DJ MORNING BRIEFING - USA/Asien
Der Markt-Überblick am Morgen, zusammengestellt von Dow Jones Newswires:
TAGESTHEMA
Das chinesische Exportwachstum hat sich im Mai beschleunigt und stützt damit die Wirtschaft, die weiterhin unter einer anhaltenden Binnenschwäche leidet. Die Ausfuhren stiegen im Mai um 19,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr nach einem Anstieg von 14,1 Prozent im April. Das Ergebnis übertraf den von Ökonomen erwarteten Anstieg von 12,8 Prozent. "China hat trotz der weltweiten wirtschaftlichen Unsicherheit und der Aufwertung des Renminbi in diesem Jahr ein starkes Exportwachstum erzielt", sagte Zhiwei Zhang, ein Ökonom bei Pinpoint Asset Management. Die Exporte blieben der Hauptwachstumstreiber der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt, die im ersten Quartal um 5,0 Prozent wuchs. Damit wurde das obere Ende des offiziellen Wachstumszielkorridors Pekings für 2026 von 4,5 bis 5,0 Prozent erreicht. Der weltweite KI-Boom hat den chinesischen Exporten starken Rückenwind verliehen. Angetrieben von dieser Technologiewelle stiegen Chinas Halbleiterexporte im Mai im Vergleich zum Vorjahr um 110,1 Prozent. Damit setzten sie den massiven Anstieg von 100 Prozent im April fort. Unter den wichtigsten Handelspartnern stiegen die Ausfuhren in die USA im Mai im Jahresvergleich um 35,4 Prozent, eine deutliche Beschleunigung gegenüber dem Wachstum von 11,3 Prozent im April. Dieser Anstieg war auf nachlassende Handelsspannungen und eine günstige niedrige Vergleichsbasis zurückzuführen, als sich der Zollstreit zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt verschärft hatte. Die Binnennachfrage steht aufgrund des anhaltenden Abschwungs am Immobilienmarkt weiterhin unter Druck, obwohl die Importdaten für Mai auf eine gewisse Verbesserung hindeuten. Die Importe stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 27,4 Prozent verglichen mit einem Anstieg von 25,3 Prozent im April - und übertrafen die Erwartungen von 22,1 Prozent. Der Handelsüberschuss weitete sich im Mai auf 105,4 Milliarden US-Dollar aus von 84,82 Milliarden Dollar im April. Damit übertraf er die Prognose von 86,8 Milliarden Dollar.
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AUSBLICK KONJUNKTUR
- US
14:30 Handelsbilanz April
PROGNOSE: -56,00 Mrd USD
zuvor: -60,31 Mrd USD
16:00 NAR, Verkauf bestehender Häuser Mai
PROGNOSE: +0,7% gg Vm
zuvor: +0,2% gg Vm
ÜBERSICHT INDIZES
Index zuletzt +/- % E-Mini-Future S&P-500 7.437,00 +0,3 E-Mini-Future Nasdaq-100 29.625,50 +0,6 S&P/ASX 200 (Sydney) 8.614,20 -0,1 Topix-500 (Tokio) 3.894,74 +1,1 Kospi (Seoul) 8.071,63 +7,9 Shanghai-Composite 3.984,06 +0,6 Hang-Seng-Index (Hongkong) 24.610,99 -0,2
FINANZMÄRKTE
OSTASIEN (VERLAUF)
Nach dem heftigsten Ausverkauf des Vortages seit März gehen die Aktienmärkte auf Erholungskurs. Die zum Wochenbeginn teilweise heftig unter die Räder geratenen Halbleiter- und KI-Aktien fungieren als Treiber. Übergeordnet stützt auch die leichte Entspannung im Nahen Osten, wo die militärischen Auseinandersetzungen zwischen Israel und dem Iran offenbar keine Fortsetzung finden. Weiterhin extrem volatil zeigt sich der südkoreanische Kospi, der nach dem Vortageseinbruch nun wieder Boden gutmacht - begleitet von erneuten der Volatilität geschuldeten Handelsunterbrechungen. Gestützt wird die Börse in Seoul auch durch eine Aufwärtskorrektur der BIP-Daten für das erste Quartal. Die Halbleiter-Schwergewichte Samsung Electronics und SK Hynix ziehen um 6 bzw. 11,2 Prozent an. Letztere profitieren zudem von der Ankündigung einer wichtigen Kooperation mit dem US-KI-Dickschiff Nvidia. In Japan profitiert der Nikkei-225 ebenfalls von der Erholung im Technologiesektor. Tokyo Electron springen um 9,7 Prozent nach oben, Panasonic um 7,8 Prozent. Die Börsen in China reagieren sehr verhalten auf starke Handelsdaten. Etwas belastet, dass die USA Technologie-Unternehmen wie Alibaba, Baidu und BYD auf eine schwarze Liste wegen Verbindungen zum chinesischen Militär gesetzt haben. In Australien sinkt der S&P/ASX-200 leicht. Wegen des Feiertags zum Wochenbeginn können Anleger erst am Dienstag auf die schwache Marktentwicklung reagieren. James Hardie teilte indes mit, man werde sich gegen eine US-Sammelklage von Aktionären verteidigen. Der Kurs büßt 2,5 Prozent ein.
