pressetext.de: Round Rock (pte/02.03.2007/12:07) - Der PC-Hersteller Dell kann vorerst nicht mit positiven Nachrichten punkten. Gestern, Donnerstagabend, hat das Unternehmen nach US-Börsenschluss die vorläufigen Zahlen zum abgeschlossenen vierten Quartal bekannt gegeben. Diese lagen deutlich unter den Ergebnissen des Vorjahres. Auch in den kommenden Quartalen werden Umsätze und Gewinnmargen unter Druck bleiben, so der Ausblick des Unternehmens. Innerhalb des Konzerns setzt man weiterhin auf Veränderungsmaßnahmen und verstärkte Kundennähe.
Man arbeite an neuen Ansätzen, die Absatz und Distribution seiner Produkte vor allem bei Kunden in Wachstumsmärkten verbessern sollen, heißt es aus dem Unternehmen. Bisher setzte der Konzern auf Direkt-Vertrieb seiner Computer über Telefon und Internet. Mangelnde Qualität der Produkte führten jedoch zu Kundenbeschwerden. Grund waren Qualitätsmängel der zugelieferten Komponenten zur PC-Produktion. Die Kundenzufriedenheit sei bis jetzt ein zentrales Problem gewesen, sagt auch Hans Engel, Erste Bank-Analyst, im Gespräch mit pressetext. "Dell war nicht auf Qualitätsprobleme eingestellt", so Engel. Während der Direktvertrieb mit hohen Zustellkosten verbunden ist, führt jede Reklamation zu Rückvergütungen. Dies würde für das Unternehmen immer teurer werden, so Engel. Das Qualitätsproblem könne "im Prinzip jeden treffen, der nicht alles selbst produziert", erläutert der Analyst das Lieferantenproblem. Dell müsse auf die Suche nach besseren Zulieferern gehen. Der seit Januar erneut zum Chief Executive Officer (CEO) berufene Dell-Gründer Michael Dell ist nun dafür zuständig, die Probleme in den Griff zu bekommen. Der CEO will gemeinsam mit einem neuen Management-Team sowohl die Strukturen als auch die Arbeitsvorgänge innerhalb des Konzerns straffen und effizienter gestalten.
Laut den veröffentlichten Zahlen sank der Umsatz des Unternehmens im vierten Quartal von 15,11 Mrd. Dollar auf 14,4 Mrd. Dollar. Der Nettogewinn lag bei 637 Mio. Dollar, im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es noch 1,01 Mrd. Dollar. Der Nettogewinn des abgeschlossenen Quartals beinhaltet eine Summe von 184 Mio. Dollar, die aufgrund nicht erreichter Geschäftsziele und damit geringeren Bonuszahlungen an Mitarbeitern einbehalten wurden. Auch ein Gewinn von rund 36 Mio. Dollar, der aus dem Verkauf von Immobilien stammt, ist im Nettogewinn angeführt. Die Operative Marge lag im bei 5,6 Prozent, 2005 verzeichnete man 8,2 Prozent. Der Gewinn je Aktie sank von 43 auf 30 Cent. Analysten rechnen für das laufende erste Quartal des neuen Geschäftsjahres je Aktie mit einem Gewinn in Höhe von 28 Cent, die Umsatzerwartung liegt bei 14,27 Mrd. Dollar. Engel bleibt zuversichtlich, dass das Unternehmen wieder zurück auf einen guten Weg finden wird, diese Entwicklung könne jedoch nicht in wenigen Monaten abgeschlossen werden. Der detaillierte Quartalsbericht kann unter http://www.dell.com/downloads/global/corporate/sec/q4fy07.pdf abgerufen werden.
Der PC-Hersteller kämpft nicht nur mit den Folgen der Notebook-Rückruf-Aktion im vergangenen Jahr und der mangelnden Kundenzufriedenheit. Auch die Untersuchungen der US-Börsenaufsicht Security and Exchange Commission (SEC) dauern weiterhin an. Der Verdacht lautet auf Unregelmäßigkeiten in den Bilanzen und Rücklagen der vergangenen Jahre. Aufgrund der noch nicht abgeschlossenen Untersuchungen gelten sowohl die Zahlen des abgeschlossenen vierten als auch des vorangegangenen zweiten und dritten Quartals 2006 als vorläufig. (Ende)
Aussender: pressetext.austriaAnsprechpartner: Victoria SchubertEmail: schubert@pressetext.comTel.: ++43-1-81140-305
© pressetext Nachrichtenagentur GmbH http://www.pressetext.de Die inhaltliche Verantwortung für redaktionelle Meldungen (pte) liegt bei pressetext, für Pressemitteilungen (pts) beim jeweiligen Aussender. Weitere Informationen erhalten Sie bei unserem Redaktionsservice unter info@pressetext.com oder Tel. +43-1-81140-300.
