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MÄRKTE EUROPA/Anleger gehen vor Mega-Börsengängen in Deckung

DJ MÄRKTE EUROPA/Anleger gehen vor Mega-Börsengängen in Deckung

DOW JONES--Nach volatilem Verlauf hat der europäische Aktienmarkt am Dienstag mit Verlusten geschlossen. Gestützt durch einen deutlich fallenden Ölpreis notierten die Börsen über weite Strecken mit kräftigen Aufschlägen. Am Nachmittag aufkommender Druck von Wall Street, und hier speziell aus dem Technologiesektor, sorgte dann aber für einen Stimmungswechsel. Dort gerieten Chipaktien erneut unter Abgabedruck. Daneben wurde im Handel auf den anstehenden Börsengang von SpaceX verwiesen. Dieser sei mit einem knapp 90-fachen des Umsatzes extrem ambitioniert bewertet.

"Zeitnah kommen einige dicke Bretter auf die Börse zu, die nur schwer zu durchbohren sein werden. Neben den Notenbanksitzungen stehen drei Mega-IPOs ins Haus, die Liquidität aus den Märkten abziehen", kommentierte CMC. Zudem bleibe die Situation im Nahen Osten fragil und könne sich täglich ändern. Der Iran-Krieg stelle sich weiterhin als ein sehr komplexes und schwer einschätzbares geopolitisches Risiko dar.

Der DAX gab 0,7 Prozent auf 24.433 Punkte nach, im Tageshoch stand der Index bei 24.821. Der Euro-Stoxx-50 büßte 0,2 Prozent ein. Der Preis der Ölsorte Brent verbilligte sich deutlich um 3,5 Prozent auf 90,93 Dollar das Fass. An den Anleihemärkten sanken die Renditen leicht.

Von der EZB wird am Donnerstag dessen ungeachtet eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte erwartet vor dem Hintergrund des Inflationsanstiegs als Folge des Energiepreisschocks durch die Blockade der Straße von Hormus. Neue Inflationsdaten dürften die Währungshüter darin bestärken. In den Niederlanden betrug die Inflation im Mai 3,5 Prozent, verglichen mit 2,8 Prozent im April. Die EZB peilt eine Teuerung um 2,0 Prozent an.

Neben Energietiteln (-2,6%) wurden Technologieaktien gemieden. Für das Infineon-Papier ging es 3,3 Prozent nach unten, Aixtron fielen um 2,4 Prozent zurück, während SAP um 2,2 Prozent nachgaben. ASML büßten 0,4 Prozent ein. Für Siemens Energy ging es gleich um 5,9 Prozent nach unten, die Aktie wird als KI-Ausstatter gehandelt.

Unternehmensseitig hat der Pharmariese GSK seine Prognose für 2026 bestätigt, trotz eines 10,6 Milliarden Dollar schweren Gebots für das US-Biotechnologieunternehmen Nuvalent. GSK bietet 124 Dollar je Aktie, entsprechend einem Aufschlag von rund 40 Prozent auf den Schlusskurs am Montag. Analysten stufen die Übernahme als strategisch sinnvoll ein. GSK stärkt sich auf diesem Weg im Onkologie-Bereich. Die GSK-Aktie fiel um 0,5 Prozent.

Die Trauer über das gescheiterte deutsch-französische Kampfjetprojekt FCAS hielt sich bei Airbus (-0,7%) in Grenzen. Nach Einschätzung der DZ Bank ist das Aus die richtige Entscheidung. Die Analysten verwiesen auf die seit Jahren bestehenden Konflikte zwischen Dassault Aviation (-1%) und Airbus über Zuständigkeiten und Führungsrollen sowie auf die unterschiedlichen militärischen Anforderungen beider Länder. Vor diesem Hintergrund gelte: Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.

In Mailand gewannen Banca Monte dei Paschi di Siena 2,6 Prozent. Die Bank will den Fusionsvorschlag der Banco BPM und das am Vortag aufgeschlagene Kaufangebot von Intesa Sanpaolo nun prüfen. Unabhängig davon stellte die Bank klar, dass alle bereits laufenden Integrationsmaßnahmen im Zusammenhang mit der Übernahme bzw. Fusion mit Mediobanca planmäßig und wie zuvor angekündigt fortgesetzt würden. Intesa Sanpaolo legten um 0,9 Prozent zu und BPM um 1,5 Prozent.

VodafoneThree soll ein Gebot für das Privatkundengeschäft von TalkTalk abgegeben haben. Wie die "FT" mit Verweis auf Kreise berichtete, würde VodafoneThree damit in den Übernahmekampf um TalkTalk einsteigen. Mit einem Kauf könnte VodafoneThree das eigene Breitbank-Geschäft stärken. VodafoneThree ist aus der Fusion zwischen Vodafone und Three im vergangenen Jahr entstanden. Vodafone gaben 1,8 Prozent nach, BT Group verloren 3,4 Prozent.

