Steinbichler: "Geschäftsschwerpunkt liegt auf Infrastrukturprojekten zum Nutzen der Kommunen"
Wien (APA-ots) -
- Positives IFRS-Periodenergebnis vor Steuern von EUR 16,3 Mio.; wesentlich über Plan - Verbesserte Ertragsstruktur; Zinsüberschuss +15 % - Gestiegene Kapitalquoten; Eigenmittelquote 16,9 %, Kernkapitalquote 12,4 % - EUR 4,6 Mio. Stabilitätsabgabe (Bankensteuer) geleistet - KA bezieht keine Unterstützung seitens der Republik - Privatisierungsprozess eingeleitet
Die Kommunalkredit Austria AG (KA) hat heute die Ergebnisse für das erste Halbjahr 2012 vorgelegt. Dabei kann Vorstandsvorsitzender Mag. Alois Steinbichler mit einem positiven ersten Halbjahr aufwarten. "Unsere projektorientierte Geschäftsstrategie wirkt. Im Zentrum des Neugeschäftes stehen Infrastrukturprojekte aus den Bereichen Gesundheit, Energie und Verkehr sowie öffentliche Finanzierungen. Zudem wurde die Projektberatung erfolgreich zum Nutzen der Kunden der KA erfreulich ausgeweitet", so Steinbichler.
In der gegebenen budgetären Situation kommunaler und öffentlicher Haushalte und dem Erreichen öffentlicher Verschuldungsgrenzen ist die KA mit ihrem strategischen Schwerpunkt auf das kommunale und infrastrukturelle Projektgeschäft sehr gut positioniert. Insbesondere sind bei Infrastrukturprojekten die Berücksichtigung aller Betriebs- und Instandhaltungsaufwendungen während des Projektlebenszyklusses und die damit verbundenen langfristigen budgetären Auswirkungen zu beachten. Die KA bietet dabei ein breites Spektrum an kundenorientierten Ansätzen.
Die Tochtergesellschaft Kommunalkredit Public Consulting GmbH (KPC) hat im Förderungsprogrammmanagement in der Berichtsperiode mehr als 18.000 Projektanträge bearbeitet; Fördermittel von EUR 269 Mio. wurden vergeben, welchen ein Investitionsvolumen von EUR 1,2 Mrd. zugrunde liegt. Im Beratungsgeschäft konnte die KPC das Auftragsvolumen von internationalen Auftraggebern wie der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD), der Weltbank, der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) etc. in den Bereichen Wasserversorgung- und Abwasserentsorgung, Hochwasserschutz sowie Energieeffizienz erfolgreich ausbauen.
Zwtl.: Ertragslage und Bilanzstruktur
Das IFRS-Periodenergebnis vor Steuern beträgt zum Halbjahr EUR 16,3 Mio. (HJ 2011: EUR 1,2 Mio.); nach Steuern EUR 12,3 Mio. (HJ 2011: EUR 0,9 Mio.). Dies stellt im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg des Periodenergebnisses nach Steuern um EUR 11,4 Mio. dar und liegt wesentlich über den Budgetwerten. Im Periodenergebnis enthalten sind Einmaleffekte von EUR 10,5 Mio. aus marktbedingt möglichen vorzeitigen Tilgungen von Eigenemissionen sowie bilanzverbessernden Maßnahmen. Ohne diese Sondereffekte aus der Verbesserung der Bilanzstruktur beträgt das Periodenergebnis vor Steuern EUR 5,8 Mio. und entspricht im Wesentlichen dem Budgetwert, welcher signifikant über dem Vorjahresergebnis liegt.
Der Zinsüberschuss von EUR 27,2 Mio. (HJ. 2011: EUR 23,7 Mio.) liegt um 15 % über dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Dies reflektiert vor allem die verbesserte Geschäftsstruktur des Neugeschäftes.
Das Provisionsergebnis von EUR 7,5 Mio. (HJ 2011: EUR 6,8 Mio.) ist im Vergleich zum ersten Halbjahr 2011 um 10 % gestiegen und reflektiert vor allem die Umsatzerlöse aus dem Förderungs- und Beratungsmanagement; die weiteren Provisionserträge resultieren aus dem Kredit- und Treasurygeschäft.
Das Handels- und Bewertungsergebnis ist in Summe mit EUR 10,9 Mio. (HJ 2011: EUR -9,1 Mio.) positiv. Bestimmend sind dabei Erträge von EUR 27,9 Mio. aus der vorzeitigen Tilgung von Eigenemissionen, EUR 11,8 Mio. Aufwand aus der Veräußerung von Wertpapieren, Darlehen und Derivaten sowie EUR -5,5 Mio. zinsbedingte Fair-Value-Bewertungsänderungen und EUR -1,8 Mio. Spreadänderungen des Fair-Value-Bestandes.
