Von Kirsten Bienk DOW JONES NEWSWIRES
HANNOVER (Dow Jones)--TUI macht sich um einen möglichen Austritt Griechenlands aus der Eurozone keine Sorgen. Negative Folgen für die deutschen Reiseveranstalter fürchtet der Tourismuskonzern nicht. "Die Rückkehr zur Drachme ist für uns kein Problem", sagte Mario Köpers, Sprecher von TUI Deutschland.
Das Unternehmen hat sich frühzeitig auf dieses mögliche Szenario eingestellt und mit den griechischen Partnern Ergänzungsklauseln zu bestehenden Verträgen vereinbart. Danach zahlt der Reiseveranstalter seinen Vertraghotels die üblichen Vorauszahlungen in Euro und rechnet am Ende der Saison ebenfalls in der Gemeinschaftswährung ab. "So haben wir bei einer Rückkehr zur Drachme keine Währungsnachteile", sagte der Sprecher.
Nach dem Auslaufen der gegenwärtigen Verträge zum Ende der Sommersaison besteht TUI zufolge eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass auch künftig in Euro abgerechnet wird. "Alle Beteiligten haben doch Interesse an einer stabilen Währung", sagte Köpers.
Bei einer Rückkehr zur Drachme und einer Abwertung der Währung gegenüber dem Euro rechnet Europas größter Reiseveranstalter kurzfristig mit positiven Auswirkungen auf den griechischen Tourismus. Die Nebenkosten, wie Lebensmittel, Getränke und Eintritte für Sehenswürdigkeiten wären dann günstiger als bisher.
Wie sich die veränderte Situation langfristig auf die Reisepreise auswirken würde, mag der Sprecher nicht prognostizieren. Klar sei nur, dass die Griechen weiterhin viele Dinge aus der Union importieren und in Euro bezahlen müssten, gab er zu bedenken.
"Wenn das Land preiswerter wird, kommen auch mehr Reisende", unterstützt ein Branchenexperte die Einschätzung von TUI. Die Einführung des Euro habe sich seinerzeit negativ auf den Tourismus ausgewirkt, weil sich zwar die Reisen nach Griechenland verteuert, die Qualität aber nicht entsprechend verbessert habe. Außerdem würde nach einer Rückkehr zur Drachme die Diskussion um die Währungsumstellung entfallen und den Reisenden Ängste vor einem Urlaub vor Ort nehmen.
-Von Kirsten Bienk, Dow Jones Newswires, +49 (0) 40 3574 3116, kirsten.bienk@dowjones.com DJG/kib/sha
(END) Dow Jones Newswires
May 21, 2012 09:47 ET (13:47 GMT)
Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.