[Quelle: http://pressetext.com/pte.mc?pte=070302021]
(END) Dow Jones Newswires
March 02, 2007 10:19 ET (15:19 GMT)
Man arbeite an neuen Ansätzen, die Absatz und Distribution seiner Produkte vor allem bei Kunden in Wachstumsmärkten verbessern sollen, heißt es aus dem Unternehmen. Bisher setzte der Konzern auf Direkt-Vertrieb seiner Computer über Telefon und Internet. Mangelnde Qualität der Produkte führten jedoch zu Kundenbeschwerden. Grund waren Qualitätsmängel der zugelieferten Komponenten zur PC-Produktion. Die Kundenzufriedenheit sei bis jetzt ein zentrales Problem gewesen, sagt auch Hans Engel, Erste Bank-Analyst, im Gespräch mit pressetext. "Dell war nicht auf Qualitätsprobleme eingestellt", so Engel. Während der Direktvertrieb mit hohen Zustellkosten verbunden ist, führt jede Reklamation zu Rückvergütungen. Dies würde für das Unternehmen immer teurer werden, so Engel. Das Qualitätsproblem könne "im Prinzip jeden treffen, der nicht alles selbst produziert", erläutert der Analyst das Lieferantenproblem. Dell müsse auf die Suche nach besseren Zulieferern gehen. Der seit Januar erneut zum Chief Executive Officer (CEO) berufene Dell-Gründer Michael Dell ist nun dafür zuständig, die Probleme in den Griff zu bekommen. Der CEO will gemeinsam mit einem neuen Management-Team sowohl die Strukturen als auch die Arbeitsvorgänge innerhalb des Konzerns straffen und effizienter gestalten.
Laut den veröffentlichten Zahlen sank der Umsatz des Unternehmens im vierten Quartal von 15,11 Mrd. Dollar auf 14,4 Mrd. Dollar. Der Nettogewinn lag bei 637 Mio. Dollar, im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es noch 1,01 Mrd. Dollar. Der Nettogewinn des abgeschlossenen Quartals beinhaltet eine Summe von 184 Mio. Dollar, die aufgrund nicht erreichter Geschäftsziele und damit geringeren Bonuszahlungen an Mitarbeitern einbehalten wurden. Auch ein Gewinn von rund 36 Mio. Dollar, der aus dem Verkauf von Immobilien stammt, ist im Nettogewinn angeführt. Die Operative Marge lag im bei 5,6 Prozent, 2005 verzeichnete man 8,2 Prozent. Der Gewinn je Aktie sank von 43 auf 30 Cent. Analysten rechnen für das laufende erste Quartal des neuen Geschäftsjahres je Aktie mit einem Gewinn in Höhe von 28 Cent, die Umsatzerwartung liegt bei 14,27 Mrd. Dollar. Engel bleibt zuversichtlich, dass das Unternehmen wieder zurück auf einen guten Weg finden wird, diese Entwicklung könne jedoch nicht in wenigen Monaten abgeschlossen werden. Der detaillierte Quartalsbericht kann unter http://www.dell.com/downloads/global/corporate/sec/q4fy07.pdf abgerufen werden.
Der PC-Hersteller kämpft nicht nur mit den Folgen der Notebook-Rückruf-Aktion im vergangenen Jahr und der mangelnden Kundenzufriedenheit. Auch die Untersuchungen der US-Börsenaufsicht Security and Exchange Commission (SEC) dauern weiterhin an. Der Verdacht lautet auf Unregelmäßigkeiten in den Bilanzen und Rücklagen der vergangenen Jahre. Aufgrund der noch nicht abgeschlossenen Untersuchungen gelten sowohl die Zahlen des abgeschlossenen vierten als auch des vorangegangenen zweiten und dritten Quartals 2006 als vorläufig. (Ende)
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