Auf ThyssenKrupp kommen wegen des Schienenkartells offenbar hohe Schadensersatzforderungen zu. Die Deutsche Bahn will sich von den am Kartell beteiligten Unternehmen mehr als eine Dreiviertel Milliarde Euro zurückholen, wie das Manager Magazin unter Berufung auf unterrichtete Kreise berichtet.
Der Staatskonzern werde die Klage noch vor Weihnachten einreichen. Er sehe sich zu dem Schritt gezwungen, da insbesondere ThyssenKrupp, der Haupttäter des Kartells, in den vergangenen Wochen kein Vergleichsangebot gemacht habe, hieß es in dem vorab veröffentlichten Bericht aus der Magazinausgabe vom 14. Dezember.
Dem Bericht zufolge richtet sich die Klage neben ThyssenKrupp auch gegen den österreichischen Stahlhersteller Voestalpine, die inzwischen vom Bahntechnikkonzern Vossloh übernommene Stahlberg Roensch und gegen deren ehemaligen Besitzer Constantin Stahlberg. Alle Beteiligten würden auf die komplette Summe verklagt, da sie gesamtschuldnerisch hafteten.
Den Löwenanteil dürfte allerdings ThyssenKrupp zu tragen haben. Von der Geldbuße von 124,5 Millionen Euro, die das Bundeskartellamt im Juli gegen die Unternehmen verhängte, entfielen vier Fünftel auf den Stahlkonzern. Die Deutsche Bahn war die Hauptgeschädigte der unzulässigen Absprachen über Mengen und Preise. Sie musste beim Schienenkauf seit Mitte der 90er-Jahre bis zu 30 Prozent zuviel zahlen.
Ein Sprecher der Deutschen Bahn AG wollte sich auf Anfrage nicht zu dem Bericht äußern. Von ThyssenKrupp war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.
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December 13, 2012 05:05 ET (10:05 GMT)
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