DJ ÜBERBLICK am Mittag/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
EZB dürfte Zinsen 2026 zweimal anheben - Zwei Senkungen im ersten Halbjahr 2027
Die Europäische Zentralbank werde die Zinsen in dieser Woche um einen Viertelpunkt anheben, gefolgt von einer weiteren Zinserhöhung im September, wodurch der Einlagensatz auf 2,5 Prozent steige, schreibt Bjoern Ohl von der apoBank in einer Research Note. "Seit März haben sich die Inflationsaussichten in der Eurozone infolge des Iran-Krieges und steigender Energiepreise erheblich verschlechtert", so der Ökonom. Die apoBank erwarte jedoch, dass die für dieses Jahr erwarteten Zinserhöhungen wieder zurückgenommen werden, wobei der Einlagensatz im ersten Halbjahr 2027 in zwei Schritten von 2,5 Prozent auf 2 Prozent gesenkt werde.
Fehlende Nahost-Einigung dürfte EZB-Zinserhöhung besiegeln
Die Märkte preisen eine Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank am Donnerstag ein, da eine fehlende Einigung im Nahen Osten und das erneute Aufflammen der Feindseligkeiten den Handlungsbedarf so gut wie besiegeln, meint Jan Felix Gloeckner von Insight Investment. "Die aktualisierten Prognosen [der EZB-Mitarbeiter] dürften eher in Richtung des im März vorgestellten Negativszenarios tendieren, wobei die Inflation anzieht und das Wachstum nachlässt", schreibt der Senior Investment Specialist in einer Research Note. Da der Energieschock wohl länger anhalten wird, sieht Insight Investment Spielraum für eine zweite Zinserhöhung im weiteren Jahresverlauf. Die Märkte würden sich besonders auf jegliche Hinweise zum Kurs nach Juni konzentrieren, während von der EZB erwartet werde, dass sie sich ihre Optionalität bewahre, meint er.
Erwartete EZB-Zinserhöhungen - Eine Maßnahme für die Glaubwürdigkeit
Die Märkte haben eine lang erwartete Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank am Donnerstag vollständig eingepreist und erwarten eine zweite Anhebung im September. Die Straffung der Geldpolitik erweise sich dabei als eine Maßnahme für die Glaubwürdigkeit, schreibt Gordon Shannon von TwentyFour Asset Management in einer Research Note. "Die EZB ist nicht bereit, den energiebedingten Beschleunigungseffekt der Inflation zu ignorieren, trotz der zunehmenden Abwärtsrisiken für das Wachstum", sagt er. "Die Straffung wird als eine Maßnahme für die Glaubwürdigkeit dargestellt, wobei die Erinnerungen an 2022 noch sehr lebendig sind." Shannon erwartet, dass die Kommunikation der EZB wahrscheinlich bedingter und handlungsorientierter, aber nicht expliziter werden dürfte.
KI-Superzyklus kurbelt Chinas Handel an
Der KI-Superzyklus treibt den chinesischen Handel an. Dieser Trend verheißt nach Meinung von Citi-Analysten Gutes für die Wirtschaft des Landes. Exporte und Importe hätten sich im Mai beschleunigt, schreiben Xiangrong Yu und Yuanliu Hu. Das Wachstum der Exporte sei dabei von KI-Hardware angetrieben worden, was die Schwäche bei arbeitsintensiven Gütern kaschiert habe. Auch die Importe seien stark technologiegetrieben gewesen. Citi erwartet, dass sich die Exportstärke über den Sommer fortsetzen und damit eine entscheidende Stütze für das BIP-Wachstum bieten wird. Das Wachstum bleibe jedoch K-förmig, gekennzeichnet durch eine Outperformance in einigen Sektoren und einen Rückgang in anderen.
Stimmung der US-Kleinunternehmen im Mai leicht gesunken
Die Stimmung unter den US-Kleinunternehmen ist im Mai gesunken, da höhere Kraftstoffpreise die Margen belasteten und die Einstellungspläne schwächten. Der Verband National Federation of Independent Business (NFIB) teilte mit, dass sein Optimismus-Index für Kleinunternehmen im Mai um 0,6 Punkte auf 95,3 gefallen sei. Damit blieb er unter seinem 52-Jahres-Durchschnitt von 98,0. Von The Wall Street Journal befragte Ökonomen hatten einen höheren Wert von 96,2 erwartet.
Stabilisierende US-chinesische Beziehungen gut für Chinas Exporte in die USA
Eine sich stabilisierende Beziehung zwischen den USA und China ist ein gutes Zeichen für Chinas direkte Exporte in die USA, schreibt der HSBC-Ökonom Taylor Wang in einem Kommentar. Chinas Exporte in die USA haben sich im Mai weiter beschleunigt und sind im Jahresvergleich um 35 Prozent gestiegen. Neben einem niedrigen Basiseffekt hätten auch eine sich stabilisierende Handelsbeziehung zwischen den USA und China, die Verringerung des US-Zollgefälles gegenüber Chinas Handelspartnern und Chinas relative Widerstandsfähigkeit im verarbeitenden Gewerbe angesichts des Nahost-Konflikts wahrscheinlich für Unterstützung gesorgt, meint der Ökonom.
Taiwans Exporte steigen dank KI-Nachfrage weiter stark an
Taiwans Exporte zeigten sich im Mai weiterhin robust, gestützt durch eine widerstandsfähige Nachfrage nach Produkten im Zusammenhang mit künstlicher Intelligenz, während sich die Importe aufgrund höherer Energiekosten beschleunigten. Die wertmäßigen Ausfuhren stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 51,7 Prozent und übertrafen damit den in einer Umfrage des Wall Street Journal unter Ökonomen erwarteten Anstieg von 42 Prozent. Der Wert lag über dem Anstieg von 39 Prozent im April, wie offizielle Daten zeigten.
Ökostrom-Anteil in Deutschland klettert auf über 53 Prozent
Im ersten Quartal 2026 sind in Deutschland 126,6 Milliarden Kilowattstunden Strom produziert und in das Stromnetz eingespeist worden. Das entspricht einem Zuwachs von 6,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte. 53,3 Prozent. also mehr als die Hälfte der gesamten inländischen Stromproduktion, stammte aus erneuerbaren Energieträgern. Im Vorjahreszeitraum hatte dieser Wert bei 49,6 Prozent gelegen. Die Stromerzeugung aus konventionellen Quellen sank dagegen um 1,8 Prozent auf einen Anteil von 46,7 Prozent.
Deutschland gibt Kampfflugzeugprojekt mit Frankreich auf
Deutschland hat sich aus einem ins Stocken geratenen Tarnkappenflugzeug-Projekt mit Frankreich und Spanien zurückgezogen. Dessen mangelnder Fortschritt ist zu einem Symbol für die Hürden geworden, mit denen Europa beim Wiederaufbau seiner Streitkräfte konfrontiert ist, während die USA ihre Präsenz auf dem Kontinent reduzieren. Berlin werde den Bau und die Bestellung des Flugzeugs nicht weiter verfolgen, sagte ein hochrangiger Vertreter der Bundesregierung. Zuvor war es nicht gelungen, einen Streit zwischen Airbus und Dassault Aviation darüber beizulegen, wer die Führung bei der Entwicklung übernehmen soll.
DJG/DJN/apo
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June 09, 2026 07:30 ET (11:30 GMT)
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