Von Andreas Plecko
Die Nachfrage nach Arbeitskräften verliert in Deutschland auf hohem Niveau an Schwung. Das Stellenbarometer der Bundesagentur für Arbeit (BA) sank im Juni auf 165 von 171 Punkten im Vormonat. "Angesichts der Eintrübung der Konjunkturprognosen zeigen sich die Unternehmen offensichtlich vorsichtiger, was weitere Neueinstellungen angeht", teilte die BA mit. "Darüber hinaus dürfte die etwas kürzere Zählperiode in diesem Monat zum Rückgang beigetragen haben." Insgesamt liegt die Kräftenachfrage aber nach wie vor auf hohem Niveau.
Großen Bedarf habe weiterhin die Zeitarbeit, gut jede dritte Arbeitsstelle werde aus diesem Feld gemeldet, berichtete die Behörde. Auch im Groß- und Einzelhandel, in der Bauinstallation, in der Gastronomie oder im Gesundheits- und Sozialwesen würden zahlreiche neue Mitarbeiter gesucht. Zahlreiche Branchen vermeldeten gegenüber dem Vorjahr ein Plus, welches jedoch von Monat zu Monat kleiner werde.
Die BA veröffentlicht am Donnerstag die Arbeitslosenzahlen für Juni. Ökonomen erwarten eine Stagnation der saisonbereinigten Zahl gegenüber dem Vormonat. Auch die Arbeitslosenquote wird unverändert auf ihrem Allzeittief von 6,7 Prozent gesehen. Während die Arbeitslosenzahlen mit einigen Monaten Verzögerung auf konjunkturelle Änderungen reagieren, gilt die Bereitschaft der Unternehmen, neue Mitarbeiter einzustellen, als ein frühes Signal für Entwicklungen am Arbeitsmarkt.
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June 27, 2012 04:21 ET (08:21 GMT)
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