Von Steffen Gosenheimer
Nach einem freundlichen Start macht sich an den Börsen in Ostasien Ernüchterung breit. Die nach den schwächer als erwartet ausgefallenen US-Arbeitsmarktdaten an den Finanzmärkten frühestens im kommenden Jahr erwartete Drosselung der US-Geldpolitik sorgte nur zu Beginn des Handels für steigende Kurse. Ungeachtet guter Vorgaben aus Europa und den USA haben viele Anleger im Verlauf des Handels aber die Seite gewechselt und verkaufen Aktien. Am Devisenmarkt gibt derweil der US-Dollar auf breiter Front nach.
In Tokio ist der Nikkei-Index deutlich ins Minus gerutscht und verliert 1,7 Prozent auf 14.469 Punkte. Dass die US-Notenbank die Märkte bis auf Weiteres mit Dollar fluten dürfte und damit Liquidität in Umlauf bringe, die nach Anlage sucht, ist zwar grundsätzlich günstig, die Kehrseite ist aber ein sich abschwächender Dollar. Die US-Devise beschleunigt im asiatischen Handel ihre jüngste Talfahrt. So kostet sie nur noch 97,41 Yen, verglichen mit Ständen über 98 Yen zu Beginn des Handels und einem Tageshoch von 98,50 am Dienstag.
Beim australischen Dollar ist die anfängliche Erholung zum US-Dollar dagegen umgeschlagen. Grund sind zuletzt höher als erwartet ausgefallene Verbraucherpreise. Nach anfänglich 0,9750 US-Dollar ist der Austral-Dollar inzwischen nur noch 0,9655 US-Dollar wert. Der koreanische Won und der malaysische Ringgit legen derweil auf Mehrmonatshochs zu. In den vergangenen Monaten hatten viele Währungen aus Schwellenländern unter der Sorge vor einem nahen Ende der expansiven US-Geldpolitik gelitten und stark abgewertet.
An der Börse in Tokio drückt der zum Dollar starke Yen auf die Stimmung und die Kurse insbesondere von exportsensiblen Aktien. In Sydney hat der Index ebenfalls ins Minus gedreht, er verliert 0,3 Prozent, nachdem er zuvor sechs Tage in Folge gestiegen war. In Schanghai geht es um 1,2 Prozent abwärts. Besonders Nebenwerte stünden hier auf den Verkaufslisten, da viele Akteure deren Bewertungen für zu hoch hielten, heißt es. Der Index der Börse in Shenzhen für kleinere Wachstumswerte verliert 3,8 Prozent.
Für leichte Verstimmung in China sorgt zudem, dass die Zentralbank des Landes am Vortag dem Bankensystem des Landes wider Erwarten keine Liquidität zugeführt hatte. Händlern zufolge war dies erst das zweite Mal nach einem gleichen Vorgehen im Juli. Analysten zufolge könnte der Hintergrund der Maßnahme in steigenden Kapitalzuflüssen im September zu suchen sein, worauf die Notenbank in kommender Zeit mit einer strafferen Geldpolitik reagieren könnte. Im Juli hatte dies zwischenzeitlich für extrem steigende Sätze im Interbankenhandel Chinas gesorgt.
Auf Unternehmensseite hat der japanische Motorenhersteller Nidec seine Gewinnprognose angehoben, worauf die Aktie gegen den breiten Trend um 6 Prozent anspringt. Für Tokyo Electron geht es um 0,7 Prozent nach oben, nachdem der Verlust in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres einem Bericht zufolge deutlich niedriger ausfallen soll als erwartet.
Am Goldmarkt, wo der Preis in Reaktion auf die US-Arbeitsmarktdaten am Dienstag deutlich bis auf über 1.340 Dollar zugelegt hatte, kommt es zu einer leichten Gegenbewegung. Zuletzt kostete die Feinunze 1.335 Dollar. Gold gilt bei vielen Anlegern als Fluchthafen in Zeiten steigender Preise. Dahinter steht die Befürchtung, dass die zunächst weiter ultraexpansiv erwartete US-Geldpolitik früher oder später steigende Preise zur Folge haben wird.
=== INDEX Stand +- in % Handelsende aktuell (MESZ) S&P/ASX 200 (Sydney) 5.358,40 -0,27% 08:00 Nikkei-225 (Tokio) 14.469,15 -1,66% 08:00 Kospi (Seoul) 2.043,16 -0,63% 08:00 Shanghai-Composite (Schanghai) 2.184,87 -1,17% 09:00 Hang-Seng-Index (Hongkong) 23.299,94 -0,07% 10:00 Straits-Times (Singapur) 3.219,10 +0,28% 11:00 KLCI (Malaysia) 1.813,97 +0,58% 11:00 DEVISEN zuletzt +/- % 0.00 Uhr Di, 10.56 Uhr EUR/USD 1,3777 -0,0% 1,3779 1,3671 EUR/JPY 134,2265 -0,7% 135,1836 134,4846 USD/JPY 97,4160 -0,7% 98,1100 98,3550 USD/KRW 1056,4000 -0,2% 1058,0400 1060,6700 USD/CNY 6,0866 -0,1% 6,0927 6,0931 AUD/USD 0,9655 -0,5% 0,9708 0,9657 === Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com DJG/DJN/gos/flf
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October 23, 2013 01:17 ET (05:17 GMT)
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