreife bringen", so BDI-Vorstand Dr. Edgar Ahn gegenüber dem
AKTIONÄR.
Biodiesel aus Abfällen
Die Österreicher haben frühzeitig verstanden, dass Biodiesel aus
Nahrungsmitteln keine Zukunft hat. Schließlich gibt es Alternativen zu
"Essen im Tank". So ist der Maschinen- und Anlagenbauer etwa weltweit
führend bei der Verarbeitung von Altspeiseölen oder tierischen Fetten. Ein
perfektes Produkt. Denn bisher landeten Küchenabfälle wie altes Frittenfett
oft in der Kanalisation. Am 2. April meldete BDI Bioenergy den Zuschlag für
einen 9-Millionen-Euro Auftrag aus Hongkong. Hier wurden die gesammelten
Fettabfälle bisher einfach im südchinesischen Meer entsorgt. Doch wenn die
BDI-Biodieselanlage nun 2013 in Betrieb geht, kann der Kunde das
Umweltproblem lösen und gleichzeitig Treibstoff gewinnen.
Biogas mit Perspektiven
Auch im Geschäftsbereich Biogas setzt BDI auf Abfallstoffe. Noch ist die
junge Biogas-Tochter Enbays defizitär. Doch der Auftragstrend stimmt
zuversichtlich. So hat Enbays im Dezember eine 4,5-Millionen-Euro-Order zum
Bau einer Biogas- Anlage erhalten: Ein französischer Entsorgungsbetrieb
beabsichtigt, Speisereste zu sammeln und daraus Biogas zu gewinnen. Damit
wiederum wird ein Verbrennungsmotor zur Erzeugung von elektrischer und
thermischer Energie angetrieben. 4.000 Haushalte können damit versorgt
werden.
Durchwachsene Geschäftszahlen
Nun hat die Technologiefirma die Bilanz für 2011 vorgelegt. Erfreulich: Der
operative Gewinn legte um 13 Prozent auf 3,6 Millionen Euro zu. Doch auch
bei BDI Bioenergy ist nicht alles Gold, was glänzt. Nachholbedarf besteht
vor allem in der Gewinnung neuer Aufträge. Ein Grund dafür ist die in Europa
teilweise verhaltene Förderung von Biodiesel. Unterm Strich ging der
Auftragsbestand zum Jahresende 2011 auf 15 Millionen Euro zurück - im
Vorjahr waren es noch 24 Millionen Euro. Doch die Talsohle scheint
durchschritten - nicht nur aufgrund des jüngsten 9-Millionen-Euro-Auftrages
aus Hongkong.
Schließlich nimmt der Energiebedarf weltweit stetig zu. Einer BP-Studie
zufolge wird die Anzahl der Fahrzeuge bis 2030 von heute einer Milliarde auf
1,6 Milliarden steigen. Die größten Zuwachsraten verzeichnen dabei Indien
und China. Dass Öl gleichzeitig knapp wird, wissen auch diese Staaten: Das
Riesenreich China hat mittlerweile eine Biodiesel-Beimischungspflicht
eingeführt. Unterm Strich erwartet BDI Bioenergy in diesem Jahr aufgrund
einer gut gefüllten Pipeline wieder einen wachsenden Auftragsbestand. Im
Interview mit dem AKTIONÄR verriet Ahn, dass BDI in den nächsten Wochen die
Chance auf die Gewinnung eines zweistelligen Millionen-Euro-Auftrag hat.
Die EBIT-Marge soll auch in den nächsten Jahren über zehn Prozent liegen.
Nicht nur die Rentabilität ist stark. BDI Bioenergy ist auch aufgrund einer
übervollen Kriegskasse bestens für weiteres - auch externes - Wachstum
gerüstet. Ziel ist es, das Produktportfolio Biodiesel und Biogas um weitere
industrielle "Green-Tech-Lösungen" auszubauen. Intern will man zudem die
Forschung an der Umwandlung von Algen in Biotreibstoff vorantreiben.