Mit Abgaben von 8,5 Prozent führten Salzgitter die Verliererliste im MDAX an. Spezielle Gründe für die Kursschwäche waren im Handel nicht bekannt. Vielmehr wurde auf die allgemeine Sektorschwäche für Stahl verwiesen, auch soll es negative Analystenstimmen zu Salzgitter gegeben haben. Thyssenkrupp verloren 4,2 Prozent.

K+S fielen um 3,2 Prozent zurück. Der Düngemittelhersteller begibt eine Anleihe im Nennwert von 300 Millionen Euro. Sie kann unter bestimmten Konditionen in bis zu 17,91 Millionen Aktien gewandelt werden, was entsprechend gewinnverwässernd wirkt.

Tagessieger im DAX waren Symrise, die um 7,2 Prozent zulegten. Die Aktie zog im Fahrwasser von Givaudan an. Die Aktie des schweizerischen Wettbewerbers verteuerte sich nach einer Kaufempfehlung durch die Deutsche Bank um 7,5 Prozent.

=== 
Index        Schluss* Entwicklung in % Seit Jahresbeginn (%) 
Euro-Stoxx-50     6.050       -0,2          +4,7 
Stoxx-50        5.156       -0,5          +5,3 
Stoxx-600        619       -0,5          +5,0 
DAX          24.433       -0,7          +0,5 
FTSE-100 London    10.373       -1,4          +4,5 
CAC-40 Paris      8.199       +0,1          +0,6 
AEX Amsterdam     1.045       +0,2          +9,9 
ATHEX-20 Athen     5.965       +1,5         +11,5 
BEL-20 Brüssel     5.549       +0,3          +9,3 
BUX Budapest     133.710       -0,3         +20,4 
OMXH-25 Helsinki    6.456       -1,8         +13,2 
OMXC-20 Kopenhagen   1.489       -0,5          -7,4 
PSI 20 Lissabon    8.931       -0,3          +8,1 
IBEX-35 Madrid    18.223       -0,3          +5,3 
FTSE-MIB Mailand   50.208       +0,1         +11,7 
OBX Oslo        1.938       -0,1         +21,3 
PX Prag        2.524       +1,0          -6,0 
OMXS-30 Stockholm   3.107       -1,2          +7,8 
WIG-20 Warschau   135.463       +0,1         +15,4 
ATX Wien        6.006       +0,1         +12,8 
SMI Zürich      13.321       +0,3          +0,4 
* gerundet 
 
DEVISEN         zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag Mo, 17:20 
EUR/USD          1,1548  +0,1   0,0014     1,1534   1,1544 
EUR/JPY          185,11  +0,2   0,3900     184,72  184,7900 
EUR/CHF          0,9211  +0,1   0,0011     0,9200   0,9198 
EUR/GBP          0,8629  -0,2  -0,0016     0,8645   0,8649 
USD/JPY          160,29  +0,1   0,1200     160,17  160,0500 
GBP/USD          1,338  +0,3   0,0042     1,3338   1,3345 
USD/CNY          6,7722  -0,2  -0,0110     6,7832   6,7825 
USD/CNH          6,7753  -0,1  -0,0086     6,7839   6,7831 
AUS/USD          0,7023  -0,3  -0,0022     0,7045   0,7059 
Bitcoin/USD      61.050,04  -3,8 -2.422,66    63.472,70 64.197,30 
 
ROHOEL          zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
WTI/Nymex         86,05  -5,8   -5,25      91,3 
Brent/ICE         90,03  -4,5   -4,22      94,25 
 
Metalle         zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
Gold          4.263,99  -1,5   -64,60    4.328,59 
Silber           65,25  -4,3   -2,91      68,17 
Platin         1.709,50  -2,6   -45,00    1.754,50 
 
(Angaben ohne Gewähr) 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/mpt/cln

(END) Dow Jones Newswires

June 09, 2026 12:14 ET (16:14 GMT)

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© 2026 Dow Jones News
Software vor dem Comeback – diese 5 Aktien könnten durchstarten!
Während Halbleiter- und KI-Infrastrukturwerte von einem Hoch zum nächsten jagen, wurden viele Software-Aktien in den vergangenen Monaten regelrecht aus den Depots gedrängt. Die Angst vor Disruption hat Investoren zu einem radikalen Strategiewechsel veranlasst – mit der Folge, dass zahlreiche Qualitätsunternehmen heute auf Mehrjahrestiefs notieren.

Doch genau hier entsteht eine seltene Chance. Denn während die Bewertungen im Halbleitersektor inzwischen auf ambitionierten Niveaus liegen, ist der Bewertungsabschlag bei Software-Titeln so hoch wie seit Jahren nicht mehr. Gleichzeitig liefern viele Unternehmen weiterhin starke Wachstumszahlen und integrieren KI erfolgreich in ihre Geschäftsmodelle. Die Diskrepanz zwischen Kursentwicklung und operativer Stärke könnte sich schon bald auflösen.

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