NEW YORK/LONDON/WIEN (dpa-AFX) - Die Ölpreise haben am Donnerstag frühe Verluste weitgehend wieder ausgeglichen. Die Aussicht auf einen baldigen Abbau des Überangebots an Rohöl nach Schätzungen der Internationalen Energieagentur (IEA) gab den Preisen Auftrieb. Sie blieben aber weiter leicht im Minus. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juni kostete zuletzt 44,15 US-Dollar. Das waren drei Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im Mai lag fünf Cent unter dem Wert vom Vortag bei 41,72 Dollar.
Die IEA rechnet mit einem baldigen Ende des starken Überangebots an Rohöl auf dem Weltmarkt. In der zweiten Jahreshälfte dürfte sich das Spiel von Angebot und Nachfrage nahezu ausgleichen, hieß es im Monatsbericht der Organisation, in der sich 29 Staaten als Gegengewicht zu den Ölfördernationen zusammengeschlossen haben. Als Ursache nannten die Experten einen deutlichen Rückgang der Produktion in Förderländern außerhalb der Organisation erdölexportierender Länder (Opec), die in der Regel unter den aktuell günstigen Ölpreisen leiden.
Zuvor hatten Hinweise auf ein weiter außergewöhnlich hohes Angebot am Ölmarkt vom Vortag die Preise weiter belastet. Die Rohöllagerbestände in den USA sind nach Zahlen vom Mittwoch in der vergangenen Woche überraschend stark um 6,6 Millionen Barrel gestiegen und erreichten ein Rekordhoch bei 536,5 Millionen Barrel. Allerdings fielen die veröffentlichten Daten insgesamt durchwachsen aus. So sind die Benzinbestände zurückgegangen und die US-Ölförderung ist auf den niedrigsten Stand seit Oktober 2014 gefallen. Die Zahl der aktiven Bohrlöcher war um 354 und damit auf den tiefsten Stand seit November 2009 gesunken.
Zum Wochenende rückt der Versuch wichtiger Opec-Mitglieder und Russlands in den Blick, sich auf eine Begrenzung der Fördermenge zu einigen. Am Mittwoch hatte der russische Energieminister Alexander Nowak gesagt, die Fördermengen könnten ohne die Zustimmung der Führung in Teheran eingefroren werden. Die bislang angestrebte Beteiligung des Iran gilt Experten als wichtiges Hindernis auf dem Weg zu einer Einigung, da der Iran nach dem Wegfall internationaler Sanktionen schwer davon zu überzeugen sein dürfte, seine Produktion nicht hochzufahren.
Der Preis für Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) ist erneut gestiegen. Das Opec-Sekretariat meldete am Donnerstag, dass der Korbpreis am Mittwoch 38,91 US-Dollar betragen habe. Das waren 29 Cent mehr als am Dienstag. Die Opec berechnet ihren Korbpreis auf Basis der 13 wichtigsten Sorten des Kartells./tos/jkr/fbr
AXC0130 2016-04-14/13:07
