Die Europäische Zentralbank (EZB) feilt gegen massiven deutschen Widerstand an einem neuen Programm zum Kauf von Anleihen der Euro-Krisenländer. Was Kritiker als Rechtsbruch werten, sehen EZB-Präsident Mario Draghi und seine Unterstützer als Befreiungsschlag für den Euro. Die Notenbank könnte unbegrenzt Staatsanleihen etwa Spaniens oder Italiens kaufen und damit den verunsicherten Märkten die Sorge vor einem Zerfall der Eurozone nehmen. Die EZB will aber -so viel ist bislang bereits klar -nur dann aktiv werden, wenn die betreffenden Staaten zuvor einen Hilfsantrag beim Euro-Rettungsfonds EFSF/ESM gestellt haben. Damit wären die Hilfen an politische Auflagen geknüpft. Vor der entscheidenden Sitzung des EZB-Rates am Donnerstag in Frankfurt kursierten zudem Berichte, wonach die Notenbank künftig bereit sein könnte, Verluste auf von ihr gehaltene Bonds zu akzeptieren. Dass sich die Notenbank auf eine Zinsobergrenze für den Anleihenkauf festlegen wird, halten Ökonomen für unwahrscheinlich. Klarheit über das Vorgehen wird von Draghis Pressekonferenz im Anschluss an die Ratssitzung (14.30 Uhr) erwartet. Die Finanzmärkte sehen der Entscheidung mit allergrößter Spannung entgegen. Der Italiener selbst hatte die Latte Ende Juli hoch gelegt: Die EZB werde "im Rahmen ihres Mandats alles Notwendige tun, um den Euro zu erhalten ".EZB-Direktor Jörg Asmussen hatte erst am Dienstag erklärt, die Geldpolitik erreiche die Wirtschaft zum Teil nicht mehr: "Der Leitzins, der eigentlich "leiten "soll, tut dies nur noch eingeschränkt. "Kritiker überzeugen solche Argumente nicht.
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