Bankentitel haben zur Wochenmitte unter Spekulationen über weitere hohe Strafzahlungen im Libor-Skandal gelitten. Die mögliche Geldbuße von einer Milliarde US-Dollar für die niederländische Rabobank ziehe den gesamten Bankensektor ins Minus, sagte Marktanalyst Kornelius Barczynski vom Brokerhaus GKFX. Zusätzlich machten Börsianer die von der Europäischen Zentralbank (EZB) bekanntgegebenen Details zur Überprüfung großer europäischer Banken als Grund für die schlechte Stimmung der Anleger aus.
Der Sektorindex für Banken
HÄNDLER: HOHE STRAFE WÄRE NEGATIVES SIGNAL
Berichten der "Financial Times" und der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge muss Rabobank für einen Libor-Vergleich mit britischen, amerikanischen und niederländischen Behörden eine Milliarde US-Dollar auf den Tisch legen. Eine Strafe in dieser Höhe läge deutlich über den Schätzungen von Analysten, sagte ein Händler. Entsprechend negativ wäre das Signal für die anderen Banken, deren mögliche Beteiligung an einer Manipulation des Referenzzinssatzes Libor untersucht wird. Auch gegen die Deutsche Bank laufen weltweite Untersuchungen.
Zudem will die EZB die Bilanzen von 124 Geldhäusern im Euro-Raum
vor dem Start der europäischen Bankenaufsicht genau durchleuchten,
darunter auch die Deutsche Bank
HÖHE DER KAPITALANFORDERUNGEN ÜBERRASCHT NICHT SONDERLICH
Bereits vor gut eineinhalb Wochen hatte die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" über eine Kernkapitalquote von mindestens 7 Prozent im Verhältnis zu den risikogewichteten Aktiva zuzüglich eines Aufschlages berichtet. Dessen Höhe könne etwa ein Prozent, aber auch mehr betragen, hieß es damals. Auf diesem Niveau liegen nun die von der EZB am heutigen Mittwoch genannten 8 Prozent./mis/enl/rum/stb
ISIN DE000CBK1001 DE0005140008
AXC0079 2013-10-23/12:02