Die KA verzeichnete im ersten Halbjahr 2012 keine Kreditausfälle. Das ausgewiesene Kreditrisikoergebnis von EUR -5,6 Mio. (HJ 2011: EUR 0,0 Mio.) resultiert aus der 100-%-Wertberichtigung eines von der Republik Griechenland garantierten Schuldscheindarlehens. Die Wertberichtigung wurde auf Basis konservativer Bewertungsgrundsätze gebildet; es bestehen keine Überfälligkeiten auf dieses Darlehen. Nach diesen Maßnahmen besteht in der KA kein unbevorsorgtes Obligo gegenüber der Republik Griechenland.
Die im betrieblichen Aufwand auszuweisende Stabilitätsabgabe an die Republik Österreich ("Bankensteuer") beträgt nach der am 31. März 2012 beschlossenen Erhöhung für das Halbjahr 2012 EUR 4,6 Mio. (HJ 2011: EUR 3,7 Mio.).
Die Bilanzsumme nach IFRS der KA-Gruppe beträgt zum 30. Juni 2012 EUR 16,7 Mrd. und ist gegenüber 31. Dezember 2011 im Wesentlichen unverändert. Das aushaftende Finanzierungsgeschäft der KA gegenüber Kunden liegt bei EUR 10,6 Mrd.; darin enthalten sind EUR 7,7 Mrd. Forderungen an Kunden sowie EUR 2,9 Mrd. Vermögenswerte zum Fair Value. Planmäßige Abreifungen der Kundenforderungen von EUR 301,1 Mio. wurden im Wesentlichen durch Neugeschäft ersetzt, wodurch es zur angestrebten weiteren Verbesserung der Ertragsstruktur kam.
Zwtl.: Kapitalausstattung
Die Konzerneigenmittel nach BWG belaufen sich auf EUR 395,5 Mio. (31.12.2011: EUR 363,9 Mio.), bei einem Konzernkernkapital von EUR 290,9 Mio. (31.12.2011: EUR 290,8 Mio.). Unter Berücksichtigung der sonstigen unterlegungspflichtigen Risken (Markt- und operationelle Risken) ergibt sich daraus eine Eigenmittelquote von 16,9 % und eine Kernkapitalquote von 12,4 % (31.12.2011: 15,0 % bzw. 12,0 %). Die risikogewichteten Aktiva bezogen auf das Kreditrisiko betragen zum 30. Juni 2012 EUR 2.216,9 Mio. (31.12.2011: EUR 2.328,7 Mio.). Die KA verfügt damit über eine sehr solide Eigenmittelausstattung. Das IFRS-Eigenkapital beträgt zum 30. Juni 2012 EUR 259,4 Mio. (31.12.2011: EUR 240,3 Mio.).
Zwtl.: Refinanzierungsstruktur
Die Refinanzierung der KA erfolgt ohne staatliche Unterstützung auf dem freien Markt. Die KA hat die "Drei Jahres Long Term Refinancing Operation" der Europäischen Zentralbank (EZB) im Ausmaß von insgesamt EUR 1,5 Mrd. beansprucht. Damit wurde für das Jahr 2012 eine von den Kapitalmarktentwicklungen unabhängige Refinanzierungssituation geschaffen. Die KA wird jedoch auch weiterhin am Kapitalmarkt aktiv sein. Marktgegebene Möglichkeiten wurden genutzt, um Eigenemissionen von EUR 253,9 Mio. frühzeitig mit Kursgewinn zu tilgen.
Das Kundeneinlagengeschäft konnte weiter ausgebaut werden. Per 30. Juni 2012 beläuft sich das Einlagenvolumen, im Wesentlichen von institutionellen Kunden (i. e. Städte, Gemeinden, kommunale und öffentlichkeitsnahe Unternehmen sowie Versicherungen und Pensionskassen), auf EUR 2,0 Mrd. Die Bank betreibt kein Privatkundengeschäft. An kapitalmarktseitigen Refinanzierungen aus Covered Bonds, Senior Unsecured und Privatplatzierungen sind EUR 9,5 Mrd. aushaftend.