WALL STREET
INDEX zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag
DJIA 50.786,01 -0,2 -80,77 50.866,78
S&P-500 7.405,73 +0,3 +21,99 7.383,74
NASDAQ Comp 25.929,66 +0,9 +220,23 25.709,43
NASDAQ 100 29.414,26 +1,6 +456,66 28.957,60
Umsatzdaten
Montag Freitag
Umsatz NYSE (Aktien) 1,21 Mrd 1,31 Mrd
Gewinner 1.295 825
Verlierer 1.446 1.938
Unverändert 98 70
Etwas fester - Im Blick stand die Erholung von Technologieaktien, die am Freitag mit Gewinnmitnahmen und Zinserhöhungssepkulatikonen nach einem starken Arbeitsmarktbericht abverkauft worden waren. Nvidia-Chef Huang sah die jüngste Schwäche als Kaufgelegenheit. KI werde zu einer grundlegenden globalen Infrastruktur, die mit dem Internet vergleichbar sei. Daneben bewegte Lage im Nahen Osten. Zunächst bremste die jüngste Eskalation zwischen Israel und dem Iran und sorgte auch für gestiegene Ölpreise; im Tagesverlauf entspannte sich die Lage aber wieder, nachdem beide Seiten ihre jüngsten Angriffe für beendet erklärt hatten. Apple stellte auf ihrer Entwicklerkonferenz "Siri AI" vor und will damit den Anschluss an den KI-Hype finden. Anleger überzeugte das aber nicht. Die Aktie stieg im Vorfeld auf ein Rekordhoch und fiel dann deutlich zurück, unter dem Strich um 1,9 Prozent. Marvell sprangen um 9,6 Prozent nach oben - die Aktie wird in den S&P-500 aufgenommen. Allerdings war der Kurs am Freitag auch um fast 17 Prozent abgesackt. Auch andere Titel des Chipsektors erholten sich: AMD gewannen 5,1, Broadcom 2,8, Micron 9,9 und Seagate 3,5 Prozent. Intel stiegen um 11,1 Prozent - zusätzlich gestützt durch einen Bericht, wonach sich Google und Nvidia vertraulich an Intel gewandt haben sollen als Backup-Hersteller von Chips. Nvidia kamen auf ein Plus von 1,7 Prozent.
USA - ANLEIHEN
Mit dem höheren Ölpreis stiegen die Zinserhöhungserwartungen weiter, die am Freitag nach den starken Arbeitsmarktdaten einen Sprung nach oben gemacht hatten. Am Anleihemarkt zogen die Renditen etwas an. Die Zehnjahresrendite stieg um 2 Basispunkte auf 4,56 Prozent.
DEVISENMARKT
DEVISEN zuletzt +/- % 00:00 Mo, 09:27 % YTD EUR/USD 1,1545 +0,1 1,1534 1,1524 -1,7 EUR/JPY 184,90 +0,1 184,72 184,62 +0,5 EUR/GBP 0,8639 -0,1 0,8645 0,8635 -0,9 USD/JPY 160,14 -0,0 160,17 160,20 +2,2 USD/KRW 1.512,40 -0,9 1.526,40 1.531,64 +5,0 USD/CNY 6,7740 -0,1 6,7832 6,7847 -3,1 USD/CNH 6,7752 -0,1 6,7839 6,7866 -2,9 USD/HKD 7,8356 -0,0 7,8368 7,8346 +0,7 AUD/USD 0,7057 +0,2 0,7045 0,7055 +5,8 NZD/USD 0,5836 +0,5 0,5807 0,5806 +1,4 BTC/USD 63.358,69 -0,2 63.472,70 63.219,57 -27,8
Der Dollar tendierte nach dem kräftigen Anstieg am Freitag seitwärts.
