--Celesio mit bereinigtem Ergebniswachstum
--Prognose bekräftigt
--Weitere Abschreibungen auf Verkaufskandidaten Pharmexx
(Durchgehend neu)
Von Natali Schwab DOW JONES NEWSWIRES
STUTTGART (Dow Jones)--Der angeschlagene Pharmagroßhändler Celesio sendet wieder positive Signale. Nach einem desaströsen Geschäftsjahr 2011 ist das Unternehmen im ersten Quartal wieder auf den Wachstumspfad zurückgekehrt - zumindest auf bereinigter Basis.
Überraschend legte Celesio am Dienstagabend erste Zahlen zum Jahresauftakt vor. Den Umsatz erhöhten die Stuttgarter auf 5,64 Milliarden, nach 5,5 Milliarden Euro im Vorjahr. Auch beim operativen Ergebnis zeigte das Unternehmen wieder ein Plus: Das bereinigte EBITDA legte von 103 auf rund 140 Millionen Euro zu. Das bereinigte EBIT stieg leicht um vier Millionen auf rund 107 Millionen Euro.
Die vollständigen Zahlen will Celesio nächsten Montag vorlegen. Doch die bereinigten Zahlen deuten bereits an, dass das Restrukturierungsprogramm des Vorstandsvorsitzenden Markus Pinger zu greifen beginnt.
Im vergangenen Jahr hatte Celesio noch einen Gewinneinbruch hinnehmen müssen. Die Finanz- und Schuldenkrise sorgte für erhebliche Sparmaßnahmen im öffentlichen Gesundheitswesen und damit für schlechte Geschäfte des Unternehmens. Dazu belastete der scharfe Wettbewerb in Frankreich und Deutschland die Ergebnisse.
Mit einem Mix aus Spar- und Strukturmaßnahmen will der seit vergangenen Sommer amtierende Vorstandschef Pinger den Konzern wieder auf Kurs bringen. So will Celesio künftig den Einkauf zusammenfassen, was langfristig zu Einsparungen im zweistelligen Millionen-Euro-Bereich führen soll. Erste Effekte sollen im zweiten Halbjahr diesen Jahres zu sehen sein. Die rund 2.300 eigenen Apotheken und die rund 4.500 Partnerapotheken sollen in einem europaweiten Netzwerk gebündelt werden.
Dafür wird sich Celesio von anderen Aktivitäten, die nicht zum Kerngeschäft gehören, trennen. Betroffen ist die Versandapotheke DocMorris und der Bereich Manufacturer Solutions. Die vom langjährigen Chef Fritz Oesterle gekauften Dienstleister Movianto und Pharmexx konnten nie die in sie gesetzten Erwartungen erfüllen und sollen bis Jahresende verkauft werden. Auf Pharmexx muss Celesio dabei im ersten Quartal zusätzlich 45 Millionen abschreiben, teilte das Unternehmen mit. Bereits vergangenes Jahr wurden hier Wertberichtigungen von 72 Millionen vorgenommen.
Kurzfristig soll das insgesamt 100 Millionen Euro teure Maßnahmenpaket den negativen Ergebnistrend der vergangenen Jahre stoppen und das Ergebnis 2012 stabilisieren. Der überwiegende Teil der Kosten wurde bereits 2011 verbucht. Im ersten Quartal dürften jedoch weitere Belastungen hinzugekommen sein.
Die Prognose für das laufende Jahr - ein bereinigtes Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) mindestens auf Vorjahresniveau - bekräftigte Celesio. Seine volle Wirkung wird das Programm 2013/14 erreichen und ab diesem Zeitraum eine jährliche Entlastung von etwa 50 Millionen Euro liefern.
-Von Natali Schwab, Dow Jones Newswires, +49 69 29725119, natali.schwab@dowjones.com DJG/nas/jhe
(END) Dow Jones Newswires
May 09, 2012 07:14 ET (11:14 GMT)
Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.
