FRANKFURT (Dow Jones)--Nach dem teils wilden Auf und Ab der Vortage haben die Ausschläge an den europäischen Börsen am Dienstag etwas abgenommen. Der Euro-Stoxx-50 gibt um 0,4 Prozent auf 2.378 Punkte nach. Für den DAX liegen keine aktuellen Daten vor. Seit Handelsbeginn werden im Xetra-System der Deutschen Börse wegen einer Störung keine Kurse mehr übermittelt.
"Die Unsicherheit nach den Parlamentswahlen in Griechenland bleibt erhalten", begründet ein Händler die Abgaben. Der Parteichef der Nea Dimokratia hatte am Montag bereits nach wenigen Stunden mitgeteilt, dass es unter seiner Partei zu keiner Regierungsbildung kommen werde. Keine der kleineren Parteien war bereit, überhaupt Verhandlungen aufzunehmen. Damit ist weiter unklar, ob es nach dem Wahldebakel für die beiden großen Parteien vom Wochenende überhaupt stabile Verhältnisse in dem Land geben wird. Das aber macht die nächsten Hilfszahlungen für das Land unsicherer.
Die schwierige Lage in Griechenland belastet den Euro. Mit 1,3026 Dollar ist die Gemeinschaftswährung wieder zurückgefallen, liegt aber noch über den Kursen von Montagmorgen, als sie wegen der Wahlergebnisse in Frankreich und Griechenland auf unter 1,30 Dollar abgerutscht war. "Die Marktteilnehmer sind schon sehr negativ gestimmt", meint Kevin Hebner, Devisenstratege bei J.P. Morgan. Um eine neue Verkaufswelle gegen den Euro zu starten, braucht es seiner Ansicht nach mehr als schwierige Verhältnisse in Griechenland.
Versandboom verhilft Deutscher Post zu guten Zahlen
An der Börse bestimmen zahlreiche Quartalszahlen das Geschehen. Die Deutsche Post hat auch im ersten Quartal vom anhaltend regen Warenaustausch in Asien und dem boomenden Online-Handel profitiert. Der Gewinn ist überproportional gewachsen. "Sehr ordentlich", lobt equinet-Analyst Jochen Rothenbacher, der die Aktie zum Kauf empfiehlt. Die Aktie gewinnt 2,5 Prozent und ist damit der Gewinner im DAX. Nicht ganz so überzeugend sind die Zahlen von Munich Re ausgefallen. Weniger Großschäden und Gewinne aus Kapitalanlagen haben die Münchener im ersten Quartal zwar in die Gewinnzone zurückgebracht, aber andere waren besser.
"Die Zahlen der Swiss Re haben mir besser gefallen", bemängelt Christian Muschick, Analyst bei Quandt Research. Ein Blick auf die vergleichsweise schwächere Eigenkapitalentwicklung verrate, dass das Unternehmen weniger von den sinkenden Zinsen und Währungseffekten profitieren konnte, als die Wettbewerber. Die Aktie verliert 1,6 Prozent.
Unterdessen ziehen auch Telekomunternehmen das Interesse auf sich. America Movil hat für den niederländischen Telekommunikationsdienstleister KPN 8 Euro je Aktie geboten. Das entspricht einer Prämie von 23,5 Prozent auf den Schlusskurs vom Montag. Das Unternehmen des mexikanischen Milliardärs Carlos Slim will den Anteil an KPN, der Muttergesellschaft von E-Plus, auf 28 Prozent aufstocken. Derzeit hält America Movil 4,8 Prozent. "Das zeigt, wie attraktiv niedrig die Bewertung der europäischen Telekommunikationsdienstleister mittlerweile ist", sagt ein Händler. KPN springen um 17,8 Prozent auf 7,63 Euro an. Deutsche Telekom legen um 0,2 Prozent zu.
Rheinmetall profitiert von flügger Tochter
Der geplante Börsengang der Rheinmetall-Tochter Kolbenschmidt Pierburg kommt am Markt gut an. Mit einer Neubewertung der Rheinmetall-Aktie rechnet DZ-Analyst Markus Turnwald. Auf dem derzeitigen Kursniveau werde die Aktie mit deutlichen Abschlägen zu ihren Wettbewerbern aus dem Automotive- und dem Rüstungs-Bereich gehandelt. Allerdings ist ein erfolgreicher Börsengang im derzeitigen Umfeld keine ausgemachte Sache. Rheinmetall gehen mit 39,24 Euro um. Im Vergleich zum Xetra-Schluss ist das ein Plus von 4 Prozent.
Hoffnungsschimmer gibt es bei Hochtief. Der Baukonzern schrieb im ersten Quartal zwar weiter rote Zahlen, der Verlust ist im Vergleich zum Vorjahr jedoch deutlich verringert worden. Die Aktie legt zu.
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May 08, 2012 04:15 ET (08:15 GMT)
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