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Die Ruhe vor dem Sturm

von Jochen Steffens

Der DAX kratz wieder an der 7.000er Marke. Wir schauen uns dazu den aktuellen Target-Trend-Chart an:

Vor einigen Tagen ist der DAX bereits vor der blauen Abwärtstrendlinie gescheitert. Heute hat er diese nahezu punktgenau im Hoch erreicht und hat es doch wieder nicht geschafft, diesen Widerstand zu überwinden. Dies belegt, wie wichtig diese Trendlinie für den weiteren Verlauf ist.

Gleichzeitig hat der DAX mit dem Hoch bei 6.995 Punkten natürlich auch den psychologisch relevanten 7000er-Widerstand getestet. Es ist demnach ebenfalls bereits der zweite Versuch, diese Marke zu nehmen. Noch kann man diesen Versuch nicht als gescheitert bezeichnen, dazu müsste es in den kommenden Tagen zu stärker fallenden Kursen kommen - aber der DAX tut sich eindeutig schwer.

Die meisten Marktbeobachter messen dem 7.000er Widerstand natürlich eine größere Bedeutung bei, wir achten hingegen eher auf die Abwärtstrendlinie.

Fehlende Dynamik

Auffallend ist jedoch, dass gerade an den US-Märkten die Dynamik verschwunden ist. Und das, obwohl diese ebenfalls vor wichtigen Widerständen stehen, nämlich den Jahreshochs. Dort werden bereits seit sieben Handelstagen nur noch vergleichsweise kleine Kerzen generiert. Diese fehlende Volatilität ist ein Zeichen der Unsicherheit. Der Markt weiß noch nicht, ob er es wagen kann, diese bullishen Signale in Form von neuen Jahreshochs zu generieren.

Die Ruhe vor dem Sturm

Nahezu immer, wenn die Dynamik an derart wichtigen Marken aus dem Markt geht, kommt es danach zu einer höchst dynamischen Bewegung. Es ist quasi die Ruhe vor dem Sturm. Nur ob der Wind in Richtung des Bären- oder Bullenlager weht, verrät dieser Volatilitätsverlust nicht. Allerdings hat Unsicherheit immer eine ganz kleine Tendenz zum Bärenlager, aber nur eine ganz kleine (siehe dazu auch die "broadening formation" in der klassischen Charttechnik).

Traue keinem Sommersignal

Andererseits kann der Dynamikverlust auch mit den Sommermonaten zusammenhängen. Wenn folglich diese bullishen Signale, also das Überwinden der Jahreshochs in den USA und der 7000er Marke im DAX, generiert werden, die Dynamik aber niedrig bleiben, wäre dies nur ein schwaches bullishes Signal.

Bei einem Ausbruch müsste wieder Dynamik aufkommen, ebenso, wenn die Kurse scheitern. Kurz: In der aktuellen Situation sollten Sie neben den genannten Widerständen darauf achten, in welche Richtung Dynamik aufkommt. Hier werden voraussichtlich die Weichen gestellt.

Viele Grüße

Jochen Steffens



US-Konjunkturdaten
von Jochen Steffens

Die US-Erzeugerpreise sind im Juli um 0,3 Prozent gestiegen. Analysten hatten lediglich mit einem Anstieg von 0,2 Prozent gerechnet - nach einem Anstieg von 0,1 Prozent im Vormonat. Zwar haben die Energiepreise sich dämpfend ausgewirkt, allerdings sind aufgrund der Dürre in den USA die Lebensmittelpreise um 0,5 % gestiegen. Auf Jahressicht kam es zu einem Anstieg von 0,5 Prozent, nach 0,7 Prozent im Vorjahr.

Ohne Energie und Nahrungsmittel stieg die Kernrate um 0,4 Prozent. Auch hier war lediglich ein Wert von 0,2 Prozent erwartet worden. Und bei der Kernrate ist auf Jahressicht ein schon beachtlicher Anstieg von 2,5 Prozent zu verzeichnen.

Falls sich auch bei den Verbraucherpreisen in der Kernrate solche leicht inflationären Tendenzen zeigen und längerfristig verschärfen sollten, wird die Fed wohl kaum QE3 beschließen. Diesen Punkt müssen wir demnach im Auge behalten.

© 2012 Börse-Intern
Software vor dem Comeback – diese 5 Aktien könnten durchstarten!
Während Halbleiter- und KI-Infrastrukturwerte von einem Hoch zum nächsten jagen, wurden viele Software-Aktien in den vergangenen Monaten regelrecht aus den Depots gedrängt. Die Angst vor Disruption hat Investoren zu einem radikalen Strategiewechsel veranlasst – mit der Folge, dass zahlreiche Qualitätsunternehmen heute auf Mehrjahrestiefs notieren.

Doch genau hier entsteht eine seltene Chance. Denn während die Bewertungen im Halbleitersektor inzwischen auf ambitionierten Niveaus liegen, ist der Bewertungsabschlag bei Software-Titeln so hoch wie seit Jahren nicht mehr. Gleichzeitig liefern viele Unternehmen weiterhin starke Wachstumszahlen und integrieren KI erfolgreich in ihre Geschäftsmodelle. Die Diskrepanz zwischen Kursentwicklung und operativer Stärke könnte sich schon bald auflösen.

Für Anleger bedeutet das: antizyklisch denken und gezielt zugreifen, bevor der Markt dreht. Denn erste technische Signale deuten darauf hin, dass sich die Trendwende bereits anbahnt.

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