Aktie auf Buchwert
Dieses BDI-Know-how ist günstig zu haben: Die Marktkapitalisierung von 59
Millionen Euro liegt derzeit unter in etwa auf dem Niveau des Buchwert der
Technologiefirma. Und dieser besteht nicht etwa aus fragwürdigem Goodwill,
sondern zum großen Teil aus Cash. 18 Millionen Euro betragen allein die
"liquiden Mittel". Hinzu kommen 27 Millionen Euro "Wertpapiere". Auf
Nachfrage erklärte BDI-Finanzvorstand Heiden-Gasteiner: "Die
Wertpapierveranlagungen wurde im September 2011 an zwei
Vermögensverwaltungen übertragen. Diese investieren in Anleihen, Aktien und
Investmentfonds mit dem Fokus auf Werterhaltung und Sicherheit."
Unterm Strich und alle Verbindlichkeiten berücksichtigt, liegt die
Nettoliquidität von BDI bei rund 25 Millionen Euro - der Hälfte der
Marktkapitalisierung. Dies sorgt für Übernahme-Chancen (siehe Interview) und
eine nachhaltig mögliche Dividendenauszahlung. Aktuell liegt diese bei 0,25
Euro pro Aktie beziehungsweise einer Rendite von knapp zwei Prozent. Mehr
Informationen, Nachrichten und Empfehlungen finden Sie im Internet unter
www.deraktionaer.de
+++ Diese Meldung ist keine Anlageberatung oder Aufforderung zum
Abschluss bestimmter Börsengeschäfte. Bitte lesen Sie unseren RISIKOHINWEIS
/ HAFTUNGSAUSSCHLUSS unter www.deraktionaer.de (END) Dow Jones NewswiresApril 24, 2012 05:09 ET (09:09 GMT)
die Gebrüder Grimm waren von der Idee fasziniert, nutzloses Stroh in etwas
Wertvolles zu verwandeln. Zum Teil scheint das Märchen im Jahr 2012 Realität
zu werden: Der Anlagenbauer BDI Bioenergy macht aus dem Abfallstoff Stroh
wertvollen Biodiesel. Noch im Frühjahr 2012 soll eine entsprechende
Pilotanlage ihren Betrieb aufnehmen. Ins Boot geholt haben die Österreicher
dabei einen europäischen Mineralölkonzern. Dieser kann durch die Verwendung
von Stroh oder Holz bereits im Raffinerieprozess einen 20-prozentigen
Bioanteil im Treibstoff erzielen. "Wir wollen das in den nächsten 1,5 Jahren
zur Marktreife bringen", so BDI-Vorstand Dr. Edgar Ahn gegenüber dem
AKTIONÄR.
Biodiesel aus Abfällen
Die Österreicher haben frühzeitig verstanden, dass Biodiesel aus
Nahrungsmitteln keine Zukunft hat. Schließlich gibt es Alternativen zu
"Essen im Tank". So ist der Maschinen- und Anlagenbauer etwa weltweit
führend bei der Verarbeitung von Altspeiseölen oder tierischen Fetten. Ein
perfektes Produkt. Denn bisher landeten Küchenabfälle wie altes Frittenfett
oft in der Kanalisation. Am 2. April meldete BDI Bioenergy den Zuschlag für
einen 9-Millionen-Euro Auftrag aus Hongkong. Hier wurden die gesammelten
Fettabfälle bisher einfach im südchinesischen Meer entsorgt. Doch wenn die
BDI-Biodieselanlage nun 2013 in Betrieb geht, kann der Kunde das
Umweltproblem lösen und gleichzeitig Treibstoff gewinnen.
Biogas mit Perspektiven
Auch im Geschäftsbereich Biogas setzt BDI auf Abfallstoffe. Noch ist die
junge Biogas-Tochter Enbays defizitär. Doch der Auftragstrend stimmt
zuversichtlich. So hat Enbays im Dezember eine 4,5-Millionen-Euro-Order zum
Bau einer Biogas- Anlage erhalten: Ein französischer Entsorgungsbetrieb
beabsichtigt, Speisereste zu sammeln und daraus Biogas zu gewinnen. Damit
wiederum wird ein Verbrennungsmotor zur Erzeugung von elektrischer und
thermischer Energie angetrieben. 4.000 Haushalte können damit versorgt
werden.
