Venezuela wird offenbar weitere 32 Ölfelder verstaatlichen, wie am Freitag der Präsident des lateinamerikanischen Staates Hugo Chavez in einer Rundfunkansprache erklärte. Er führte aus, dass dadurch dem Staat in den nächsten Jahren weitere 1,5 Milliarden Dollar an Einnahmen aus der Ölförderung erschlossen werden sollen. Es sei wichtig, so Chavez, dass ein Land seine strategischen Ressourcen selber bewirtschafte.
Unklar ist zur Stunde noch, welche Ölunternehmen von dieser Maßnahme und in welcher Intensität betroffen sein werden. Angeblich hat die Regierung die Verträge, unter denen Konzerne wie Chevron, BP oder Royal Dutch in Venezuela Öl fördern, bereits für illegal erklärt.
Bisher, so Chavez, hätten die Konzerne für 4 Dollar je Barrel in Venezuela produziert und dieses Öl dann für 20 Dollar an die staatliche Energiebehörde PVDSA weitergereicht. Chavez erklärte, dieser „perverse Mechanismus“ sei nun vorbei. Möglich ist das die ausländischen Ölkonzerne gezwungen werden, Joint Ventures mit der PVDSA zu bilden und dadurch die alleinige Kontrolle über die Förderung verlieren werden. Dies war zunmindest bisher das Vorgehen des Präsidenten. In diesen „gemischten Firmen“ freilich werden dann Privatunternehmen nur noch Juniorpartner sein.
Der Februarkontrakt für US-Leichtöl notierte in New York um 20.30 Uhr (MESZ) bei 68,30 Dollar (+1,47$). Chevron notiert aktuell bei 61,88 $ (+0,45%).