Zwtl.: Portfoliostruktur
Das Portfolio der KA ist durch eine breite Kundenbasis im kommunalen und öffentlichkeitsnahen Sektor gekennzeichnet. Insgesamt beträgt der Anteil österreichischer Gebietskörperschaften und öffentlichkeitsnaher Kunden am Gesamtportfolio 58 %; weitere 25 % entfallen auf Gebietskörperschaften und öffentlichkeitsnahe Kunden in anderen EU-Staaten sowie 11 % in Nicht-EU-Ländern, vor allem in der Schweiz. Somit verfügt die KA über eine hohe Portfolioqualität. Die KA hat zum Halbjahr keine überfälligen Kredite; die Non-Performing-Loan (NPL) Ratio beträgt 0,0 %. Zum 30. Juni 2012 sind 60 % des Obligos AAA/AA-geratet. Insgesamt werden 96 % dem Investmentgrade-Bereich zugeordnet. Geografisch verteilt sich der Großteil des Exposures auf die Europäische Union (EU-27 inkl. Österreich 89 %). Auf Nicht-EU-Staaten entfallen 11 % (davon 78 % Schweiz). Der Obligoanteil an Euro-Staaten mit Unterstützungsmaßnahmen beträgt EUR 175,9 Mio. oder 1,3 % des Gesamtportfolios.
Zwtl.: UGB/BWG
Das Betriebsergebnis nach UGB/BWG beträgt zum 30. Juni 2012 EUR 19,3 Mio. (HJ 2011: EUR 9,0 Mio.). Der Anstieg gegenüber dem ersten Halbjahr 2011 ergibt sich im Wesentlichen aus einer Gewinnausschüttung der Kommunalkredit Beteiligungs- und Immobilien GmbH (KBI), die als 100-%-Tochter der KA die eigengenutzten Immobilien und Beteiligungen der KA hält. Ohne Berücksichtigung dieser Ausschüttung liegt das Betriebsergebnis mit EUR 9,9 Mio. um 9 % über dem ersten Halbjahr 2011. Das Periodenergebnis nach UGB/BWG beträgt wie im Vorjahr EUR 0,0 Mio. und entspricht den Vorgaben des EU-Restrukturierungsplans, welcher bis zur Privatisierung keine positiven Nettoergebnisse vorsieht. Die allgemeine Risikovorsorge nach § 57 Abs. 1 BWG wurde in Höhe von EUR 31,5 Mio. dotiert und erreicht damit wieder das Niveau vor Auflösung im Rahmen der Griechenland-Umschuldung. Die Bilanzsumme nach UGB/BWG liegt bei EUR 14,6 Mrd. (31.12.2011: EUR 14,8 Mrd.).
Zwtl.: Reprivatisierung
Der Ministerrat der Republik Österreich hat am 29. November 2011 die Finanzmarktbeteiligung Aktiengesellschaft des Bundes (FIMBAG) mit der Privatisierung der Gesellschaftsanteile des Bundes gemäß den Bestimmungen des Finanzmarktstabilitätsgesetzes (FinStaG) beauftragt. Dies entspricht auch den Vereinbarungen der Republik Österreich mit der Europäischen Kommission im Rahmen des Restrukturierungsplans. Am 26. Juli 2012 wurde eine Einladung zur Abgabe von diesbezüglichen Interessensbekundungen veröffentlicht.
Zwtl.: Ausblick
Die KA ist im gegenwärtigen Marktumfeld mit der Ausrichtung auf kommunale und öffentlichkeitsnahe Infrastrukturprojekte strategisch sehr gut positioniert und bietet ihren Kunden in den Bereichen Soziale Infrastruktur, Energie & Umwelt sowie Verkehr individuelle Beratungs- und Finanzierungslösungen. Projektlösungen gewinnen angesichts weiterhin angespannter öffentlicher Haushalte und diesbezüglicher Verschuldungsgrenzen zunehmend an Bedeutung. Die neue geschäftspolitische Positionierung zeigt Erfolge im operativen Ergebnis der KA; dies wird auch für die zweite Jahreshälfte erwartet. Der Jahresüberschuss 2012 nach UGB/BWG insgesamt wird auf Basis der Auflagen der Europäischen Kommission bis zur Privatisierung ausgeglichen sein. Damit wird für das Jahr 2012 keine Kuponzahlung auf Ergänzungskapital- bzw. Partizipationskapitalinstrumente geleistet werden.
Rückfragehinweis: Kommunalkredit Austria Mag. Marcus Mayer (Kommunikation & Marketing) Tel.: +43 (0)1/31 6 31-593 oder +43 (0)664/80 31631 593 mailto:m.mayer@kommunalkredit.at www.kommunalkredit.at
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OTS0078 2012-08-03/11:35
AXC0082 2012-08-03/11:41
