Der weltweit zweitgrößte Rückversicherer
Swiss Re
Mit seinem Gewinn übertraf der Rückversicherer nicht nur
deutlich die Erwartungen der Analysten. Er verdiente voraussichtlich
auch mehr als Marktführer Munich Re
KAUM GROSSSCHÄDEN - HÖHERE PREISE
Wie bei ihren Mitbewerbern reichten die Beitragseinnahmen bei der Swiss Re im Gegensatz zum Vorjahreszeitraum locker aus, um die Aufwendungen für Schäden, Verwaltung und Vertrieb zu decken. Die Großschäden summierten sich diesmal auf 73 Millionen Dollar. Größter Einzelschaden war der Untergang des Kreuzfahrtschiffs "Costa Concordia", das die Schweizer voraussichtlich 52 Millionen Dollar kostet. Die kombinierte Schaden-Kosten-Quote verbesserte sich von 163,7 auf 84,9 Prozent und lag damit klar unter der kritischen 100-Prozent-Marke. Die verdienten Prämieneinnahmen kletterten um 21,7 Prozent auf 6,2 Milliarden Dollar.
Die teuren Katastrophen des vergangenen Jahres münzt die Swiss Re längst in höhere Preise um. Die Erneuerung der Verträge mit Erstversicherern und Großkunden zum 1. April in Japan sei "ausgezeichnet" ausgefallen, schrieb das Management. Vor allem Versicherungsschutz gegen Naturkatastrophen sei für die Kunden deutlich teurer geworden. Auch in anderen asiatischen Ländern baute die Swiss Re ihr Geschäft deutlich aus. Das Preisniveau verbesserte sich den Angaben zufolge bei der April-Erneuerung insgesamt um 17 Prozent, das Prämienvolumen wuchs um 14 Prozent. Schon bei der vorigen Erneuerung zum 1. Januar, bei der die Verträge in anderen Regionen zur Neuverhandlung anstanden, hatte die Swiss Re höhere Preise durchgesetzt.
AUF KURS
Überraschend gut lief es auch an den Kapitalmärkten: Trotz des niedrigen Zinsniveaus verdiente die Swiss Re mit Finanzgeschäften mehr als ein Jahr zuvor. Die Anlagerendite verbesserte sich von 3,9 auf 4,0 Prozent. Angesichts des positiven Jahresbeginns sieht sich die Swiss Re auf Kurs zu ihren mittelfristigen Zielen. "Wir sind optimal positioniert, um Wachstumschancen dezidiert zu ergreifen und unsere Ergebnisse nachhaltig zu verbessern", sagte Finanzchef George Quinn. Die Swiss Re will ihren Gewinn je Aktie bis zum Jahr 2015 im Schnitt um zehn Prozent pro Jahr steigern. Außerdem soll die Eigenkapitalrendite im Schnitt um sieben Prozentpunkte höher ausfallen als die risikofreie Rendite der fünfjährigen US-Staatsanleihen. Rechnet man die Eigenkapitalrendite des ersten Quartals aufs gesamte Jahr um, erreichte sie 15,3 Prozent und übertraf deutlich die Zielvorgabe./stw/zb/wiz
ISIN CH0126881561
AXC0075 2012-05-04/09:35