ROHSTOFFE
METALLE
Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.348,66 +0,5 20,07 4.328,59 Silber 68,51 +0,5 0,34 68,17 Platin 1.761,17 +0,4 6,67 1.754,50 (Angaben ohne Gewähr)
Die steigenden Marktzinsen machten Gold weiter zu schaffen. Nach dem deutlicheren Rückgang am Freitag bewegte sich der Preis kaum.
ÖL
ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 89,90 -1,5 -1,40 91,30 Brent/ICE 93,31 -1,0 -0,94 94,25
Der Preis für Öl der Sorte Brent zog um rund 1 Prozent auf gut 94 Dollar an. Am frühen Montag hatte es noch über 97 Dollar gekostet angesichts der gegenseitigen israelisch-iranischen Angriffe. Mit dem Wiedereinsetzen einer Waffenruhe zwischen beiden Ländern kam der Preis ab Nachmittag wieder deutlich zurück.
MELDUNGEN SEIT MONTAG 20.00 UHR
KONJUNKTUR SÜDKOREA
BIP 1Q revidiert +1,8% (vorläufig: +1,7%) gg Vorquartal
BIP 1Q revidiert +3,8% (vorläufig: +3,6%) gg Vorjahr
BIP 2024 revidiert +2,2% (vorläufig: +2,0%) gg Vorjahr
CHINA
Der CDU-Bundestagsabgeordnete Nicolas Zippelius warnte in einem Interview mit der Börsen-Zeitung vor den wachsenden und ernstzunehmenden Risiken einer wirtschaftlichen Abhängigkeit von China, die sich von kritischen Rohstoffen wie Seltenen Erden bis hin zu digitalen Systemen erstreckt. Angesichts der unklaren Stoßrichtung der aktuellen Bundesregierung plädiert er für einen konsequenten, europäisch geschlossenen Ansatz, der statt bloßer Strategiepapiere handfeste Maßnahmen zur Risikominderung (De-Risking) ergreift. Um faire Wettbewerbsbedingungen und Reziprozität im Handel durchzusetzen, verlangt er neben der Stärkung des Standorts Deutschland und Europa durch bessere Investitionsbedingungen auch den gezielten Aufbau eines zentralen China-Kompetenzzentrums. (Börsen-Zeitung)
QUALCOMM
Der Chipkonzern arbeite mit seinen Kunden an rund 40 neuen Produkt-Designs. Darunter seien Datenbrillen, KI-Anhänger oder Kopfhörer mit Kamera, sagte Qualcomm-Chef Cristiano Amon. Sie würden sich die Fähigkeiten moderner KI-Modelle zunutze machen, die etwa Bild- und Audioinformationen gleichzeitig verarbeiten könnten. "Was wir jetzt sehen, ist eine neue Geräteklasse", sagte Amon dem Handelsblatt. Das Smartphone werde nicht verschwinden, aber es trete in den Hintergrund. "Sprache, Sehen und Hören werden Teil der Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine". (Handelsblatt)
BLACKSTONE
versucht, Anteile an privaten Investmentfonds im Wert von mehr als 2 Milliarden US-Dollar in einer der größten Transaktionen dieser Art zu veräußern. Der US-Vermögensverwalter testet damit das Interesse der Anleger an älteren Private-Equity-Vehikeln aus. Blackstone vermarktet eine sogenannte "Collateralised Fund Obligation", die Beteiligungen an Leveraged-Buyout-Fonds zu Anleihen bündelt, um diese an Investoren und Versicherer zu verkaufen, wie mit der Angelegenheit vertraute Personen berichten. Ob Blackstone die Verbriefung letztendlich durchführen oder versuchen wird, die Anteile im Rahmen einer Sekundärtransaktion zu verkaufen, ist noch unklar, wie eine mit der Angelegenheit vertraute Person sagte. (Financial Times)
HINWEIS: Dieses Briefing kann Meldungselemente enthalten, die mit Künstlicher Intelligenz automatisch aus der ursprünglich englischen Version ins Deutsche übersetzt wurden. Die englischsprachige Version sollte als die maßgebliche Fassung betrachtet werden.
Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
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June 09, 2026 01:46 ET (05:46 GMT)
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