Das Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) zeigt für das laufende dritte Quartal mit einem Plus von 0,2 Prozent ein etwas schwächeres Wachstum an als noch im Juli. Die Krise im Euroraum wird mehr und mehr zur Belastung für die deutsche Wirtschaft. "Die Exporte haben sich zwar bislang gut gehalten. Vieles spricht aber für eine Abkühlung der Auslandsnachfrage, weil nicht nur der Euroraum tiefer in die Rezession gleitet, sondern auch die übrige Weltkonjunktur schwächer läuft", sagte DIW-Konjunkturchef Ferdinand Fichtner.
"Die Krise im Euroraum trifft in erster Linie die Industrie", ergänzte DIW-Deutschlandexperte Simon Junker. "Hier dürften teilweise sogar Kurzarbeit und Rückgänge bei der Beschäftigung anstehen. Auch die Investitionen sind unter dem Eindruck sinkender Absatzchancen vorerst rückläufig."
Die verfügbaren Einkommen der Haushalte werden aber weiter merklich steigen, denn die Löhne werden nach DIW-Einschätzung kräftig anziehen. "Wir müssen im nächsten Halbjahr zwar mit einem Rückgang der Beschäftigung in Deutschland rechnen. Das betrifft aber nur einen kleinen Teil der Wirtschaft", sagte Junker. Von der schwächeren Entwicklung seien vor allem die exportabhängigen Bereiche betroffen. "Insgesamt wird die Lage auf dem Arbeitsmarkt außerordentlich gut bleiben", so Junker weiter. Der Konsum werde daher die wirtschaftliche Entwicklung stetig anschieben. Die DIW-Forscher erwarten, dass sich die Weltwirtschaft ab dem Jahreswechsel stabilisiert.
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August 29, 2012 03:13 ET (07:13 GMT)
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