Von Andreas Plecko
Die deutsche Industrie hat im Mai nach einem schwachen Vormonat wieder etwas Tritt gefasst und einen wachsenden Auftragseingang verbucht. Die Bestellungen stiegen preis-, kalender- und saisonbereinigt um 0,6 Prozent gegenüber dem Vormonat, wie das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) mitteilte. Volkswirte hatten nur einen Zuwachs um 0,2 Prozent erwartet. Der Umfang an Großaufträgen sei für einen Mai unterdurchschnittlich gewesen, erklärte das Ministerium.
Für den April wurde der Ordereingang leicht nach oben revidiert. Nach den aktuellen Daten sind die Aufträge nur um 1,4 Prozent gesunken, vorläufig war ein Minus von 1,9 Prozent gemeldet worden.
Deutliche Nachfrageimpulse kamen zuletzt von den Auslandsbestellungen, die um 2,3 Prozent zunahmen, wie das BMWI erklärte. Hier hätten vor allem Großaufträge aus dem Bereich der Eurozone für einen kräftigen Nachfrageschub gesorgt. Die Inlandsnachfrage schwächte sich dagegen um 1,3 Prozent ab.
Innerhalb der industriellen Hauptgruppen verzeichneten die Hersteller von Konsumgütern mit plus 3,5 Prozent den stärksten Nachfragezuwachs. Vorleistungs- und Investitionsgüterproduzenten konnten bei den Bestellungen ein Plus von 0,8 Prozent beziehungsweise 0,2 Prozent verbuchen.
Gegenüber dem Vorjahr lagen die Industrieaufträge Mai um 10,6 Prozent niedriger. Die Inlandsnachfrage gab besonders stark nach und fiel um 18,3 Prozent, die Auslandsnachfrage sank um 3,3 Prozent.
Die BMWi-Experten zeigten sich dennoch zuversichtlich: "Die Bestellungen in der Industrie bleiben tendenziell aufwärts gerichtet. Bei teilweise deutlich durch Großaufträge bedingten Schwankungen in den Einzelmonaten kommen die etwas stärkeren Impulse dabei weiter aus dem Ausland. Eine solide Bestelltätigkeit ist aber auch aus dem Inland zu verzeichnen."
Insgesamt bewerten die BMWi-Fachleute die Auftragslage in der deutschen Industrie damit nach wie vor als günstig. In einem durch wachsende Unsicherheiten geprägten Umfeld blieben die Vorgaben für die deutsche Industriekonjunktur damit vorerst gut.
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July 05, 2012 06:00 ET (10:00 GMT)
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