Was für eine Überraschung. Die Arbeitsmarktdaten für Januar fielen zwar wie erwartet aus, aber die beiden Vormonate Dezember und November wurden wesentlich stärker angehoben als gedacht. Die US-Wirtschaft ist also weiter auf dem Weg der Besserung. Allerdings ist die Entwicklung nicht so stark, dass die expansive Geldpolitik der US-Notenbank beendet würde. Diese Konstellation beflügelt die globalen Aktienmärkte und verstärkte den Trend raus aus Anleihen und rein in Aktien. Der Dow Jones erreicht die magischen 14.000 Punkte, die er zum letzten Mal 2007 gesehen hat. Der S&P 500 überwindet die 1.500 Punkte und der DAX dürfte diese Woche einen Anlauf auf die runde 8.000 Punktemarke nehmen.
Unterstützt werden die Aktienindizes auch von den überwiegend positiv ausgefallenen Unternehmensergebnissen. In den USA, wo die Bilanzsaison allmählich ausklingt, beträgt das Gewinnwachstum aller bisher vorgelegten Firmen aus dem S&P 500 im abgelaufenen Quartal rund vier Prozent. Das klingt nicht viel, ist aber mehr als erwartet.
In Deutschland nimmt die Bilanzsaison dagegen so langsam Fahrt auf. Münchener Rück, Daimler und HeidelbergCement stehen in dieser Woche an. Entscheidend für die weitere Einschätzung werden die Ausblicke sein, denn das abgelaufene Quartal war noch von einer schwachen Konjunktur geprägt. Sollte der Euro allerdings so fest bleiben oder noch weiter steigen, dürften deutsche und europäische Unternehmen Probleme bekommen. Kurzfristig hilft aber ein starker Euro, da vor allem ausländische Investoren für Unterstützung sorgen. Sie profitieren von steigenden Aktien sowie einer wertvolleren Währung und greifen daher gerne in Europa zu, auch wenn die Wirtschaft noch schwächelt.
Die konjunkturelle Lage ist allerdings auf dem Weg der Besserung wie die Einkaufsmanagerindizes der vergangenen Woche gezeigt haben. Daher ist in dieser Woche die Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank spannend. Es wird zwar mit keiner Zinssenkung gerechnet, aber die Ansprache von EZB-Chef Draghi kann Überraschungen parat haben. Es wird erwartet, dass er wie zuvor auf die Fortschritte in der Eurokrise eingehen wird. In Asien setzen die Aktienmärkte heute Morgen ihren Aufwärtstrend fort, können aber nur moderat zulegen. Am stärksten profitierten in Japan wieder die exportorientierten Unternehmen, obwohl der Yen heute relativ stabil war. Der DAX liegt aktuell leicht im Minus bei rund 7.820 Punkten.
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Hartmut Schneider
CeFDex Market Research für flatex
CeFDex AG
Wertpapierhandelsbank
Frankfurt/ Main