Durchwachsene Geschäftszahlen
Nun hat die Technologiefirma die Bilanz für 2011 vorgelegt. Erfreulich: Der
operative Gewinn legte um 13 Prozent auf 3,6 Millionen Euro zu. Doch auch
bei BDI Bioenergy ist nicht alles Gold, was glänzt. Nachholbedarf besteht
vor allem in der Gewinnung neuer Aufträge. Ein Grund dafür ist die in Europa
teilweise verhaltene Förderung von Biodiesel. Unterm Strich ging der
Auftragsbestand zum Jahresende 2011 auf 15 Millionen Euro zurück - im
Vorjahr waren es noch 24 Millionen Euro. Doch die Talsohle scheint
durchschritten - nicht nur aufgrund des jüngsten 9-Millionen-Euro-Auftrages
aus Hongkong.
Schließlich nimmt der Energiebedarf weltweit stetig zu. Einer BP-Studie
zufolge wird die Anzahl der Fahrzeuge bis 2030 von heute einer Milliarde auf
1,6 Milliarden steigen. Die größten Zuwachsraten verzeichnen dabei Indien
und China. Dass Öl gleichzeitig knapp wird, wissen auch diese Staaten: Das
Riesenreich China hat mittlerweile eine Biodiesel-Beimischungspflicht
eingeführt. Unterm Strich erwartet BDI Bioenergy in diesem Jahr aufgrund
einer gut gefüllten Pipeline wieder einen wachsenden Auftragsbestand. Im
Interview mit dem AKTIONÄR verriet Ahn, dass BDI in den nächsten Wochen die
Chance auf die Gewinnung eines zweistelligen Millionen-Euro-Auftrag hat.
Die EBIT-Marge soll auch in den nächsten Jahren über zehn Prozent liegen.
Nicht nur die Rentabilität ist stark. BDI Bioenergy ist auch aufgrund einer
übervollen Kriegskasse bestens für weiteres - auch externes - Wachstum
gerüstet. Ziel ist es, das Produktportfolio Biodiesel und Biogas um weitere
industrielle "Green-Tech-Lösungen" auszubauen. Intern will man zudem die
Forschung an der Umwandlung von Algen in Biotreibstoff vorantreiben.
Aktie auf Buchwert
Dieses BDI-Know-how ist günstig zu haben: Die Marktkapitalisierung von 59
Millionen Euro liegt derzeit unter in etwa auf dem Niveau des Buchwert der
Technologiefirma. Und dieser besteht nicht etwa aus fragwürdigem Goodwill,
sondern zum großen Teil aus Cash. 18 Millionen Euro betragen allein die
"liquiden Mittel". Hinzu kommen 27 Millionen Euro "Wertpapiere". Auf
Nachfrage erklärte BDI-Finanzvorstand Heiden-Gasteiner: "Die
Wertpapierveranlagungen wurde im September 2011 an zwei
Vermögensverwaltungen übertragen. Diese investieren in Anleihen, Aktien und
Investmentfonds mit dem Fokus auf Werterhaltung und Sicherheit."
Unterm Strich und alle Verbindlichkeiten berücksichtigt, liegt die
Nettoliquidität von BDI bei rund 25 Millionen Euro - der Hälfte der
Marktkapitalisierung. Dies sorgt für Übernahme-Chancen (siehe Interview) und
eine nachhaltig mögliche Dividendenauszahlung. Aktuell liegt diese bei 0,25
Euro pro Aktie beziehungsweise einer Rendite von knapp zwei Prozent. Mehr
Informationen, Nachrichten und Empfehlungen finden Sie im Internet unter
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+++ Diese Meldung ist keine Anlageberatung oder Aufforderung zum
Abschluss bestimmter Börsengeschäfte. Bitte lesen Sie unseren RISIKOHINWEIS
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