Einen Tag vor Beginn der Gespräche zwischen der Regierung in Athen und der Troika aus EU-Kommission, Internationalem Währungsfonds (IWF) und Europäischer Zentralbank (EZB) ist nicht erkennbar, wie Griechenland seine fälligen Schulden bezahlen soll. Auf ein Entgegenkommen seiner internationalen Kreditgeber kann das Land aktuellen Medienberichten zufolge nicht mehr rechnen. Ein Staatsbankrott wird damit wahrscheinlicher. Während der IWF laut einem Bericht des Spiegel einen Ausstieg aus der Griechenland-Hilfe erwägt, hat die EZB bereits Nägel mit Köpfen gemacht: Ab Mittwoch akzeptiert sie die Staatsanleihen des Landes nicht mehr als Sicherheit, wie sie am Freitag mitteilte. Das wird so bleiben, bis die Troika einen positiven Berichtüber die Spar- und Reformbemühungen des Landes vorgelegt hat. Doch mit einer positiven Bewertung ist nicht zu rechnen. Derzeit untersucht die Troika, wie weit das Land seinen Reformverpflichtungen nachkommt. Laut Spiegel steht aber schon jetzt fest, dass die Regierung in Athen den Schuldenstand des Landes nicht wie vereinbart bis zum Jahr 2020 auf rund 120 Prozent der Jahreswirtschaftsleistung drücken kann. Erhalte das Land mehr Zeit, seine Ziele zu erfüllen, würde das nach Schätzungen der Troika zusätzliche Hilfen zwischen 10 und 50 Milliarden Euro erfordern. Die Zeitung Kathimerini berichtet unter Berufung auf informierte Kreise, dass die griechische Regierung den zusätzlichen Mittelbedarf auf 40 Milliarden Euro beziffert. Laut Süddeutscher Zeitung klafft im Sanierungsprogramm der Griechen auch deshalb ein Loch in zweistelliger Milliardenhöhe, weil während des Dauer-Wahlkampfs im Frühjahr fast alle Reformvorhaben liegen geblieben sind.
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