Von Dan Fitzpatrick und Gregory Zuckerman THE WALL STREET JOURNAL
NEW YORK (Dow Jones)--James Dimon, Vorstandschef von J.P. Morgan Chase, kommt zunehmend unter Druck. Nachdem seine Bank im Handel 2,3 Milliarden Dollar verloren hat, droht dem lautstarken Kämpfer gegen mehr Bankenregulierung auch eine empfindliche Niederlage auf dem Feld der Politik. "Die Banken werden diesen Kampf verlieren", sagte Senator Carl Levin, ein mächtiger Verfechter einer strengeren Beaufsichtigung über die Wall-Street-Institute, im Fernsehsender NBC.
Zuvor hatte Dimon ebenfalls auf NBC die Milliardenverluste als einen "schrecklichen und ungeheuerlichen Fehler" bezeichnet. Die nächste schwere Prüfung dürfte dem J.P.-Morgan-Chef am Dienstag bevorstehen, wenn er an einem Aktionärstreffen in Florida teilnimmt.
Die Bemerkungen von Levin, der die Volcker-Rule zur Risikobegrenzung bei Banken ebenso befürwortet wie weitere Aspekte der Finanzmarktreform durch den Dodd-Frank-Act, setzten J.P. Morgan in einer Zeit unter Druck, da die Bank wegen ihrer Verluste ohnehin zu kämpfen hat. Am Donnerstag war die Bank mit der Meldung über die Fehlspekulationen und einem daraus resultierenden Verlust von mehr als zwei Milliarden Dollar an die Öffentlichkeit gegangen.
Seither sind die Verluste weiter angewachsen. Am Freitag verlor J.P. Morgan in der Sparte, die die komplexen Transaktionen mit Kreditderivaten eingegangen war, erneut mehr als 150 Millionen Dollar, wie eine Person berichtet, die mit der Angelegenheit vertraut ist. Insgesamt fürchte die Bank einen Verlust von mehr als vier Milliarden Dollar im Verlauf des nächsten Jahres, wobei die Positionen auch ins Plus laufen und den Schaden so verringern könnten.
Als Konsequenz aus dem Debakel dürften in der betroffenen Sparte, dem Chief Investment Office, in dieser Woche erste Köpfe rollen. Drei hochrangige Führungskräfte dürften die Bank in dieser Woche verlassen, heißt es aus dem Umfeld des Unternehmens. Gehen dürfte neben Ina Drew, der Leiterin der verlustreichen Sparte, auch der Händler Bruno Michel Iksil, der wegen seiner gewaltigen Spekulation auf dem Kreditmarkt den Spitznamen "Wal von London" trägt. Beide lehnten einen Kommentar ab.
Von Dan Fitzpatrick und Gregory Zuckerman, The Wall Street Journal, +49 (0)69 29725 104, unternehmen.de@dowjones.com DJG/DJN/jhe
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May 14, 2012 01:20 ET (05:20 GMT)
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